Individuelle Pferdehaltung

Haltung und Pflege: So schützen Sie Ihr Shetlandpony vor Hufrehe und anderen Risiken

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Shetlandponys sind robust, haben aber spezielle Ansprüche an Haltung und Pflege. Worauf es bei der Fütterung und Gesundheitsvorsorge besonders ankommt.

Shetlandponys sind mehr als nur niedlich und klein. Hinter ihrer vollen Mähne und den kurzen Beinen verbergen sich ein wacher Geist und ungeahnte Kräfte. Trotz ihrer Größe zählen sie zu den Starken – sie können das Doppelte ihres Körpergewichts ziehen, was im Verhältnis sogar mehr ist als bei Kaltblütern. Die kleinen Ponys haben eine lange Geschichte. Schon in prähistorischen Höhlenmalereien finden sich Darstellungen, die an das heutige Shetlandpony erinnern. Doch so widerstandsfähig diese Ponys auch sein mögen, sie haben besondere Ansprüche an Haltung und Pflege.

Artgerechte Haltung und Pflege

Aufgrund ihrer Herkunft von den rauen Shetlandinseln sind diese Ponys ideal für eine Offenstallhaltung geeignet. Regen, Wind und Kälte machen ihnen dank ihres dichten Winterfells nichts aus. Der Offenstall bietet nicht nur Schutz vor schlechtem Wetter, sondern auch die Möglichkeit, sich ausreichend zu bewegen, was für die Gesundheit der Tiere unerlässlich ist. Wichtig ist eine stabile und ponygerechte Umzäunung. Mehr über Shetlandponys erfahren Sie hier.

Shetlandponys kommen mit nur wenig Futter aus, bei saftigen Wiesen ist Vorsicht geboten. (Symbolbild)

Was das Shetlandpony zudem braucht

Gesellschaft ist für die kleinen Pferde ebenfalls von großer Bedeutung. Optimalerweise sollten sie mit Artgenossen ähnlicher Größe zusammenleben. Der Futterbedarf eines Shetlandponys ist gering, denn ein knappes Angebot sind sie von ihren ursprünglichen Weideflächen auf den Shetlandinseln gewohnt. Da Weiden hierzulande oft deutlich gehaltvoller sind, kann eine falsche Fütterung zu Übergewicht führen – und das birgt gesundheitliche Risiken.

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Die optimale und ausreichende Ernährung

Shetlandponys brauchen nur wenig Futter. In ihrer Heimat waren die Weiden karg, und so haben sie sich darauf spezialisiert, auch aus nährstoffarmen Gräsern genug Energie zu ziehen. Auf fetten, saftigen Weiden besteht die Gefahr, dass sie zu viel fressen, was Übergewicht und ernsthafte Krankheiten zur Folge haben kann. Eine ausgewogene Ernährung sollte daher überwiegend aus Heu und Mineralfutter bestehen.

Gesundheitliche Risiken und Prävention

Obwohl Shetlandponys als robust gelten und bei guter Pflege 30 bis 40 Jahre alt werden können, gibt es einige rassetypische Gesundheitsrisiken. Zu den häufigsten und ernsthaftesten Erkrankungen zählt die Hufrehe (Laminitis). Diese schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut tritt oft als Folge von falscher Fütterung auf – insbesondere durch zu kohlenhydratreiches Futter wie üppiges Gras. Doch Vorsicht, denn auch im Herbst steigt das Risiko, durch Fruktane im Weidegras an Hufrehe zu erkranken.

Die entzündete Lederhaut des Hufes ist für das Pony äußerst schmerzhaft und muss sofort behandelt werden. Um Hufrehe vorzubeugen, sollten Besitzer auf eine kalorienarme Ernährung achten und Ponys nur auf magere Weiden stellen. Ponys, die bereits an Hufrehe erkrankt sind, benötigen ein spezielles Futter und dürfen lebenslang nicht mehr auf gehaltvollen Wiesen stehen.

