Infektionsschutz im Herbst und Winter

Für wen eine Impfung gegen Grippe und Corona jetzt sinnvoll ist

  • schließen

Mit dem Herbst steigt das Risiko für Infektionen. Impfungen bieten Schutz vor schweren Verläufen, besonders für Risikogruppen.

Mit dem Herbst und Winter kommt erneut die Frage nach der Notwendigkeit von Impfungen gegen Grippe und Corona auf. Insbesondere für Risikogruppen sind Impfungen von großer Bedeutung, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. „Der beste verfügbare Schutz gegen Influenza ist eine Impfung“, hießt es vonseiten des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher eine jährliche Grippeimpfung sowie eine Corona-Auffrischimpfung für bestimmte Personengruppen.

Grippeimpfung insbesondere für bestimmte Risikogruppen empfohlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) und die Ständige Impfkommision (STIKO) raten zur jährlichen Grippeschutzimpfung. (Symbolbild)

Die jährliche Grippeimpfung wird besonders für Personen über 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke wie Diabetiker, Menschen mit Bluthochdruck sowie immungeschwächte Personen empfohlen. Diese Gruppen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Der Impfstoff wird jährlich an die zirkulierenden Viren angepasst. „Die Wirksamkeit kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen. Wenn sich zirkulierende Viren ändern, kann sich die Schutzwirkung auch im Laufe der Saison ändern. Für die Wirksamkeit sind mehrere Faktoren verantwortlich (u. a. Impfstofftyp, Antigenmatch, Virusveränderung, vorbestehende Restimmunität, Alter). Die Schutzwirkung liegt etwa zwischen 20 und 60 Prozent, bei älteren Menschen bei etwa 40 Prozent“, erklärt das RKI weiter.

Nicht verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter unserer Gesundheitsexperten von 24vita.de.

Corona-Impfung: Wer sollte sich schützen?

Die STIKO empfiehlt eine jährliche Corona-Auffrischimpfung für Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Dazu gehören über 60-Jährige, Menschen mit Grunderkrankungen wie Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Diabetes und Adipositas sowie Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Auch medizinisches Personal mit direktem Patientenkontakt sollte sich impfen lassen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Studien zeigen, dass der Schutz vor schweren Verläufen mindestens zwölf Monate anhält. Eine Auffrischimpfung im Herbst ist daher besonders für Risikogruppen sinnvoll. Wie Sie neben der Schutzimpfung Ihr Immunsystem stärken können.

