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Sellerie schmeckt bitter – ist er noch essbar oder giftig? Experten klären auf

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Ob zum Dippen oder in der Suppe: Der würzige Staudensellerie ist aus der Küche nur schwer wegzudenken. Kann man ihn aber noch essen, wenn er äußerst bitter schmeckt?

Vielleicht ist Ihnen das auch schon passiert: Sie beißen in ein Stück Staudensellerie und sofort schmecken Sie eine Bitterkeit. Oftmals sogar eine so große, dass man sich fragt, ob das noch gesund sein kann. Denn bei Gurken gelten Bitterstoffe als giftig und machen diese dann ungenießbar. Kann man den bitteren Sellerie bedenkenlos essen – vorausgesetzt, dass man den Geschmack gerne mag?

Bitterstoffe im Sellerie geben Cocktails den Geschmackskick

Staudensellerie ist mit Blatt und Stiel essbar.

Stangen- oder Staudensellerie ist vom Blatt bis zum Stielansatz essbar. Und praktischerweise muss man das Gemüse nicht einmal schälen, daher ist es als schneller Snack zum Dip sehr beliebt. Normalerweise hat Sellerie eine leicht süßliche Note, die aber in manchen Fällen von einem drastisch bitteren Geschmack überdeckt wird – dies betrifft vor allem die Blätter.

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Sellerie hat schon vor Jahrhunderten den Weg in europäische Küchen gefunden. Damals schmeckte er als Wildform wesentlich bitterer als heute. Bei seinen Bitterstoffen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die Alkaloide.

Bitterstoffe an sich sind in unserer Ernährung gesund und wurden oftmals schon aus manchen Gemüsesorten wie Auberginen stark herausgezüchtet. Aber beispielsweise Artischocken, Chicorée und Grapefruits verleihen sie gerade das gewisse Etwas. Dies gilt auch für den sehr beliebten Selleriesaft und nicht zu vergessen den Einsatz des Sellerie-Bitters in Cocktails – hier reichen schon wenige Tropfen für den würzigen letzten Geschmackskick. Die Bitterstoffe regen die Magen- und Gallensaftproduktion an, unterstützen die Leber bei ihrer Arbeit und verhindern sogar Heißhungerattacken.

Experten erklären: Bitterer Sellerie ist nicht giftig

Aber was, wenn sie Überhand nehmen? Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale München erklärt gegenüber 24garten.de, dass Bitterstoffe stets als natürliches Warnsystem der Pflanze dienen, damit sie nicht von Fraßfeinden verzehrt wird. Bisher seien aber keine Vergiftungserscheinungen bekannt, die aus dem Verzehr von Staudensellerie folgen könnten. Und das Herauszüchten der Bitterstoffe aus manchen Gemüsesorten wie Sellerie führe letztendlich stattdessen zu einer Abnahme ihrer gesunden, positiven Eigenschaften.

Außerdem, so die Expertin, seien die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Kürbisgewächsen wie Zucchini oder Gurken auf die bitterschmeckenden Cucurbitacine zurückzuführen. Staudensellerie gehört aber zu einer anderen Pflanzenfamilie und enthält diese giftigen Inhaltsstoffe gar nicht.

