Mehr als Genetik

Katze ist nicht gleich Katze – sechs Faktoren beeinflussen den Charakter der Tiere

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Jede Katze hat einen einzigartigen Charakter – das weiß niemand besser als ihre Besitzer. Manche sind mutig, andere eher faul, viele sind sehr anhänglich. Welche Faktoren ihr Wesen bestimmen, erfahren Sie hier.

Katzen haben laut einer Studie der Universität Helsinki genauso wie Menschen individuelle Persönlichkeiten. Die Einflüsse auf den Charakter der Katzen sind jedoch vielfältiger, als manche annehmen würden. Nicht nur die genetischen Anlagen und ihre Herkunft spielen dabei eine wichtige Rolle, sondern auch äußere Faktoren wie der Kontakt zu Menschen oder ihr Freundeskreis unter Artgenossen haben Auswirkungen auf die Persönlichkeit.

Sogar positive und negative Erlebnisse formen das spätere Verhalten und die Persönlichkeit einer Katze grundlegend. Welche Faktoren einen entscheidenden Einfluss auf die Charakterzüge von Katzen haben und weshalb es wichtig ist, die Persönlichkeit seiner Katze genau zu kennen, haben wir zusammengefasst.

Faktor 1: Herkunft der Katze

Die Vorfahren unserer heutigen Hauskatzen kamen bereits 4400 v. Chr. aus dem Südwesten von Asien nach Europa. Die damaligen Katzen konnten aus verschiedenen Gründen von der Nähe zum Menschen profitieren. Experten sagen deshalb, dass Katzen sich quasi selbst domestiziert haben. Trotzdem blieb das ursprüngliche Wesen der Katzen im Gegensatz zum Hund über die Jahrtausende erhalten. Durch die natürliche Selektion entstanden die Persönlichkeitsmerkmale, die viele Katzenbesitzer heute bei ihren Samtpfoten beobachten können.

Sechs verschiedene Faktoren haben entscheidenden Einfluss auf die Persönlichkeit unserer geliebten Samtpfoten.

Faktor 2: Der Vater der Katze

Studien zeigten, dass die Kontaktfreudigkeit des Katzenvaters Auswirkungen auf das Sozialverhalten seiner Nachkommen hat. Genauso wie die Babys von schüchternen Katern ähnliche Charakterzüge zeigten, verhielten sich auch die Kätzchen kontaktfreudiger Väter dementsprechend. Während es diesen Babys leichter fällt, mit Menschen in Kontakt zu treten, benötigt man bei schüchternen Kitten mehr Geduld, um die veranlagte Schüchternheit zu bewältigen. Aber auch dazwischen gibt es eine ganze Reihe verschiedener Katzenpersönlichkeiten.

Genetischer Einfluss der Katzenmutter

Für Wissenschaftler ist es deutlich schwieriger zu bestimmen, inwiefern die Katzenmutter ihre Persönlichkeitsmerkmale an ihren Nachwuchs vererbt, als das beim Katzenvater der Fall ist. Die Besonderheit ist, dass die Katzenbabys ihre Mutter nachahmen – diese Nachahmung ist so stark, dass sie sogar die vererbten Eigenschaften verändern kann.

Faktor 3: Prägungsphase der Kitten

Zwischen wilden Katzen, die in der freien Wildbahn leben und Hauskatzen gibt es aus genetischer Sicht keinen Unterschied. Was den Unterschied macht, ist die Sozialisierung der Hauskatze durch den Menschen. Durch ihre frühen, kindlichen Erfahrungen mit Menschen sozialisieren sich Katzen am meisten und formen daraus ihre Persönlichkeit.

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Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Katzenbabys, die im Alter von drei bis sieben Wochen positive Interaktionen mit Menschen hatten, eher freundlich, kontaktfreudig und offen waren. Im Gegensatz dazu waren diejenigen Kätzchen im gleichen Alter, die ohne menschliche Berührung oder mit negativen Kontakten in Berührung kamen, auch später tendenziell schüchtern gegenüber neuen Menschen und Erfahrungen und zogen sich eher zurück. Katzen erst im Erwachsenenalter an Menschen zu gewöhnen, erfordert daher einiges an Fingerspitzengefühl.

