Anschlagsserie auf Radarfallen

„Fleximan“ sägt in Italien reihenweise Blitzer um: Viele im Netz stilisieren den Täter zum Helden

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Ein Unbekannter hat in Italien bereits zwölf Blitzer umgesägt. Medien betiteln ihn als „Fleximan“ – in sozialen Medien wird er vielerorts zum Helden hochgejubelt.

Dass Tempolimits im Straßenverkehr in aller Regel die Verkehrssicherheit erhöhen sollen, interessiert nicht jeden Autofahrer. Immer wieder ziehen Radarfallen den Zorn von unbelehrbaren Rasern auf sich: Da werden schon mal Blitzer zugeparkt, umgeworfen oder gar in die Luft gesprengt. Manchmal wird gleich eine ganze Welle der Gewalt gegen Geschwindigkeitsmessanlagen losgetreten– so wie vor einiger Zeit in Toronto in Kanada. Auch in Norditalien werden nun reihenweise Blitzer „ausgeschaltet“. Der Täter wird in den sozialen Medien für sein Handeln vielerorts gefeiert.

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Italienische Polizei jagt „Fleximan“: Möglicherweise handelt es sich auch um mehrere Täter

„Fleximan“ haben die italienischen Medien einen bislang Unbekannten getauft, der in dem Land seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Noch ist aber nicht sicher, ob es sich wirklich um eine einzelne Person handelt – möglicherweise sind es auch mehrere Täter, die sich an den Blitzern zu schaffen machen.

Vermutlich mit einem Winkelschleifer (auch „Flex“ genannt) sägt der inzwischen von der Polizei Gejagte reihenweise Masten um, auf denen Radarfallen angebracht sind. Medienberichten zufolge achtet der Täter offenbar darauf, dass die Anlagen selbst möglichst unbeschädigt bleiben und „nur“ der Mast abgesägt wird. Auf Bildern der „umgelegten“ Anlagen ist teilweise zu sehen, dass beispielsweise die Kabel, die durch den Mast führen, noch intakt sind.

Spektakuläre Streifenwagen: Die coolsten Polizeiautos aus aller Welt

Alpine A110 S der Gendarmerie
Platz 12 – Alpine A110 (Frankreich): Hinter das Lenkrad der Alpine A110 würden sich wohl viele Polizisten gerne setzen – 26 Exemplare des Mittelmotor-Sportlers hat das französische Innenministerium im Jahr 2021 bestellt. Fahren dürfen den Flitzer mit der schicken Lackierung aber nur die Kollegen der schnellen Eingreiftruppe „équipes rapides d’intervention“. Unter dem „Gendarmerie“-Schriftzug findet sich übrigens das „Motto“ der französischen Polizei: „Notre engagement, votre sécurité“ – etwas frei übersetzt heißt das soviel wie „unser Einsatz dient Ihrer Sicherheit“.  © Sebastian Geisler/Imago
Ein Audi R8 der Polizei von Dubai
Platz 11 – Audi R8 (Dubai): Die Polizei in Dubai ist für ihre spektakulären Streifenwagen weltweit bekannt. Auch ein Audi R8 der zweiten Generation gehört zum Fuhrpark des Emirats. Der Zehnzylinder des Ingolstädter Boliden leistet mindestens 540 PS, in stärkeren Varianten sogar mehr als 600 PS. Trotzdem ist der R8 unter all den exotischen Supersportwagen in Dubai schon fast nichts besonders mehr. © ZUMA Press/Imago
Ein Toyota Crown der japanischen Polizei
Platz 10 – Toyota Crown (Japan): Andere Länder, andere Polizeiautos: In Japan kommt bei den Beamten unter anderem der Toyota Crown zum Einsatz. Hierzulande kennt die Limousine kaum jemand, denn in Europa war dem Crown kein Erfolg beschieden – weshalb er wieder vom Markt verschwand. Mit den steil designten Polizei-Supersportwagen anderer Länder kann der Japaner natürlich nicht mithalten – aber seine sehr elegante Lackierung macht das locker wieder wett. © Sven Simon/Imago
Ein BMW i3 Streifenwagen der Polizei in München
Platz 9 – BMW i3 (Deutschland): Ein BMW i3 in Polizeilackierung? Das gab es hierzulande ab dem Jahr 2015. In mehreren Städten (wie hier in München) wurde getestet, ob der bayerische Stromer als Streifenwagen taugt. Doch bei den Beamten fiel der i3 am Ende durch. Gründe sollen vor allem der zu geringe Platz im Innenraum sowie die niedrige Reichweite von nur rund 160 Kilometern gewesen sein. © Smith/Imago
Ein Lamborghini Gallardo der italienischen Polizei
Platz 8 – Lamborghini Gallardo (Italien): Nicht nur in Dubai sind exotische Supersportler im Dienste der Polizei unterwegs – auch in Italien. Bereits im Jahr 2004 bereicherte ein bis zu 300 km/h schneller Lamborghini Gallardo den Fuhrpark der „Polizia“. Selbstverständlich ausgerüstet mit Blaulicht und Sirene. © eyevisto/Imago
Ein Lamborghini Huracan der italienischen Polizei
Platz 7 – Lamborghini Huracan (Italien): Der Gallardo ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, weshalb mit einem neueren Modell nachgelegt wurde. Seit 2017 bereichert auch ein Lamborghini Huracan den Fuhrpark der italienischen Polizei. Unter anderem wird der Supersportler für Organtransporte eingesetzt. Und für solch eiliges Gut ist es sicherlich der richtige Wagen: Mindestens 580 PS leistet der verbaute V10 – das reicht locker für Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h. © Independent Photo Agency/Imago
Ein Porsche 924 in Polizei-Lackierung
Platz 6 – Porsche 924 (Deutschland): Keine Frage: Dieser Porsche 924 ist nicht mehr im Dienst – war er aber tatsächlich einmal. Anfang der 1980er-Jahre setzte Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg den Stuttgarter Sportwagen ein. Zuvor war der 924 auch von Beamten in anderen Bundesländern getestet worden. Witzig wirkt aus heutiger Sicht vor allem das am linken Seitenfenster montierte Blaulicht.  © Revierfoto/Imago
Ein Bentley Continental GT der Polizei von Dubai
Platz 5 – Bentley Continental GT (Dubai): Ein Bentley Continental GT als Streifenwagen? Gibt’s! Natürlich in Dubai, wo bekanntermaßen eine ganze Flotte an Supersportwagen im Polizeidienst unterwegs ist. Nur wenige Temposünder dürften diesem W12-Boliden entkommen: Seine 575 PS beschleunigen den Briten auf bis zu 320 km/h. © Jan Huebner/Imago
Ein Tesla Model X der schweizer Polizei
Platz 4 – Tesla Model X (Schweiz): In Basel entschied man sich schon relativ früh für den Einsatz von Elektroautos im Polizeidienst: Bereits im Jahr 2018 wurden mehrere Tesla Model X angeschafft. Für Schlagzeilen sorgte allerdings vor allem eine Panne im Jahr 2022: Als Beamte mit dem Wagen einen Radler stellen wollten, blockierten die Türen – die Polizisten waren in dem Tesla gefangen. © Geisser/Imago
Ein Maserati der Polizei von Abu Dhabi
Platz 3 – Maserati GranTurismo (Abu Dhabi): Wer an ein Polizeiauto denkt, sieht vor seinem geistigen Auge vermutlich wohl keinen Maserati. Doch tatsächlich gibt es einen solchen Streifenwagen – und zwar in Abu Dhabi. Dort dürfen Polizisten mit einem Maserati GranTurismo auf Verbrecherjagd gehen – mit einer Leistung von mindestens 405 PS: © Imaginechina/Imago
Ein Ferrari FF der Polizei von Dubai
Platz 2 – Ferrari FF (Dubai): Spritverbrauch spielt im Emirat Dubai keine wirklich große Rolle – deswegen gehört natürlich auch ein Ferrari zum Polizei-Fuhrpark. Der FF mobilisiert aus seinem V12-Motor stabile 660 PS – und ist maximal 335 km/h schnell. Bei einer Verfolgungsjagd hat der Gegner also wohl kaum eine Chance. © Jan Huebner/Imago
Ein Ferrari der tschechischen Polizei
Platz 1 – Ferrari 458 Italia (Tschechien): Was ist billiger als kaufen? Richtig: Beschlagnahmen. Die tschechische Polizei hat Kriminellen einen Ferrari 458 Italia abgenommen – und kurzerhand zum Polizeiauto umgerüstet. Unter anderem soll der italienische Supersportler für die Jagd auf Autobahn-Temposünder eingesetzt werden. Neu kostete der 458 Italia mindestens rund 200.000 Euro – deshalb dürfen sich auch angeblich nur speziell ausgebildete Beamte hinter das Lenkrad des bis zu 324 km/h schnell Boliden klemmen. © Cover-Images/Imago