Aus dem Garten: Zehn essbare Blüten für die Sommerküche

Bunte Blumen auf einer Wiese mit Kornblumen
Die blauen essbaren Blüten der Kornblume eignen sich gut zum Dekorieren verschiedener Speisen. Beim Pflücken im eigenen Garten sollten Hobbygärtner allerdings darauf achten, dass die Blüten sich gerade erst geöffnet haben. Dann ist das Aroma am intensivsten.  © Margit Wild/Imago
Lavendel-Strauch
Vom Lavendel sind neben den Blüten auch die Blätter essbar. Verwendet wird die duftende Blume dabei ähnlich wie Rosmarin. Dabei hat jede Sorte allerdings ihr ganz eigenes Aroma. Frisch oder getrocknet sollte Lavendel aufgrund seines starken Geschmacks nur sparsam in herzhaften und süßen Speisen verwenden.  © Bo Valentino/Imago
Filigrane Bärlauchblüten
Bärlauch und dessen Blüten können zu Beginn des Frühjahrs und Sommers an vielen Orten gesammelt werden. Gerade die zarten Bärlauchblüten sind dabei besonders aromatisch. Verarbeitet zu Pesto geben die Blüten Nudelgerichten eine frische Note. Vielseitig einsetzen lässt sich zudem ein Öl aus Bärlauchblüten.  © Rech/Imago
Löwenzahntee
Wer im Sommer gerne Salat isst, muss dazu nicht mal einkaufen gehen. Löwenzahnblüten bringen Abwechslung auf den Teller. Ergänzt werden kann der bunte Sommersalat dabei mit Pflücksalat, Rucola oder Spinat aus dem eigenen Garten.  © Madeleine_Steinbach/Imago
Es ist eine Wiese mit Margeriten zu sehen.
Die strahlend weißen Blüten der Margeriten eignen sich wunderbar als Dekoration. Herzhaften Gerichten wie Suppe geben die leicht bitteren Blumen darüber hinaus einen neuen Geschmack. Werde die Margeriten vor dem Kochen in ein warmes Salzwasserbad eingelegt, kann der Geschmack etwas gemildert werden.  © Wirestock/Imago
Pinke Rosenblüte
Rosenblüten sehen nicht nur toll aus, sondern helfen auch bei Kopfschmerzen. Oftmals werden für einen Tee aus Rosen nur die Blütenblätter genutzt. Gerade der Blütenansatz schmeckt in der Regel viel zu bitter.  © Südtirolfoto/Imago
Herstellung von Ringelblumen-Salbe aus Blüten
Ringelblumensalbe ist leicht selbst herzustellen und ein gutes Hausmittel gegen Hautprobleme wie Ekzeme. Besonders schön sehen Ringelblumen aus, wenn sie über grüne Salatblätter gestreut werden. Die Blütenblätter schmecken würzig und leicht bitter. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen ungespritzt sind. Es sollten zudem nur frisch gepflückte Blumen zum Einsatz kommen.  © imagebroker/Imago
Eine Sonnenblume im Garten. (Symbilbild)
Sonnenblumen können vielseitig in der Küche eingesetzt werden. Der Blütenboden kann beispielsweise ähnlich wie Artischocken zubereitet werden. Dazu müssen Gartenfreunde die Blüten vor der Verwendung lediglich vorsichtig waschen und trocken tupfen.  © Antoni halim/Imago
Selbstgemachter Holunderblüten Sirup
Ab Mai erblühen die Holundersträucher im Garten. Die Blüten des Holunderstrauchs sind dabei in Eiswürfeln und Cocktails im Sommer ein Hingucker. Holunderblüten sind allerdings besonders als Sirup oder Gelee beliebt. Die Produkte aus Holunderblüten lassen sich hervorragend in der Küche weiterverarbeiten.  © Weingartner-Foto/CHROMORANGE/Imago
Kapuzinerkresse (Nasturtium Tropaeolum majus)
Essbare Blumen wie die Kapuzinerkresse können Sie im Gemüsebeet, auf der Fensterbank oder auf dem Balkon anbauen. Eine Kräuterbutter lässt sich auch mit Kapuzinerkresse machen. Die Blüten bringen dabei die entsprechende Würze in verschiedene Gerichte.  © Emer/Imago

Dr. med. Tobias Zellner aus der Abteilung für klinische Toxikologie und dem Giftnotruf der Technischen Universität München bestätigt die Ungiftigkeit von Sellerie: „Staudensellerie ist immer essbar, es kann allerdings Allergien geben, diese haben aber nichts mit einer toxischen Wirkung zu tun. Eine Mengenbegrenzung beim Essen oder Trinken gibt es nicht.“

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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