Persönlichkeitsstörung

Gaslighting: Wie Narzissten ihre Opfer verunsichern

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Narzissten sind Meister der Manipulation. Ihre Waffe: Gaslighting, die das Gegenüber an der eigenen Wahrnehmung zweifeln lässt. Wie sich dies im Gespräch zeigen kann.

Während eines gemeinsamen Gesprächs lenkt Jochen* das Thema immer wieder auf sich selbst und hebt seine eigenen Erfolge hervor, oft übertrieben oder mit abwertenden Bemerkungen über andere. Kritik an seinen Aussagen oder seinem Verhalten nimmt er persönlich oder er reagiert verständnislos, gar beleidigt. Gleichzeitig ignoriert Jochen* die Gefühle oder Meinungen seines Gesprächspartners und versucht sogar, diese abzuwerten. Eine typische Situation mit einem Narzissten könnte so oder so ähnlich aussehen.

Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung können uns überall begegnen: im Job, im Freundeskreis, in der Beziehung oder auch innerhalb der Familie. Der Umgang mit solchen Charakteren und die Kommunikation im Gespräch ist für andere häufig nicht leicht. Zum einen, weil es Narzissten meist an Empathie mangelt, weshalb die Gefühle und Bedürfnisse ihres Gegenübers oft unberücksichtigt bleiben. Zum anderen auch, weil Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung in der Regel empfindlich auf Kritik oder Ablehnung reagieren, was die Kommunikation zusätzlich herausfordernd machen kann. Hinzu kommt, dass Narzissten gezielt Manipulationstechniken wie das sogenannte Gaslighting einsetzen, um Zweifel und Unsicherheiten bei ihrem Gegenüber zu schüren. Woran Sie Gaslighting erkennen und wie Sie darauf reagieren können.

*Anmerkung der Redaktion, Name geändert

Gaslighting: Wie verhalten sich Narzissten dabei?

Konversationen mit Narzissten enden nicht selten in Verunsicherung, Irritation und nicht zuletzt Frustration beim Gesprächspartner.

Gaslighting ist im Grunde eine Form von psychischer Gewalt, bei der das Opfer durch Lügen und Leugnen dazu gebracht wird, an seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Dieses Verhalten tritt besonders häufig in Beziehungen mit Narzissten auf, da Personen mit narzisstischen Eigenschaften oft manipulative Taktiken einsetzen, um Kontrolle zu erlangen. Der Begriff geht ursprünglich auf das Theaterstück „Gas Light“ von Patrick Hamilton aus dem Jahr 1938 zurück.

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Drei typische Anzeichen von Gaslighting sind:

  1. Verdrehung von Fakten: Indem sie die Realität bewusst verzerren, schaffen Narzissten Verwirrung und Unsicherheit, um ihre Kontrolle über die Situation zu sichern.
  2. Verleugnung: Narzissten neigen dazu, unangenehme Wahrheiten einfach abzustreiten, selbst wenn sie offensichtlich sind, und entziehen sich so der Verantwortung.
  3. Lügen: Sie manipulieren ihre Umgebung mit Unwahrheiten, um sich in ein besseres Licht zu rücken oder Konflikten auszuweichen.

Drei Aussagen, die für Gaslighting sprechen

In Beziehungen kann Gaslighting durch bestimmte Aussagen erkennbar werden, die dazu dienen sollen, das Opfer zu verunsichern.

Drei typische Aussagen sind:

  1. „Das bildest du dir ein! Das habe ich nie gesagt.“: Mit solchen Aussagen versuchen Narzissten, Ihr Gegenüber glauben zu lassen, sie würden ihrer eigenen Wahrnehmung nicht trauen können und sich täuschen.
  2. „Du regst dich ohne Grund auf!“: Diese Worte zielen darauf ab, die Gefühle des Opfers herunterzuspielen, um Unsicherheit und Zweifel an der eigenen Reaktion zu schüren.
  3. „Du bist ja verwirrt.“: Eine manipulative Strategie, die das Opfer dazu bringen soll, an seiner geistigen Gesundheit und Urteilsfähigkeit zu zweifeln.

Situationen mit Narzissten deeskalieren: Wie reagiert man richtig auf Gaslighting?

Um sich vor Gaslighting zu schützen, ist es wichtig, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Dokumentieren Sie Vorfälle und sprechen Sie mit Familienmitgliedern, Freunden oder gegebenenfalls auch mit einem Therapeuten darüber, um eine objektive Sichtweise zu erhalten. Ein unterstützendes Netzwerk ist entscheidend, um das eigene Wahrnehmungsvermögen zu stärken. Wenn möglich, setzen Sie klare Grenzen und distanzieren Sie sich von der manipulativen Person.