Zwölf Blitzer-Anlagen „umgelegt“ – was dem Täter nun droht

Laut dem Südttiroler Portal stol.it hat der Täter inzwischen bereits 12 Blitzeranlagen außer Gefecht gesetzt. Dem Bericht zufolge drohen „Fleximan“ bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Haft.

Gefeierter „Fleximan“: „Der Held, den wir verdienen und brauchen“

Die Artikel zu den Blitzer-Attacken in Norditalien werden in den sozialen Medien reichlich kommentiert. Unter einem Beitrag der Corriere della Sera auf Facebook über „Fleximan“ hat beispielsweise jemand geschrieben: „Der Held, den wir verdienen und brauchen!“. Ein anderer meint: „Früher war mein Held Superman, jetzt ist es nur noch Fleximan.“ Neben unzähligen Danksagungen und Glückwünschen an den Radarfall-Säger, gibt es vereinzelt auch Kritik: Nicht nur an den Taten von „Fleximan“, sondern auch an denjenigen, die den (oder die) Täter zum Helden stilisieren. Immer wieder weisen Nutzer auch darauf hin, wie gefährlich überhöhtes Tempo im Straßenverkehr ist.

„Fleximan“ haben italienische Medien einen Unbekannten getauft, der reihenweise Radarfallen umsägt. (Symbolbild)

Bürgermeister einer Gemeinde verteidigt Radarfallen: „dienen der Verkehrssicherheit“

Ebenfalls zugeschlagen hatte „Fleximan“ in Martignana di Po. Wie Alexander Gozzi, Bürgermeister der norditalienischen Gemeinde, laut Il Mattino und stol.it betonte, seien die Einnahmen der Radarfallen keineswegs ein Mittel, um leere Kassen zu füllen – sie dienten der Verkehrssicherheit.

Wer sich als Autofahrer gegen Blitzer schützen will, hat einige Optionen – viele davon sind zumindest in Deutschland aber illegal. Blitzer-Warnapps beispielsweise dürfen weder vom Fahrer noch vom Beifahrer genutzt werden. Die einfachste Lösung, um kein Bußgeld wegen überhöhter Geschwindigkeit zu kassieren, lautet immer noch: sich einfach als Tempolimit halten.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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