Schauspieler Rowan Atkinson

„Zunehmend enttäuscht“: Warum sich „Mr. Bean“ vom Elektroauto abwendet

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Schauspieler Rowan Atkinson – bekannt vor allem in seiner Rolle als „Mr. Bean“ – gilt als wahrer Autonarr. Vom E-Auto zeigt er sich nun enttäuscht, mit dem Kauf solle man sich vorerst zurückhalten.

Es gibt Schauspieler, die ihr Leben lang eigentlich immer nur mit einer Rolle in Verbindung gebracht werden – auch wenn sie im Laufe ihres Lebens in vielen verschiedenen Filmen und TV-Serien mitgespielt haben. Gustl Bayrhammer etwa ist für viele der ewige „Meister Eder“ aus der 1980er-Jahre Pumuckl-Fernsehserie und Kevin James bleibt für die Fans von King of Queens wohl immer „Douglas Heffernan“. Genauso verhält es sich mit Rowan Atkinson (68), den die meisten wohl nur in seiner Paraderolle als „Mr. Bean“ kennen. Was viele nicht wissen: Der britische Schauspieler gilt als Autonarr. Schlagzeilen machte er unter anderem im Jahr 2011, als er einen sündhaft teuren McLaren F1 schrottete. Nun hat sich der PS-liebende Komiker zum Thema Elektroauto geäußert. Er sei von den Stromern enttäuscht – und rät dazu, der Umwelt zuliebe seinen Verbrenner länger zu fahren.

Elektroautos: Schauspieler Rowan Atkinson fühlt sich „zunehmend betrogen“

Im Guardian veröffentlichte Atkinson einen Gastbeitrag mit dem Tenor: Er fühle sich von E-Autos „zunehmend betrogen“. Wie der Brite erklärt, habe er vor 18 Jahren seinen ersten Elektro-Hybrid gekauft, vor neun Jahren sein erstes reines Elektroauto. Und er betont, dass er einen Universitätsabschluss in Elektrotechnik besitze. Er habe Stromer bislang zwar für „etwas seelenlos“ gehalten, aber dennoch für „wunderbare Mechanismen“: schnell, leise und bis vor nicht allzu langer Zeit auch sehr günstig im Betrieb. Doch dieses Bild bröckele, wenn man sich mit den Fakten auseinandersetze.

Schauspieler Rowan Atkinson in seiner Paraderolle als Mr. Bean – in seinem Mini (Aufname von 2007).

Rowan Atkinson: E-Antriebe eine „perverse Wahl der Hardware“

Umweltfreundlich seien E-Autos seiner Meinung nach nämlich nur bei kurzsichtiger Betrachtungsweise – beziehe man jedoch die Herstellung mit ein, sehe es ganz anders aus. Der Ausstoß an Treibhausgasemissionen (er bezieht sich auf Zahlen von Volvo aus 2021) sei um knapp 70 Prozent höher als bei der Produktion eines Benziners. Laut einer Analyse des ADAC ist der CO₂-Rucksack eines E-Autos allerdings spätestens nach 60.000 Kilometern abgegolten – bei Nutzung von rein regenerativen Energien sogar deutlich früher. Und von da an bestünde laut dem Automobilklub ein Klima-Vorteil gegenüber dem Verbrenner.

Außerdem, so Atkinson, seien E-Fahrzeuge „unglaublich schwer“ und die Lebensdauer der Akkus werde nur auf zehn Jahre geschätzt. Insgesamt sei der E-Antrieb eine „perverse Wahl der Hardware“. Hintergrund seines Beitrags ist offenbar das britische Regierungsziel, ab 2030 den Verkauf von neuen Benzin- und Diesel-Pkw zu verbieten (also fünf Jahre früher als in der EU). Wie eine Diskussion auf Reddit kürzlich zeigte, hadern tatsächlich viele Menschen mit dem Kauf eines Elektroautos – allerdings machen sich die meisten dabei kaum Gedanken um die Umwelt.