Depression ist mehr als nur traurig sein – welche Symptome auf die psychische Erkrankung hindeuten

Frau mit starrem Blick
Sich wie versteinert fühlen – so beschreiben Menschen mit einer Depression häufig ihren psychischen und körperlichen Zustand, laut der „Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention“. Häufig sind Depressionen von einer sehr gedrückten, niedergeschlagenen Stimmung begleitet, was als ein Hauptsymptom gilt. Einige Betroffene beschreiben auch ein Gefühl der inneren Leere und die Unfähigkeit, ihre eigenen Emotionen, einschließlich negativer Gefühle, wahrzunehmen. © BDS/Imago
Mann am Fenster
Personen, die an Depressionen leiden, verlieren das Interesse an früher bedeutsamen Aktivitäten und Dingen. Hobbys, berufliche Tätigkeiten, Freizeitbeschäftigungen oder soziale Unternehmungen mit Familie und Freunden bereiten ihnen keine Freude mehr. Durch die „innere Leere“, wie es Betroffene häufig beschreiben, geht das Interesse an bisher wichtigen Dingen verloren. Freudlosigkeit und allgemeines Desinteresse sind das zweite mögliche Hauptsymptom einer Depression. © ArtmannWitte/Imago
Frau blickt in Spiegel
Ein vermindertes Selbstwertgefühl, wenig Selbstvertrauen, gepaart mit Gedanken wie „Ich bin schuld an allem“, macht sich bei vielen an einer Depression erkrankten Menschen bemerkbar. Betroffene wenden sich nicht selten von ihrem Umfeld ab, da sie annehmen, Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen zur Last zu fallen. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Mann, der müde und erschöpft ist
Erschöpfung und Müdigkeit bestimmen zunehmend den Alltag. Während einer Depression fühlen sich Betroffene häufig im wahrsten Sinne antriebslos, was es ihnen schwer macht, sich zu motivieren. Gewohnte Tätigkeiten wie im Beruf und selbst einfache Alltagsaufgaben, beispielsweise Einkaufen oder Aufräumen können zur großen Herausforderung werden, schnell erschöpfen und manchmal sogar unerledigt bleiben. Auch das Treffen von Entscheidungen fällt schwer: Betroffene haben nicht mehr das Gefühl, das Richtige zu tun. © nitor/Imago
Frau mit Gehirnnebel am Arbeitsplatz.
Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte Aufmerksamkeit können auch auf eine Depression hindeuten. Betroffene können ihre Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen, vergessen kürzlich Gesagtes oder Geschehens, sodass nicht selten sie selbst oder das nähere Umfeld zunächst eine Alzheimer-Demenz in Betracht ziehen. © Zoonar.com/Yuri Arcurs/Imago
Frau sitzt vor Suppenteller
Ältere Menschen können ebenfalls eine Depression entwickeln. Gründe und Ursachen sind auch hier vielfältig. So zeigt sich durch alle Altersgruppen, dass der Appetit und das Hungergefühl von Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, sich verändert. Die Freude am Essen geht im wahrsten Sinne verloren. Die Folge ist dann nicht selten Gewichtsverlust. Es kann aber auch das Gegenteil eintreten und Betroffene entwickeln Heißhungerattacken. © Photographee.eu/Imago
Frau liegt wach im Bett
Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben und sind nicht selten auch eine typische Begleiterscheinung von Depressionen. Menschen mit dieser psychischen Erkrankung finden häufig nicht in den Schlaf, können nicht durchschlafen oder wachen früh auf – hinzukommt dann in vielen Fällen eine Spirale aus negativen Gedanken und Sorgen. © Zoonar/IMAGO
Frau, die verzweifelt weint
Menschen, die an einer Depression erkranken, durchlaufen Phasen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, insbesondere in Bezug auf ihre Zukunft. Die psychische Erkrankung wird zunehmend von dem starken Gefühl begleitet, aus der Situation nicht mehr herauszukommen. © HalfPoint Images/Imago
Mann fasst sich an die Stirn
Während einer Depression können Betroffene auch unter ausgeprägter innerer Unruhe leiden, wodurch es ihnen schwerfällt, sich zu entspannen. Sie fühlen sich getrieben und zeigen möglicherweise hyperaktive Verhaltensweisen wie ständiges Hin- und Hergehen. Andererseits kann es auch zu einer Verlangsamung von Bewegungen oder in der Sprache kommen. © Science Photo Library/Imago
Mann blickt aus dem Fenster
„Was wäre, wenn ich einfach nicht mehr da wäre“ – solche oder ähnliche Gedanken holen Menschen mit einer Depression, gerade wenn sie schon ausgeprägt ist, immer wieder ein. Der Wunsch, einer als aussichtslos und ausweglos empfundenen Situation zu entkommen, bis hin zu Überlegungen, sich selbst Schaden zuzufügen, kommt mehr und mehr auf. © Alberto Menendez/Imago

Hegen Sie den Verdacht, Opfer von Gaslighting zu sein, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Organisationen wie die TelefonSeelsorge, das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ oder der gemeinnützige Verein Weisser Ring bieten Unterstützung und Beratung an, wie die Barmer Krankenkasse auf ihrer Webseite betont.

Rubriklistenbild: © Alex_Marina/Imago

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