Faktor 4: Der Miezen-Freundeskreis

In der Prägungsphase bildet sich nicht nur die Bindung zum Menschen, sondern auch zu anderen Katzen und Tieren. Katzenbabys, die möglichst viel Zeit mit ihrer Familie verbringen durften, sind später aufgeschlossener gegenüber neuen Kontakten. Solche Katzen mögen es oftmals, als kleine Individuen ihre Umgebung zu erkunden und neue Erfahrungen zu sammeln.

Faktor 5: Rasse und Stammbaum

Für viele Rassen werden bestimmte Persönlichkeitsmerkmale als typisch angesehen. In Wahrheit gibt es bisher nur wenige Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Rasse und Katzenpersönlichkeit auseinandersetzen. Die meisten Aussagen über bestimmte Charaktermerkmale bei verschiedenen Katzenrassen beruhen auf subjektiven Beurteilungen von Katzenbesitzern. Eine amerikanische Studie hat jedoch herausgefunden, dass die Fellfarbe von Katzen Einfluss auf den Charakter von Katzen hat.

Zehn Katzenrassen mit strahlend blauen Augen

Eine junge American Curl mit hellem Fell blickt mit ihren blauen Augen direkt in die Kamera.
Babykätzchen kommen immer mit blauen Augen zur Welt. Anfangs sind in den Augen der Katze noch keine Pigmente vorhanden – das ist der Grund, wieso die Augen einer Babykatze durch die Lichtbrechung in den Linsen zunächst blau erscheinen. Erst ab dem dritten oder vierten Lebensmonat beginnt die Melanin-Produktion, wodurch sich die endgültige Augenfarbe der Katze entwickelt. Die American Curl ist eine der Katzenrassen, die diese besondere Augenfarbe ein Leben lang behalten. © Panthermedia/Imago
Zwei Balinese Kitten spielen miteinander und reißen im Spiel ihre blauen Augen weit auf.
Auch bei normalen Hauskatzen kann es vorkommen, dass die blaue Augenfarbe im ausgewachsenen Stadium erhalten bleibt. Bei der Balinese sind die ausdrucksstarken blauen Augen ein Rassemerkmal. © VWPics/Imago
Eine Birma schaut direkt in die Kameralinse. Ihre Augen sind strahlend blau.
Katzen mit blauen Augen sind eher selten. Häufig kommen sie in Verbindung mit hellem bis weißem Fell vor. Auch Katzen, deren Fell eine Point-Zeichnung hat, besitzen nicht selten blaue Augen. Die Birma gehört zu den Rassen, die auch als ausgewachsene Katze mit strahlend blauen Augen gesegnet ist. © blickwinkel/Imago
Drei Snowshoe-Katzenbabys sitzen aneinandergedrückt auf einem roten Stoff. Ihre Pfötchen sind schneeweiß und das rechte Kätzchen blickt mit weit offenen Augen in Richtung von etwas, das außerhalb des Bildes stattzufinden scheint.
Bei ihr ist der Name Programm: Die Snowshoe-Katze hat schneeweiße Pfötchen. Aber auch ihre blauen Augen sind bezaubernd. Mit ihrem Charme gehören sie zu den beliebtesten Rassekatzen. © Panthermedia/Imago
Eine Ragdoll läuft in Richtung links über eine grüne Wiese und schaut dabei interessiert in Richtung der Kamera.
Die Ragdoll ist sehr anhänglich und besonders freundlich. Mit ihren chinablauen Augen verführt sie Katzenliebhaber. © Zoonar/Imago
Eine blauäugige Siamkatze, ein Baby, sitzt auf einem Tisch und blickt mit schräg gehaltenem Kopf in die Kamera.
Siamkatzen gehören laut Rassestandards zu den Katzen, die ihr Leben lang blaue Augen haben und damit ihre Besitzer betören. © Cavan Images/Imago