E-Wagen der Extraklasse: Zehn Luxusautos, die mit Strom fahren

Der Elektro-Sportwagen Rimac Nevera fährt auf einer Straße.
Rimac Nevera: Für viele sind Sportwagen der Inbegriff von Luxus. Beim Rimac Nevera dürfte das außer Frage stehen. Lediglich 150 Exemplare des Elektroautos sollen gebaut werden. Kolportierter Kostenpunkt: zwei Millionen Euro. Netto. Dafür gibt es aber auch 1.914 PS, vier Elektro-Motoren und eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern. Den Sprint von null auf 100 legt der Sportwagen in sagenhaften 1,85 Sekunden zurück. © Rimac
Das Luxus-Elektroauto Audi e-tron GT
Audi e-tron GT: Auch der Ingolstädter vereint Sport und Luxus. In der Basisvariante sorgen 476 PS für viel Vortrieb. Wer sich für die RS-Version entscheidet, darf sich auf 598 PS freuen. Je nach Modell sind Reichweiten von 472 bzw. 487 Kilometer möglich. Preislich geht es bei rund 104.000 Euro los. Der RS e-tron GT schlägt mit mindestens 142.500 Euro zu Buche. © Audi
Das Luxus-Elektroauto Porsche Taycan.
Porsche Taycan: Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, technisch ist der Luxus-Stromer eng verwandt mit dem Audi e-tron. Beide nutzen die gleiche Plattform und teilen auch so viele Bauteile. Allerdings hat der Zuffenhausener etwas mehr Leistung (bis zu 761 PS) und kommt je nach Version bis zu 498 Kilometer weit. In der günstigsten Variante kostet der Taycan 88.399 Euro. Am teuersten ist der Taycan Turbo S Cross Turismo mit 191.096 Euro. © Porsche
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQS
Mercedes-Benz EQS: Abgesehen von den Maybach-Modellen ist die S-Klasse wohl das luxuriöseste Fahrzeug, das man bei Mercedes kaufen kann. Kein Wunder also, dass man in Stuttgart mit einer Elektro-Version nachlegte. In der günstigsten Version mit 292 PS kostet der EQS rund 116.000 Euro. Die Reichweite liegt bei 576 Kilometern. Zudem bietet der Stromer neben viel Luxus auch eine Menge Platz. © Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto Mercedes-Benz EQE.
Mercedes-Benz EQE: Neben der S-Klasse hat auch die E-Klasse ein elektrisches Gegenstück bekommen. In der Basisversion leistet der Elektromotr des EQE 245 PS und kommt bis zu 639 Kilometer weit. Wer etwas mehr Leistung bevorzugt wird bei AMG fündig. Der AMG EQE 53 4Matic+ Dynamic Plus kommt mit zwei E-Aggregaten die zusammen 687 PS leisten. Allerdings sinkt die Reichweite auf bis zu 526 Kilometer. © Dirk Weyhenmeyer/Mercedes-Benz AG
Das Luxus-Elektroauto BMW iX M60
BMW iX: Ja, auch BMW kann bekanntlich Luxus. In diesem Fall mit dem SUV iX. Die zwei Elektromotoren leisten je nach Version 326 oder 523 PS. Der iX M60 kommt sogar mit 540 PS zum Kunden. Je nach Batterie legt der Stromer mit einer Ladung 408 bis 633 Kilometer zurück. Die Basisversion gibt es bereits für 77.300 Euro. Mit dem M-Logo geht es bei 143.100 Euro los. © BMW/Enes Kucevic Photography
Das Luxus-Elektroauto BMW i7.
BMW i7: Was Mercedes die S-Klasse ist, ist bei BMW der 7er. Mehr Luxus geht nicht. Und wie der Konkurrent aus Stuttgart haben auch die Münchner ihr Flaggschiff unter Strom gesetzt. Zwei Elektromotoren sorgen für 544 PS. Künftig soll der Stromer sogar teilweise autonom fahren können. So viel Luxus hat allerdings seinen Preis: Satte 139.900 Euro ruft BMW für den i7 auf. © BMW/Daniel Kraus
Das Luxus-Elektroauto Lucid Air.
Lucid Air: Mit dem Elektroauto drängen auch immer mehr neue Hersteller auf den Markt. Einer davon ist Lucid. Mit dem Air haben sich die Amerikaner direkt ins Luxus-Segment gewagt. Je nach Ausführung wird das Elektroauto von 480 bis 1.111 PS angetrieben. 2023 soll das neue Top-Modell Saphire mit 1.217 PS kommen. Die Reichweite liegt bei 653 bis 883 Kilometern. In nur 15 Minuten soll genug Strom für ca. 400 Kilometer Reichweite geladen sein. Für die Air Dream Edition werden aktuell 218.000 Euro fällig. Etwas günstiger ist der Grand Touring, der bei 159.000 Euro startet. © Lucid
Das Luxus Elektroauto Jaguar I-PACE.
Jaguar I-PACE: Die Briten sind schon seit 2018 mit ihrem Luxus-Elektroauto auf dem Markt. Entsprechend bekommt der I-PACE 2024 einen Nachfolger. Bis dahin haben die Kunden die Wahl zwischen zwei Versionen mit jeweils 400 PS. Mit der 90,2-kWh-Batterie kommt der Stromer bis zu 450 Kilometer weit. Die Preise starten bei 92.400 Euro. © Jaguar
Das Luxus-Elektroauto Rolls-Royce Spectre.
Rolls-Royce Spectre: Schon im Jahr 1900 hatte sich der Rolls-Royce-Mitbegründer Charles Rolls ein Elektroauto zugelegt und war begeistert. Er wusste aber auch: Die Stromer sind erst dann sinnvoll, wenn es feste Ladestationen geben würde. Über 110 Jahre später ist das der Fall und die BMW-Tochter bringt mit dem Spectre ihr erstes Serien-Elektroauto auf den Markt. Dafür setzt man nicht etwa auf die Neue-Klasse-Architektur, sondern hat mit dem Aluminium-Spaceframe eine eigene Basis entwickelt. Die Batterie ist jedoch mit der des i7 verwandt und soll eine Reichweite von etwa 520 Kilometern ermöglichen. Angetrieben wird der Nobel-Stromer von zwei E-Motoren, die zusammen 585 PS leisten. Mit einem Preis von 318.500 Euro liegt der Spectre zwischen dem Cullinan und Phantom.  © Rolls-Royce

