Öko-Test (09/2023)

Fischstäbchen im Test: Aldi-Produkt fällt mit „mangelhaft“ durch

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Öko-Test hat Fischstäbchen im September 2023 getestet. Das Ergebnis könnte besonders Kunden des Discounters Aldi Süd missfallen.

Hamm - Fischstäbchen sind knusprig, lecker und ihnen wird nachgesagt, dass sie sogar zu den gesünderen Lebensmitteln gehören. Öko-Test ist dem in der neuen September-Ausgabe (09/2023) auf den Grund gegangen und hat 19 Produkte getestet. Die Tester vergaben gleich sechsmal die Schulnote „gut“. Ein Produkt von Discounter Aldi Süd fiel hingegen negativ auf.

Fischstäbchen im Test: Produkt von Discounter Aldi kassiert „mangelhaft“

Fisch ist gesund - vermeintlich. Zwar wird mit dem Verzehr von Fischstäbchen eine ordentliche Menge Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und Jod aufgenommen. Da der Fisch allerdings paniert wird, werden unnötige Kohlenhydrate aufgenommen. Wohl dem, dem das völlig egal ist. Problematisch wird es nur dann, wenn Produkte mit krebsverdächtigen Fettschadstoffen belastet sind.

Gebratene Fischstäbchen - wie gesund sind sie?

Die Zubereitung ist für Haushalte einfach und schnell erledigt. Aus dem Tiefkühlfach herausgeholt sind sie innerhalb weniger Minuten im Backofen oder in der Pfanne servierfertig. Vom Frittiervorgang des Fisches vor dem Kauf der Fischstäbchen und sogar vom Fang der Tiere bekommen die Kunden in der Regel aber nichts mit. Genau dort setzt Öko-Test an und untersucht die Produkte zahlreicher Supermärkte und Discounter.

Der große Fischstäbchen-Test: Problematische Stoffe entdeckt

Negativ aufgefallen im Produkttest sind die Golden Seafood Fischstäbchen von Pickenpack Seafoods (Aldi Süd) und die Eismann Fischstäbchen (Eismann). In beiden Produkten wurden krebsverdächtige Fettschadstoffe festgestellt. Dabei handelt es sich um 3-MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureestern, die beim Erhitzen von pflanzlichen Frittierfetten entstehen. Landen diese im Magen-Darm-Trakt des Menschen, wandeln sich die Ester fast vollständig in 3-MCPD beziehungsweise Glycidol um.

Laut der internationalen Agentur für Krebsforschung gilt 3-MCPD als mögliches Humankarzinogen. Bei Versuchen mit Tieren führte dies zu Nierenschäden. So stellt Öko-Test heraus, dass allein der Verzehr von fünf der belasteten Fischstäbchen die Hälfte der festgelegten maximalen Tagesdosis eines 30 Kilo schweren Kindes ausschöpft. Die beiden Betroffenen Hersteller wehrten sich gegen den Test und legten ein Gegengutachten vor. Demnach würden die Produkte unterhalb der Abwertungsschwelle liegen.

Fischstäbchen im Test: Die Gewinner und Verlierer laut Öko-Test

Die Gewinner und Verlierer des Produkttests:

  • Ocean Sea 15 Fischstäbchen (Lidl): „gut“
  • 15 Fischstäbchen von Iglo: „gut“
  • Frosta 15 Fischstäbchen: „gut“
  • Golden Seafood Fischstäbchen 15 Stück (Aldi Süd): „mangelhaft“
  • Eismann Fischstäbchen 23 Stück (Eismann): „ungenügend“

Nicht nur die Inhaltsstoffe, auch die Fangmethode der Fische nahm Einfluss auf der Wertung im Produkttest. So wurde bei einigen Produkten bemängelt, dass die Fische nicht selten mit pelagischen Scherbrettnetzen gefangen werden. Dabei können empfindliche Korallen und Tiefseeschwammwälder zerstört werden. Nicht nur Fischstäbchen, auch vegane Nuggets wurden kürzlich getestet. Und auch isotonische Getränke wurden genauestens unter die Lupe genommen.

Rubriklistenbild: © Shotshop/IMAGO

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