VonAdrian Kilbschließen
Der Staat honoriert die Lebensleistung vieler Geringverdiener mit der Grundrente. Wie hoch der individuelle Rentenzuschlag bei Frauen und Männern 2024 ausfällt.
Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, können auf eine hohe Lebensleistung zurückblicken. Viele von ihnen haben oftmals allerdings nur vergleichsweise wenig verdient und deshalb trotz jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit lediglich eine geringe monatliche Rente im Alter. Für diese Personen wurde zum 1. Januar 2021 die Grundrente ins Leben gerufen. Im Durchschnitt kam für sie im Jahr 2024 eine ordentliche Geldsumme zusätzlich zur kleinen Rente zusammen – erstmals bekam mehr als die Hälfte der Anspruchsberechtigen sie tatsächlich ausgezahlt.
Mehr Geld im Alter durch Grundrente: Wie hoch der Rentenzuschlag ausfällt
Um den individuellen Grundrentenzuschlag zu erhalten, müssen die Senioren dafür eine Mindestzahl an Grundrentenzeiten erfüllen – zum Beispiel durch Pflichtbeitragszeiten aus einer Erwerbstätigkeit. Auch Zeiten während einer Krankheit oder Rehabilitation sowie der Wehr- und Ersatzdienst werden angerechnet – Jahre, in denen freiwillige Rentenbeiträge gezahlt wurden, allerdings nicht. Den vollen Grundrentenzuschlag bekommt, wer auf mindestens 35 Jahre Grundrentenzeiten erreicht. Ab 33 Jahren gibt es einen gestaffelten Zuschlag, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt.
Im Durchschnitt stieg die Netto-Rente 2024 dadurch um 97 Euro für die Begünstigten, wie das Rentenportal IhreVorsorge.de informiert. Männer erhielten einen Zuschlag von 78,98 Euro im Monat – 2023 waren es noch 76,43 Euro gewesen. Bei Frauen lag der Zuschlag bei durchschnittlich 104,24 Euro gegenüber 97,40 Euro im Jahr 2023, berichtet die Bild. Bei Hinterbliebenen fällt der Bonus am geringsten aus: Witwer erhielten durchschnittlich 56,34 Euro, Witwen 55,54 Euro.
Steuererklärung durch Grundrente: So wird der Rentenanspruch positiv beeinflusst
Wichtig zu wissen: Das Extra-Geld vom Staat erhält nur, wenn der durchschnittliche Verdienst während dieser Zeiten unter 80 Prozent des Durchschnittseinkommens aller Versicherten lag. Auf der anderen Seite muss der Arbeitslohn mindestens 30 Prozent des durchschnittlichen Gehalts der Erwerbstätigen betragen haben. Auch auf die Erwerbsminderungsrente und die Witwenrente wird der Bonus gezahlt.
Extra beantragen müssen die Ruheständler die Grundrente nicht. Er wird durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) geprüft und automatisch ausgezahlt. Allerdings kann eine freiwillige Steuererklärung den Anspruch auf Grundrente erhöhen oder sogar erst begründen. Abzugsfähige Kosten wie Krankheitskosten, außergewöhnliche Belastungen sowie Ausgaben für Handwerker, Spenden oder Kirchensteuer senken das zu versteuernde Einkommen und können damit den Anspruch auf den Grundrentenzuschlag positiv beeinflussen, informiert der Bund der Steuerzahler.
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