Haltung und Pflege: So schützen Sie Ihr Shetlandpony vor Hufrehe und anderen Risiken
VonLara-Sabrina Kiehl
schließen
Shetlandponys sind robust, haben aber spezielle Ansprüche an Haltung und Pflege. Worauf es bei der Fütterung und Gesundheitsvorsorge besonders ankommt.
Shetlandponys sind mehr als nur niedlich und klein. Hinter ihrer vollen Mähne und den kurzen Beinen verbergen sich ein wacher Geist und ungeahnte Kräfte. Trotz ihrer Größe zählen sie zu den Starken – sie können das Doppelte ihres Körpergewichts ziehen, was im Verhältnis sogar mehr ist als bei Kaltblütern. Die kleinen Ponys haben eine lange Geschichte. Schon in prähistorischen Höhlenmalereien finden sich Darstellungen, die an das heutige Shetlandpony erinnern. Doch so widerstandsfähig diese Ponys auch sein mögen, sie haben besondere Ansprüche an Haltung und Pflege.
Artgerechte Haltung und Pflege
Aufgrund ihrer Herkunft von den rauen Shetlandinseln sind diese Ponys ideal für eine Offenstallhaltung geeignet. Regen, Wind und Kälte machen ihnen dank ihres dichten Winterfells nichts aus. Der Offenstall bietet nicht nur Schutz vor schlechtem Wetter, sondern auch die Möglichkeit, sich ausreichend zu bewegen, was für die Gesundheit der Tiere unerlässlich ist. Wichtig ist eine stabile und ponygerechte Umzäunung. Mehr über Shetlandponys erfahren Sie hier.
Gesellschaft ist für die kleinen Pferde ebenfalls von großer Bedeutung. Optimalerweise sollten sie mit Artgenossen ähnlicher Größe zusammenleben. Der Futterbedarf eines Shetlandponys ist gering, denn ein knappes Angebot sind sie von ihren ursprünglichen Weideflächen auf den Shetlandinseln gewohnt. Da Weiden hierzulande oft deutlich gehaltvoller sind, kann eine falsche Fütterung zu Übergewicht führen – und das birgt gesundheitliche Risiken.
Shetlandponys brauchen nur wenig Futter. In ihrer Heimat waren die Weiden karg, und so haben sie sich darauf spezialisiert, auch aus nährstoffarmen Gräsern genug Energie zu ziehen. Auf fetten, saftigen Weiden besteht die Gefahr, dass sie zu viel fressen, was Übergewicht und ernsthafte Krankheiten zur Folge haben kann. Eine ausgewogene Ernährung sollte daher überwiegend aus Heu und Mineralfutter bestehen.
Gesundheitliche Risiken und Prävention
Obwohl Shetlandponys als robust gelten und bei guter Pflege 30 bis 40 Jahre alt werden können, gibt es einige rassetypische Gesundheitsrisiken. Zu den häufigsten und ernsthaftesten Erkrankungen zählt die Hufrehe (Laminitis). Diese schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut tritt oft als Folge von falscher Fütterung auf – insbesondere durch zu kohlenhydratreiches Futter wie üppiges Gras. Doch Vorsicht, denn auch im Herbst steigt das Risiko, durch Fruktane im Weidegras an Hufrehe zu erkranken.
Die entzündete Lederhaut des Hufes ist für das Pony äußerst schmerzhaft und muss sofort behandelt werden. Um Hufrehe vorzubeugen, sollten Besitzer auf eine kalorienarme Ernährung achten und Ponys nur auf magere Weiden stellen. Ponys, die bereits an Hufrehe erkrankt sind, benötigen ein spezielles Futter und dürfen lebenslang nicht mehr auf gehaltvollen Wiesen stehen.
Hätten Sie‘s gewusst? Zehn faszinierende Pferde-Fakten
Ein weiteres Problem ist das Sommerekzem, eine allergische Reaktion auf Insektenstiche, die starken Juckreiz verursacht. Häufig betroffen sind der Mähnenkamm, die Schweifrübe und der Bauch. Das Pony reibt sich an diesen Stellen, was zu Haarausfall und Hautverletzungen führen kann. Ein Insektenschutz und entsprechende Pflegeprodukte können helfen, das Sommerekzem zu lindern.
Auch die Mauke, eine Hauterkrankung in der Fesselbeuge, tritt bei Shetlandponys aufgrund ihres dichten Fells häufiger auf. Steht das Pony auf feuchten Böden, kommt es leicht zu Hautirritationen. Die Behandlung erfolgt durch Reinigung der betroffenen Stellen und das Auftragen spezieller Salben. In hartnäckigen Fällen müssen die Haare in der Fesselbeuge geschnitten werden, um die Heilung zu unterstützen.