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Pollen-Allergie kann gefährlich werden: Es drohen Atemwegserkrankungen

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Wegen des Klimawandels startet die Pollenflugzeit immer früher. So sind schon jetzt erste Haselpollen in der Luft. Für Allergiker kann es auch gefährlich werden.

Hamm - Niesattacken, Schnupfen, tränende und rote Augen: Für Allergiker beginnt die harte Zeit jedes Jahr ein bisschen früher – auch in Nordrhein-Westfalen. „Schuld“ daran ist der Klimawandel. Durch steigende Temperaturen fangen Bäume wie Hasel, Erle, Pappel, Weide und Ulme bereits deutlich früher an zu blühen als noch vor ein paar Jahrzehnten.

Start der Allergiesaison: Niesattacken, Schnupfen und Atemaussetzer

Neben den „lästigen“ Symptomen kann eine Pollenallergie allerdings auch ernstere Folgen haben und allergische Atemwegserkrankungen auslösen. So können Betroffene etwa an Atemaussetzern leiden. „Eine Pollenallergie sollte rechtzeitig behandelt werden. Andernfalls kann es zu einem sogenannten ‚Etagenwechsel‘ kommen, bei dem sich ein Asthma entwickelt oder weitere Allergien hinzukommen“, sagt Claudia Büdenbender, stellvertretende Serviceregionsleiterin der AOK NordWest.

Um eine Pollenallergie festzustellen, gibt es verschiedene Methoden. Die am häufigsten verwendete ist der Prick-Test. Dabei träufelt der Allergologe mehrere Allergenextrakte auf die Haut und sticht anschließend mit einer feinen Nadel hinein. Tritt eine Reaktion auf, ist das der Hinweis auf eine Allergie.

Pollenallergie: Verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten

Auch bei der Therapie gibt es unterschiedliche Ansätze. Eine Möglichkeit ist die medikamentöse Behandlung mit Tabletten, Sprays oder Tropfen. Eine andere ist die Desensibilisierung oder Hypersensibilisierung. „Bei der Desensibilisierung bringt man dem Immunsystem sozusagen bei, das Allergen zu akzeptieren, sodass bei dem Patienten keine allergische Reaktion mehr auftritt“, erklärt Dr. Johannes Jeßberger, Kinder- und Jugendmediziner mit einem Schwerpunkt auf Allergologie aus Hamm.

Um die Symptome zu mindern, rät er Betroffenen, ihre Fenster tagsüber geschlossen zu halten und erst abends zu lüften, wenn die Pollen nicht mehr fliegen.

FFP2 Maske und Sonnenbrille helfen gegen Allergie-Symptome

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) kann das Tragen von Mund-Nasenschutzmasken während der Pollenzeit einen guten zusätzlichen Schutz bieten, um den Pollenkontakt zu minimieren. Die DAAB habe dazu viele positive Rückmeldungen von Betroffenen erhalten. Kopftücher oder Schirmkappen zum Schutz der Haare und dicht abschließende Sonnenbrillen bieten einen weiteren zusätzlichen Schutz. Für einen beschwerdefreien Schlaf sollten abends die Haare gewaschen werden, damit keine Pollen ins Kissen geraten. 

Die aktuellen Pollenflugdaten können auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) abgerufen werden. Pollenflug-Apps bieten ebenfalls die Möglichkeit für eine individuelle Vorhersage für bestimmte Allergene am jeweiligen Aufenthaltsort.

Wer in der Natur unterwegs ist, sollte aber nicht nur auf fliegende Pollen acht geben – auch Zecken sind bereits jetzt in NRW sehr aktiv. Das RKI hat neue Risikogebiete ausgewiesen.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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