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„Flitterwochen mit dem E-Auto gehen zu Ende“: Rowan Atkinson wendet sich von Stromern ab

Fazit des „Mr. Bean“-Schauspielers: Die „Flitterwochen mit Elektroautos“ neigten sich dem Ende zu. Seine Lösung: Zum einen müsse man Wasserstoff und E-Fuels weiterentwickeln. Beide Technologien stehen noch ziemlich am Anfang. Zwar gibt es wenige Anbieter von Brennstoffzellenfahrzeugen (wie etwa BMW), allerdings ist die Infrastruktur noch sehr dünn. Und für synthetische Kraftstoffe hat etwa Porsche eine Pilotanlage in Chile gebaut, doch noch ist der Wirkungsgrad ein Problem – und die Preise für E-Fuels sind sehr hoch.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Der wichtigste Punkt von Rowan Atkinson ist jedoch relativ simpel: Man müsse weg vom „Fast Fashion“-Automobil und sein Verbrenner-Fahrzeug einfach sehr lange fahren. Früher seien Autos nach fünf Jahren schon derart durchgerostet gewesen, dass sie schon fast ein Fall für den Schrottplatz gewesen seien. Inzwischen könne man jedoch für rund 15.000 britische Pfund (umgerechnet rund 17.550 Euro, Stand Mitte Juni 2023) ein Auto bekommen, das bei „liebevoller Pflege“ 30 Jahre halte. Wenn man seinen Wagen über so einen langen Zeitraum fahre, würden die Emissionen erheblich reduziert.

Rubriklistenbild: © Future Image International/Imago

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