„Fleximan“ sägt in Italien reihenweise Blitzer um: Viele im Netz stilisieren den Täter zum Helden
VonSebastian Oppenheimer
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Ein Unbekannter hat in Italien bereits zwölf Blitzer umgesägt. Medien betiteln ihn als „Fleximan“ – in sozialen Medien wird er vielerorts zum Helden hochgejubelt.
Dass Tempolimits im Straßenverkehr in aller Regel die Verkehrssicherheit erhöhen sollen, interessiert nicht jeden Autofahrer. Immer wieder ziehen Radarfallen den Zorn von unbelehrbaren Rasern auf sich: Da werden schon mal Blitzer zugeparkt, umgeworfen oder gar in die Luft gesprengt. Manchmal wird gleich eine ganze Welle der Gewalt gegen Geschwindigkeitsmessanlagen losgetreten– so wie vor einiger Zeit in Toronto in Kanada. Auch in Norditalien werden nun reihenweise Blitzer „ausgeschaltet“. Der Täter wird in den sozialen Medien für sein Handeln vielerorts gefeiert.
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Italienische Polizei jagt „Fleximan“: Möglicherweise handelt es sich auch um mehrere Täter
„Fleximan“ haben die italienischen Medien einen bislang Unbekannten getauft, der in dem Land seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Noch ist aber nicht sicher, ob es sich wirklich um eine einzelne Person handelt – möglicherweise sind es auch mehrere Täter, die sich an den Blitzern zu schaffen machen.
Vermutlich mit einem Winkelschleifer (auch „Flex“ genannt) sägt der inzwischen von der Polizei Gejagte reihenweise Masten um, auf denen Radarfallen angebracht sind. Medienberichten zufolge achtet der Täter offenbar darauf, dass die Anlagen selbst möglichst unbeschädigt bleiben und „nur“ der Mast abgesägt wird. Auf Bildern der „umgelegten“ Anlagen ist teilweise zu sehen, dass beispielsweise die Kabel, die durch den Mast führen, noch intakt sind.
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Zwölf Blitzer-Anlagen „umgelegt“ – was dem Täter nun droht
Laut dem Südttiroler Portal stol.it hat der Täter inzwischen bereits 12 Blitzeranlagen außer Gefecht gesetzt. Dem Bericht zufolge drohen „Fleximan“ bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Haft.
Gefeierter „Fleximan“: „Der Held, den wir verdienen und brauchen“
Die Artikel zu den Blitzer-Attacken in Norditalien werden in den sozialen Medien reichlich kommentiert. Unter einem Beitrag der Corriere della Sera auf Facebook über „Fleximan“ hat beispielsweise jemand geschrieben: „Der Held, den wir verdienen und brauchen!“. Ein anderer meint: „Früher war mein Held Superman, jetzt ist es nur noch Fleximan.“ Neben unzähligen Danksagungen und Glückwünschen an den Radarfall-Säger, gibt es vereinzelt auch Kritik: Nicht nur an den Taten von „Fleximan“, sondern auch an denjenigen, die den (oder die) Täter zum Helden stilisieren. Immer wieder weisen Nutzer auch darauf hin, wie gefährlich überhöhtes Tempo im Straßenverkehr ist.
Bürgermeister einer Gemeinde verteidigt Radarfallen: „dienen der Verkehrssicherheit“
Ebenfalls zugeschlagen hatte „Fleximan“ in Martignana di Po. Wie Alexander Gozzi, Bürgermeister der norditalienischen Gemeinde, laut Il Mattino und stol.it betonte, seien die Einnahmen der Radarfallen keineswegs ein Mittel, um leere Kassen zu füllen – sie dienten der Verkehrssicherheit.
Wer sich als Autofahrer gegen Blitzer schützen will, hat einige Optionen – viele davon sind zumindest in Deutschland aber illegal. Blitzer-Warnapps beispielsweise dürfen weder vom Fahrer noch vom Beifahrer genutzt werden. Die einfachste Lösung, um kein Bußgeld wegen überhöhter Geschwindigkeit zu kassieren, lautet immer noch: sich einfach als Tempolimit halten.