Eine Snow Bengal schaut mit aufgestelltem Schwanz neugierig in die Kamera.
Die Snow Bengal ist eine wahre Schönheit. Diese spezielle Bengalen-Art besitzt neben ihrer wunderschönen und ungewöhnlichen Fellfarbe die typischen eisblauen Augen.  © Image Source/Imago
Eine karamellfarbene Tonkanese-Katze sitzt in Lauerstellung auf dem Boden.
Auch graue, oder wie hier im Bild eine karamellfarbene, Rassekatzen wie die Tonkanese können in Einzelfällen blaue Augen haben. Auch bei Britisch Kurzhaar, Chartreux oder Russisch Blau besitzen Individuen diese seltene Farbkombination. Die blaue Augenfarbe ist jedoch keine Eigenschaft dieser Rassen. Bei der Tonkanese kann die seltene Augenfarbe von ihren Stammeltern, der Burma und der Siam, herrühren. © Image Source/Imago
Eine weiße Perserkatze mit zwei unterschiedlich farbigen Augen sitzt entspannt da und blickt in die Kamera.
Haben weiße Katzen blaue Augen, besteht das erhöhte Risiko (60–80 Prozent), dass sie blind oder taub sind. Verantwortlich dafür ist das W-Gen: Es bewirkt das weiße Fell, hat aber auch Auswirkungen auf Gehör und Augen der Katze. Außerdem kann das Gen zu einer fehlenden Pigmentation der Iris führen, weshalb die Augen bei weißen Katzen oftmals hellblau erscheinen. Bei den Katzenrassen mit weißem Fell wie der Europäisch Kurzhaar, Maine Coon, Perser (auf dem Bild) oder der Türkisch Angora können blaue Augen auftreten. In Deutschland dürfen daher keine reinweißen Katzen verpaart werden – das Risiko einer Taubheit wäre zu hoch. © VWPics/Imago
Eine Britisch Kurzhaar-Katze sitzt vor einem blauen Untergrund, der die selbe Farbe wie ihre Augen hat. Sie schaut zur Seite und scheint einen mürrischen Blick zu haben, der aber auf ihre Physis zurückzuführen ist.
Auch bei den Rassekatzen Britisch Kurzhaar (im Bild), Devon Rex, Norwegische Waldkatze oder der Siamkatze besteht die Gefahr der Taub- oder Blindheit im Zusammenhang mit dem Auftreten von weißem Fell und blauen Augen. Sind die Kätzchen gesund, ist ihre Erscheinung dennoch besonders faszinierend. Über blauäugige Miezen wird gesagt, sie seien besonders intelligent, weshalb sich Intelligenzspiele für sie besonders gut eignen. © imagebroker/Imago

Faktor 6: Alter und Geschlecht der Katze

Wie das Onlineportal der Tageszeitung Welt berichtet, könnten auch Alter und Geschlecht das Wesen von Katzen beeinflussen. Das Forscherteam der finnischen Universität plant, den Einfluss weiterer wichtiger Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gesundheit auf den Charakter von Katzen zu untersuchen.

Weshalb ist es wichtig, die Persönlichkeit meiner Katze zu kennen?

Den Persönlichkeitstyp Ihrer Katze zu identifizieren, ist für das Wohlbefinden des Stubentigers ausschlaggebend. Jede Katze hat je nach Persönlichkeit ihre ganz individuellen Bedürfnisse. Ängstlichen Katzen ermöglicht man mit zusätzlichen Versteckmöglichkeiten und einer eher ruhigen Herangehensweise eine höhere Lebensqualität, während aktive Katzen beispielsweise ausreichend Beschäftigung benötigen. Ihre Katze kuschelt nicht? Mit diesen Tipps wird sie zum Schmusetiger.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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