Hätten Sie‘s gewusst? Zehn faszinierende Pferde-Fakten

Nahaufnahme eines Pferdeauges.
Mit Rundumblick: Pferde haben fast eine 360-Grad-Sicht. Zu verdanken haben sie das ihren seitlich am Kopf platzierten Augen. Nur was sich direkt hinter ihnen und sehr nah an ihrem Körper befindet, können sie nicht sehen. Wenn sich ein Reiter auf ihren Rücken setzen darf, ist das ein riesiger Vertrauensbeweis, denn er befindet sich für das Pferd im toten Winkel. © IMAGO / Shotshop
Ein Fohlen liegt im Gras und schläft.
Keine Langschläfer: Pferde schlafen nur rund drei bis fünf Stunden am Tag, davon nur 20 Minuten am Stück. Wenn sie sich sicher fühlen, legen sie sich hin, wenn sie besonders sicher sind, sogar flach auf die Seite. Weil sie als Fluchttier stets auf der Hut sein müssen, können sie jedoch auch im Stehen schlafen. Dabei fixieren sie ihre Kniescheibe, um nicht umzufallen. ©  IMAGO / YAY Images
Ein Pferdeohr in Nahaufnahme.
Feine Lauscher: Pferde können ihre Ohren unabhängig voneinander bewegen. Das ermöglicht es ihnen, Geräusche präzise zu orten. Diese Eigenschaft ist enorm wichtig, um in der freien Natur zu überleben – ein Knacken im Gebüsch könnte ja ein Raubtier sein. Außerdem hören Pferde doppelt so gut wie ein Mensch. Schon kleinste Geräusche versetzen sie in den Fluchtmodus. Übrigens sind viele Pferde bei Wind nervös. Einerseits, weil dann viel herumflattert, andererseits, weil sie dann nicht mehr so gut hören können. © IMAGO / Depositphotos
Nahaufnahme eines braunen Pferdes mit hellem Halfter und kleinem Abzeichen.
Gutes Gedächtnis: Zehn Jahre lang können Pferde sich an komplexe Lösungsstrategien und Menschen erinnern. Das hat einst eine Studie aus Frankreich bewiesen. Außerdem haben französische Forscher herausgefunden, dass Pferde ihre Bezugspersonen sogar auf Fotos wiedererkennen. Ihr gutes Gedächtnis sicherte Pferden das Überleben in freier Wildbahn. © IMAGO / Panthermedia
Zwei Schimmel stehen auf der Weide und beknabbern sich gegenseitig.
Dicke Freunde: Pferde pflegen Freundschaften. Mögen sie einander, fressen, dösen und schlafen sie nah beieinander und beknabbern sich gegenseitig. Ein stabiles soziales Gefüge ist für Pferde überlebenswichtig. In freier Wildbahn bietet die Herde Schutz und sichert Ressourcen. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass Pferde die Fähigkeit zu sozialem Lernen haben, neue Dinge also lernen, indem sie sich den Lösungsweg von einem Artgenossen abschauen. © IMAGO / Panthermedia
Ein fuchsfarbenes Pferd steht auf der Weide und flehmt.
Spürnasen: Pferde können besser riechen als Hunde – das haben Wissenschaftler aus Tokio herausgefunden, indem sie die Gene für die Geruchsrezeptoren zählten. Beim Pferd sind es 1.066, beim Hund 811 und beim Menschen nur 396. Kein Wunder: Pferde müssen sich auf ihre Nase verlassen können, um zum Beispiel verdorbenes Futter oder ein nahendes Raubtier zu erkennen. Mit dem Jacobson’schen Organ können Pferde sogar spezielle Duftstoffe aus der Luft filtern, indem sie flehmen. Dabei ziehen sie die Oberlippe hoch und saugen die Luft ein. © IMAGO / Depositphotos
Ein braunes Pferd gähnt und man kann die Zähne sehen.
Mit Biss: Die Zähne des Pferdes wachsen dauerhaft nach. Der Grund: Pferde mahlen ihr Futter, dabei nutzen sich die Zähne ab. Damit sie nicht irgendwann komplett weggeraspelt sind, schieben sie permanent Stück für Stück weiter aus dem Zahnfach heraus. Weil Pferde heutzutage nicht mehr so viel raufaserreiches Futter fressen, müssen sie regelmäßig zum Zahnarzt, der die Zähne mit einer Feile kürzt. Pferdekenner können das Alter eines Pferdes übrigens anhand der Zähne einschätzen. © IMAGO / Panthermedia
Die Beine eines Sportpferdes mit Gamaschen und Streichkappen im Trab auf dem Reitplatz.
Aus Urzeiten: Pferde haben an den Innenseiten ihrer Beine einen kleinen Knubbel, die sogenannte Kastanie. Das ist ein kleines Stück Horn und war früher mal eine Zehe. Die Vorfahren des Pferdes lebten vor vielen Millionen Jahren und waren so klein wie ein Fuchs. Sie hatten noch keine Hufe, sondern Zehen. Die Kastanie ist ein Überbleibsel und nichts anderes als ein verkümmerter Zeh. Sie ist bei jedem Pferd einzigartig, genau wie der Fingerabdruck beim Menschen. © IMAGO / Dreamstime
Ein fuchsfarbenes Pferd wälzt sich auf der Weide.
Tolle Rolle: Pferde lieben es, sich zu wälzen. Fängt ein Pferd damit an, machen es die Herdenpartner häufig nach. Es ist ansteckend, wie das Gähnen beim Menschen. Meist wälzen Pferde sich, um Fellpflege zu betreiben oder weil sie sich wohlfühlen. Es kann aber auch Zeichen einer Kolik sein. Dann muss das Pferd schnellstmöglich zum Tierarzt. ©  IMAGO / Zoonar
Nahaufnahme einer Pferdenase, an der viele Tasthaare zu sehen sind.
Gefühlvoll: Die Tasthaare an Nüstern, Maul und Augen sind ein wichtiges Sinnesorgan – Pferde haben circa 50 davon. Mit ihnen können sie im Dunkeln „sehen“. So verhindern die Tasthaare, dass sie sich stoßen und helfen den Pferden, ihr Futter zu sortieren. Die Tasthaare zu kürzen oder gar abzuschneiden ist verboten. © IMAGO / Panthermedia

Ein weiteres Problem ist das Sommerekzem, eine allergische Reaktion auf Insektenstiche, die starken Juckreiz verursacht. Häufig betroffen sind der Mähnenkamm, die Schweifrübe und der Bauch. Das Pony reibt sich an diesen Stellen, was zu Haarausfall und Hautverletzungen führen kann. Ein Insektenschutz und entsprechende Pflegeprodukte können helfen, das Sommerekzem zu lindern.

Auch die Mauke, eine Hauterkrankung in der Fesselbeuge, tritt bei Shetlandponys aufgrund ihres dichten Fells häufiger auf. Steht das Pony auf feuchten Böden, kommt es leicht zu Hautirritationen. Die Behandlung erfolgt durch Reinigung der betroffenen Stellen und das Auftragen spezieller Salben. In hartnäckigen Fällen müssen die Haare in der Fesselbeuge geschnitten werden, um die Heilung zu unterstützen.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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