Immunsystem stärken und so Grippe bis Corona vorbeugen – acht einfache Regeln

Frau hält Glas Wasser in der Hand.
Wer ausreichend trinkt, hält die Schleimhäute in Mund und Rachen feucht. Das ist wichtig, weil diese die erste Schutzbarriere des Körpers gegen Viren und Bakterien darstellen. Trocknen die Schleimhäute aus, können Viren leichter andocken und sich einen Weg in den Körper bahnen. Auch das Lutschen von Bonbons hilft dabei, die Schleimhäute feucht zu halten.  © Tanya Yatsenko/Imago
Korb voll mit Gemüse und Obst
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sorgt dafür, dass dem Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden. Es wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einem gesunden Immunsystem besteht, denn ein Großteil der Antikörper produzierenden Zellen befinden sich im Darm, informiert das Portal München Klinik, der Gesundheitsversorger der Stadt München. © Oleksandr Latkun/Imago
Frau krault im Schwimmbad
Auch Bewegung macht uns weniger anfällig für Krankheitserreger. Mitverantwortlich ist die antientzündliche Wirkung von Sport und Bewegung auf unseren Körper. Davon profitiert auch unser Immunsystem, so Professor Karten Krüger von der Justus-Liebig-Universität in Giessen im Interview mit der Krankenkasse BKK Provita. Sein Forschungsgebiet: Die Wirkung von Bewegung auf unser Immunsystem. Ihm zufolge wird man seltener krank und übersteht eine Erkrankung besser, wenn man sich regelmäßig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt und ein gutes Stressmanagement pflegt.  © Imago
Hand, die Weinglas und Zigarette hält
Inhaltsstoffe in Zigarettenrauch und Alkohol blockieren die körpereigene Abwehr und machen uns so anfälliger für Krankheiten. Nach einer durchzechten Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge sogar bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch Rauchen fördert wie Alkohol Entzündungsprozesse im Körper, was eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfekte zur Folge haben kann. Zudem trocknet Zigarettenrauch die Schleimhäute aus, was deren Abwehrkraft abschwächt.  © macondo/Imago
Frau öffnet das Fenster zum Lüften
Vor allem im Herbst und im Winter sollten Sie regelmäßig lüften. Denn trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Mund und Nase aus. Diese stellen die erste Barriere für Viren und Bakterien dar. Im ausgetrockneten Zustand sind die Schleimhäute weniger widerstandsfähig. © Roman Möbius/Imago
Wanderweg im Bergischen Land nahe der Müngstener Brücke
Bewegung an der frischen Luft stärkt unsere Atemwege. Auch das Immunsystem profitiert, weil über die Haut durch Kontakt mit Sonnenlicht Vitamin D produziert wird. „Es ist wissenschaftlich unstrittig, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Auch zeigen Studien, dass Menschen mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung ein erhöhtes Risiko für akute Atemwegsinfekte aufweisen und von der Gabe von Vitamin D-Präparaten profitieren können“, heißt es in einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung.  © Olaf Döring/Imago
Gestresste Frau im Büro
Stress ist ein wahrer Immunkiller. Durch die Ausschüttung von Stresshormonen verlieren die Immunzellen die Fähigkeit, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzutöten. Auch die Menge an Antikörpern in unserem Speichel verringert sich, so eine Information des Universitätsspitals Zürich.  © Joseffson/Imago
Frau schaltet den Wecker aus
Ausreichend Schlaf zählt zu den Grundpfeilern eines intakten Immunsystems. Wissenschaftler der Universität Tübingen und der Universität Lübeck konnten dem ärztlichen Journal zufolge zeigen, dass bereits nach drei Stunden ohne Schlaf die Funktion der T-Zellen beeinträchtigt war. „T-Zellen zirkulieren ständig im Blutkreislauf und suchen nach Erregern. Die Adhäsion (Anmerkung der Redaktion: bedeutet so viel wie „Haftkraft“) an andere Zellen erlaubt ihnen dabei, im Körper zu wandern und beispielsweise an infizierte Zellen anzudocken, um sie anschließend zu beseitigen“, sagt Erstautor Stoyan Dimitrov.  © Oleksandr Latkun/Imago

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?

Der optimale Zeitpunkt für die Grippeimpfung, um vor der Grippewelle im Januar geschützt zu sein, liegt zwischen Oktober und Mitte Dezember. Dennoch ist auch eine spätere Impfung sinnvoll, insbesondere wenn die Grippewelle noch nicht begonnen hat. Die Corona-Impfung sollte ebenfalls im Herbst erfolgen, um den Schutz während der Infektionssaison zu gewährleisten. Behandelnde Hausärzte spielen eine wichtige Rolle bei der Beratung der Patienten, da sie über den aktuellen Verlauf der Grippesaison informiert sind und individuelle Empfehlungen aussprechen können.

Besondere Impfempfehlungen für Kontaktpersonen

Nicht nur Risikopersonen selbst, sondern auch ihre Kontaktpersonen sollten geimpft werden. Die Entscheidung für eine Impfung sollte stets in Absprache mit dem Arzt getroffen werden, um individuelle Risiken und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Impfungen sind ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitsschutzes, besonders in der anstehenden Hochsaison der Grippe- und Coronainfektionen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © spreewald-picture/Imago

Kommentare