Gesundheitliche Gefahren

Temu, Shein und AliExpress: Experten warnen – Diese Risiken lauern beim Online-Shopping

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Bei Billig-Marktplätzen wie Temu, Shein, AliExpress und Co. gibt es Schnäppchen-Preise zum Abwinken. Doch das Geschäft hat auch seine Schattenseiten.

München – Von Kleidung bis Schmuck über elektronische Geräte: Zu Dumpingpreisen bieten Online-Shops wie Temu, Shein und AliExpress eine zahllose Produktpalette an. Zusätzlich locken die Anbieter noch mit hohen Rabatten. Doch hinter den vermeintlichen Schnäppchen verbergen sich auch zahlreiche Risiken.

Handelsverband warnt vor Billig-Shops: Diese Probleme können bei der Bestellung auftreten

Die Anbieter der Billigshops, die allesamt ihren Ursprung in China haben, kassieren mit ihrer Verkaufsstrategie Milliarden-Gewinne. Nach Angaben des Handelsverbands Österreich lag der weltweite Umsatz allein von Shein im vergangenen Jahr bei über 25 Milliarden Euro. Etwa ein Viertel davon sei in Europa erwirtschaftet worden.

Bekanntheit erlangten Temu, Shein und AliExpress durch Werbeanzeigen bei Instagram, Tiktok und Co. Damit gewinnen sie die Aufmerksamkeit von vor allem jungen Nutzern. Der Handelsverband warnte allerdings vor den asiatischen eCommerce-Plattformen. Es habe immer wieder Probleme mit der Produktsicherheit, Produktfälschungen sowie Falschdeklarationen gegeben. Das hätten auch Testbestellung bei Plattformen wie AliExpress des Verbandes gezeigt.

Temu, Shein und AliExpress: Shops „ziehen eine Müllstraße quer über den Planeten“

Auch in Sachen Nachhaltigkeit ist der Handelsverband nicht überzeugt. „Plattformen wie AliExpress, Temu oder der Ultra-Fast-Fashion-Anbieter Shein ziehen eine Müllstraße quer über den Planeten bis nach Österreich, ihr Geschäftsmodell hat fatale Auswirkungen auf die Umwelt“, sagte der österreichische Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer Erklärung. So landen jedes Jahr Tausende Tonnen an unverkauften Billigklamotten in der Atacama-Wüste in Chile, weil sie für die städtischen Deponien zu giftig sind.

Bei Billig-Marktplätzen wie Temu, Shein und AliExpress lauern auch einige Gefahren für Verbraucher.

Dabei würden die Online-Shops nicht nur Datenschutzvorgaben missachten. Laut Greenpeace lauern hinter den Produkten auch gesundheitliche Gefahren. 15 Prozent der von der Umweltorganisation ins Labor geschickten Artikel von Shein waren mit schädlichen Substanzen verunreinigt.

Verbraucherschützen warnen deshalb immer wieder vor den asiatischen Shops. Testbestellungen des WDR-Magazins „Servicezeit“ bei Temu zeigten, die mangelnde Qualität vieler Waren, nicht erhaltene oder durch den Transport beschädigte Sendungen. Zudem fehlten bei elektronischen Geräten oft die CE-Kennzeichnung. Dieses ist normalerweise ein Hinweis darauf, dass die Anforderungen zu Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz in der EU gewährleistet werden. Als der Online-Händler Shein auf dem Gelände einer bayerischen Hochschule einen Stand aufbaute, hagelte es prompt Kritik.

Temu nimmt Stellung zu den Vorwürfen. Das Unternehmen verfüge „über strenge Überwachungs- und Qualitätskontrollsysteme, um sicherzustellen, dass die Händler die Regeln der Plattform einhalten“, teilte eine Sprecherin gegenüber IPPEN.MEDIA mit. Sowohl Produkte als auch Verkäufer, die gegen die Richtlinien verstoßen, würden vom Verkauf ausgeschlossen werden. Zudem würde Temu mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit in der EU sicherstellen, alle Anforderungen zu erfüllen. Produkte ohne CE-Kennzeichnung seien inzwischen aus dem Verkauf genommen worden. Das Unternehmen wies außerdem darauf hin, großen Wert auf den Schutz der Privatsphäre der Kunden zulegen.

Wie Temu, Shein und AliExpress der Wirtschaft schaden

Schädlich ist der Einkauf bei Temu, Shein und Co. aber auch für die heimische Wirtschaft. Die Billigshops würden immer wieder Steuerschlupflöcher nutzen. So hat etwa der Billig-Shop Temu laut Impressum seinen Sitz in Irland. Zudem fallen Zollgebühren erst bei einem Sachwert von 150 Euro an, was Dank der günstigen Preise nur bei Großbestellungen erreicht werden kann.

„Es braucht endlich eine faire Besteuerung, damit für den Händler ums Eck dieselben Regeln gelten wie für die digitalen Giganten“, forderte deshalb Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch. Gerade mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft empfiehlt der Handelsverband, regional einzukaufen und so Händler aus der Region zu unterstützen. Dabei wollen laut einer Umfrage viele Menschen in diesem Jahr weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben.

Rubriklistenbild: © Shingo Tosha/imagi

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