„Zunehmend enttäuscht“: Warum sich „Mr. Bean“ vom Elektroauto abwendet
VonSebastian Oppenheimer
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Schauspieler Rowan Atkinson – bekannt vor allem in seiner Rolle als „Mr. Bean“ – gilt als wahrer Autonarr. Vom E-Auto zeigt er sich nun enttäuscht, mit dem Kauf solle man sich vorerst zurückhalten.
Es gibt Schauspieler, die ihr Leben lang eigentlich immer nur mit einer Rolle in Verbindung gebracht werden – auch wenn sie im Laufe ihres Lebens in vielen verschiedenen Filmen und TV-Serien mitgespielt haben. Gustl Bayrhammer etwa ist für viele der ewige „Meister Eder“ aus der 1980er-Jahre Pumuckl-Fernsehserie und Kevin James bleibt für die Fans von King of Queens wohl immer „Douglas Heffernan“. Genauso verhält es sich mit Rowan Atkinson (68), den die meisten wohl nur in seiner Paraderolle als „Mr. Bean“ kennen. Was viele nicht wissen: Der britische Schauspieler gilt als Autonarr. Schlagzeilen machte er unter anderem im Jahr 2011, als er einen sündhaft teuren McLaren F1 schrottete. Nun hat sich der PS-liebende Komiker zum Thema Elektroauto geäußert. Er sei von den Stromern enttäuscht – und rät dazu, der Umwelt zuliebe seinen Verbrenner länger zu fahren.
Elektroautos: Schauspieler Rowan Atkinson fühlt sich „zunehmend betrogen“
Im Guardian veröffentlichte Atkinson einen Gastbeitrag mit dem Tenor: Er fühle sich von E-Autos „zunehmend betrogen“. Wie der Brite erklärt, habe er vor 18 Jahren seinen ersten Elektro-Hybrid gekauft, vor neun Jahren sein erstes reines Elektroauto. Und er betont, dass er einen Universitätsabschluss in Elektrotechnik besitze. Er habe Stromer bislang zwar für „etwas seelenlos“ gehalten, aber dennoch für „wunderbare Mechanismen“: schnell, leise und bis vor nicht allzu langer Zeit auch sehr günstig im Betrieb. Doch dieses Bild bröckele, wenn man sich mit den Fakten auseinandersetze.
Rowan Atkinson: E-Antriebe eine „perverse Wahl der Hardware“
Umweltfreundlich seien E-Autos seiner Meinung nach nämlich nur bei kurzsichtiger Betrachtungsweise – beziehe man jedoch die Herstellung mit ein, sehe es ganz anders aus. Der Ausstoß an Treibhausgasemissionen (er bezieht sich auf Zahlen von Volvo aus 2021) sei um knapp 70 Prozent höher als bei der Produktion eines Benziners. Laut einer Analyse des ADAC ist der CO₂-Rucksack eines E-Autos allerdings spätestens nach 60.000 Kilometern abgegolten – bei Nutzung von rein regenerativen Energien sogar deutlich früher. Und von da an bestünde laut dem Automobilklub ein Klima-Vorteil gegenüber dem Verbrenner.
Außerdem, so Atkinson, seien E-Fahrzeuge „unglaublich schwer“ und die Lebensdauer der Akkus werde nur auf zehn Jahre geschätzt. Insgesamt sei der E-Antrieb eine „perverse Wahl der Hardware“. Hintergrund seines Beitrags ist offenbar das britische Regierungsziel, ab 2030 den Verkauf von neuen Benzin- und Diesel-Pkw zu verbieten (also fünf Jahre früher als in der EU). Wie eine Diskussion auf Reddit kürzlich zeigte, hadern tatsächlich viele Menschen mit dem Kauf eines Elektroautos – allerdings machen sich die meisten dabei kaum Gedanken um die Umwelt.
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Der wichtigste Punkt von Rowan Atkinson ist jedoch relativ simpel: Man müsse weg vom „Fast Fashion“-Automobil und sein Verbrenner-Fahrzeug einfach sehr lange fahren. Früher seien Autos nach fünf Jahren schon derart durchgerostet gewesen, dass sie schon fast ein Fall für den Schrottplatz gewesen seien. Inzwischen könne man jedoch für rund 15.000 britische Pfund (umgerechnet rund 17.550 Euro, Stand Mitte Juni 2023) ein Auto bekommen, das bei „liebevoller Pflege“ 30 Jahre halte. Wenn man seinen Wagen über so einen langen Zeitraum fahre, würden die Emissionen erheblich reduziert.