Pony-Superstar

Klein, mutig und begabt: Das Shetlandpony ist ein wahrer Champion unter den Pferden

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Shetlandponys sind nur winzig und süß? Falsch! Hinter der frechen Mähne verbirgt sich ein aufgeweckter Verstand voller Einfälle.

Es ist leicht, auf das Shetlandpony hinabzusehen. Denn es ist so klein und niedlich, dass es kaum als richtiges Pony oder gar Pferd gelten kann. Für viele ist es daher ein Einstiegspony für Anfänger – und kein Pferd für Profis. Das tut dem Shetty ganz und gar unrecht. Nicht nur, dass Shetlandponys sehr schlau und robust sind. Sie sind die stärksten Pferde, denn sie können das Doppelte ihres Körpergewichts ziehen (und damit im Verhältnis deutlich mehr als Kaltblutpferde). Außerdem gelten sie als die „Aristokraten unten der Ponys“: Ihre Ahnenlinie lässt sich weit zurückverfolgen. Und sogar auf alten Höhlenmalereien lassen sich Pferde entdecken, die aussehen wie die Shettys.

Shetlandponys schauen auf eine lange Geschichte zurück

Nördlich von Schottland, zwischen Norwegen und den Färöer-Inseln, liegen die Shetlandinseln. Hier sind die Shettys zu Hause. Wie sie auf die Inseln kamen, ist ungewiss. Früheste Funde weisen nach, dass sie bereits um 500 vor Christus dort lebten. Vor etwa 1000 Jahren brachten die Wikinger und Normannen Lofoten-Ponys aus Norwegen mit, die sich mit den Shetlandponys kreuzten. Davon abgesehen haben sich die kleinen Ponys allerdings kaum verändert. Schon lange gelten sie als fleißige Arbeitstiere. Im Zuge der Industrialisierung verschwanden sie allerdings vom Feld unter die Erdoberfläche – unter Tage lösten sie als Grubenpferde die Kinderarbeit ab. In Deutschland sind sie dagegen schon lange als Zoo- und Zirkuspferde beliebt. Dafür war eine athletischere Version des Arbeitstieres gefragt: Das Deutsche Part-Bred Shetland Pony sowie das American Shetland Pony sind etwas langbeiniger. Original Shetlandponys werden seit Ende des 19. Jahrhunderts gezielt gezüchtet. Den Anfang machte Lord Londonderry auf seinem Gestüt. Seit 1890 gibt es das sogenannte Stutbuch der Shetland Pony Stud Book Society.

Klein, frech, schlau: So sind Shetlandponys.

Aussehen und Merkmale des Shetlandponys

Signifikant für das Shetlandpony ist sein kleiner, gedrungener Körper. Laut Stutbuch dürfen Shettys maximal 107 Zentimeter groß werden. Doch es geht sogar noch kleiner: Tiere bis 87 Zentimeter Schulterhöhe gehören zu den Mini-Shetlandponys.

Shetlandpony

Herkunft: Shetlandinseln

Größe: Stockmaß bis 107 Zentimeter, Miniatur-Shetlandponys bis 87 Zentimeter

Körperbau: klein und muskulös, kurze Beine

Kopf: große Augen, kleine Ohren, kleines Maul

Fell: dichtes Fell im Winter, dichte Mähne, die ins Gesicht hängt

Fellfarbe: alles erlaubt, außer Tigerschecken (diese kommen aber beim Deutschen Part-Bred Shetlandpony vor)

Lebenserwartung: 30–40 Jahre

Kosten: 500–2.000 Euro

Klein, aber vielseitig: So setzen Sie das Shetlandpony ein

Bevor Sie sich eins zulegen, fragen sich viele Pony-Liebhaber: Sind Shetlandponys zum Reiten geeignet? Die Antwort lautet: jein. Shettys sind durchaus gelehrige Reitponys, die mehr tragen können, als man ihnen ansieht. Aufgrund ihrer Größe ist die Auswahl an möglichen Reitern aber eingeschränkt. Grundsätzlich können sie je nach Statur und Kondition ein Gewicht bis zu 60 Kilo tragen. Damit ist das Shetlandpony auch für zierliche Erwachsene zum Reiten geeignet. Die meisten älteren Reiter werden jedoch eher auf ein größeres Pony umsteigen, da ihre Beine für ein Shetty einfach zu lang sind. Dennoch sind Shetlandponys gut für Kinder geeignet, die reiten lernen.

Auch wenn das Shetlandpony als Reitpferd nicht mehr infrage kommt, ist es kein reines Weidenpony. Das wäre ihm auch viel zu langweilig. Shettys sind sehr neugierig und wollen beschäftigt werden. Sie sind gut geeignet als Fahr- und Kutschpferd, zum Beispiel im Trabrennen mit Sulky. Man sieht es ihnen nicht an, aber Shettys können fast das Doppelte ihres Körpergewichts ziehen. Sie eignen sich auch gut für die Freizeitdressur, denn die kleinen Ponys haben Spaß daran, Kunststücke zu lernen. Mini-Shettys eignen sich hingegen, ähnlich wie Falabellas, zum Blindenpony.

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Was Sie bei der Haltung eines Shetlandponys beachten sollten

Die Pflege und Haltung von Shetlandponys ist im Grunde einfach, denn sie haben keine großen Ansprüche. Alles, was das Shetty will, ist Bewegung und Anregung. Ein Offenstall ist daher perfekt geeignet. Kälte und widriges Wetter machen ihm nichts aus. Wichtig ist ihm, dass es gute Freunde um sich hat. Ein Shetlandpony sollte daher immer mit anderen Ponys, am besten in seiner Größe, zusammen gehalten werden. Bedenken Sie nur bei der Shetty-Weide, dass ein Zaun in normaler Größe kein Hindernis für geschickte Ausbrecher ist. Sie krabbeln einfach unter der untersten Latte durch. Passen Sie Gitter daher an ihre Größe an.

Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Was frisst ein Shetty?

Auf den Shetlandinseln finden die Ponys nur karges Futter – und das reicht ihnen auch. In der Regel ist Raufutter aus Gras und Heu ausreichend. Sehr sportliche Ponys brauchen vielleicht eine kleine Ration Kraftfutter. Auch Mineralfutter passen Sie individuell an. Achten Sie darauf, dass Ihr Pony nicht zu viel an Gewicht zulegt.

Typische Krankheiten von Shetlandponys

Shetlandponys sind sehr robust. Für diese Krankheiten sind Shettys jedoch anfällig:

Häufiger Probleme bekommen sie in der Regel, wenn sie übergewichtig sind.

Rubriklistenbild: © K-P Wolf/IMAGO

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