Retter aus Zagreb

EV Clinic rettet Elektroautos: „Die beste Batterie ist die, die man reparieren kann“

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Wenn die Batterie eines Elektroautos defekt ist, hilft oft nur ein Austausch. Die EV Clinic hat sich auf deren Reparatur spezialisiert. Und das hat sich rumgesprochen.

Inzwischen hat sich die Elektromobilität längst etabliert und gilt bei vielen Herstellen als Königsweg für die Zukunft des Autos. Die Stromer haben jedoch eine große Schwachstelle: die Batterie. Zwar geben viele Autobauer lange Garantien, doch schon ein kleiner Defekt sorgt oft dafür, dass ein neuer Akku verbaut werden muss. Und der Austausch kann sehr kostenintensiv sein. Abhilfe verspricht hier die EV Clinic im kroatischen Zagreb.

„Die beste Batterie ist die, die man reparieren kann. Für welche man die Ersatzteile findet, um so den Akku in kürzester Zeit zu reparieren. Für die größtmögliche Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit“, sagt Inhaber Vanja Katic in einem Beitrag der Vox-Sendung AutoMobil.

Kunden kommen aus halb Europa in die EV Clinic – auch aus Deutschland

Und das kann Katic wie kaum ein anderer. Die Folge: Aus halb Europa kommen Elektroautofahrer zu ihm, in der Hoffnung bei der Akku-Reparatur sparen zu können. Auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wenden sich viele Autofahrer an die EV Clinic.

Der Austausch der Batterie kann sehr kostspielig werden.

Dass sich das lohnt, zeigt der Fall eines Fiat 500e. Die Batterie des Kleinwagens ist wegen eines Isolationsfehlers defekt. Da es an der Hülle jedoch Kratzer und eine Delle gibt, haben die Italiener die Garantie abgelehnt. Ein neuer Akku kostet 25.000 Euro. In der EV Clinic kostete die Reparatur grade mal 1.200 Euro. Ein anderes Beispiel, das in dem Bericht genannt wird, ist der Akku eines Tesla Model S. In der Schweiz will der US-Hersteller 20.000 Schweizer Franken (circa 20.530 Euro) für eine neue Batterie. Ein erneuter Akku soll 16.000 Franken (rund 16.420 Euro) kosten. Bei Vanja Katic schlägt die Reparatur mit rund 6.000 Euro zu Buche.

Akku-Reparatur erinnert an Zahnarztbesuch: Kaputte Zellen werden aufgebohrt

In dem AutoMobil-Beitrag wird auch gezeigt, wie in der EV Clinic Akkus repariert werden. Dazu misst Katic die Spannung der einzelnen Zellen, um so den betroffenen Bereich ausfindig zu machen. Anschließend wird dieser wie vor einer Operation markiert und der Block abgeklemmt und abgeklebt. „Bei nur einer Zelle ist es dumm, den ganzen Block zu tauschen. Wenn es 20 Zellen wären ok, dann ist es vielleicht besser, den Block zu tauschen“, erklärt Katic.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Das Vorgehen beim Zellentausch erinnert dabei an einen Zahnarztbesuch. Die kaputte Zelle wird nämlich zunächst aufgebohrt. Anschließend kann diese mit einer Zange entfernt und durch eine neue ersetzt werden. Dabei ist es wichtig, auch wirklich die richtige anzubohren. Eine gesunde Zelle würde nämlich schnell anfangen zu brennen. Bei einem Tesla Model 3 lassen sich so leicht 4.000 Euro sparen.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

„Es muss normalerweise ein Ziel sein, dass man bei Akkus grundsätzlich eine Reparierbarkeit erreicht“, betont AutoMobil-Moderator Alexander Bloch. Bei einem Tausch verliert das Elektroauto nämlich leicht seinen CO2-Vorteil. Für ihn ist Katic daher auch „ein kroatischer Akku-Gott“. Auch, weil sich bisher niemand sonst auf die Instandsetzung von Akkus spezialisiert hat. „Und er spart damit einem Haufen Elektroautokunden eine Menge Geld, wenn ihr Akku defekt ist“, sagt Bloch. Zeitgleich sorgt Katic mit der EV Clinic dafür, dass Akkus, die unter hohem Energie und CO₂-Aufwand produziert wurden, langte halten.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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