VonRobin Dittrichschließen
In Italien sollen die Bußgelder für Verkehrsdelikte deutlich steigen. Für die Nutzung des Handys beim Fahren wird es besonders teuer.
München – Der italienische Ministerrat hat am 18. September einen Gesetzentwurf für eine strengere Straßenverkehrsordnung gebilligt. Damit sollen vor allem die Bußgelder im Straßenverkehr in Italien steigen. Vor allem Autofahrerinnen und Autofahrer, die beim Fahren telefonieren, müssen künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen.
Diese Straßenverkehrsdelikte sollen in Italien bald teuer werden
Laut Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini war die neue Straßenverkehrsordnung mit teilweise deutlich höheren Strafen dringend nötig geworden, da es auf den Straßen zu viel zu vielen Todesfällen kommt, die auch kleine Kinder betreffen, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Bis zum Ende des Jahres soll der Gesetzesentwurf endgültig verabschiedet werden. Wie offizielle Daten von Istat, dem italienischen Statistikamt, zeigen, starben im vergangenen Jahr rund 3159 Menschen in Italien, knapp zehn Prozent mehr als noch im Vorjahr.
Vor allem die Fälle, in denen durch eine Ablenkung einem anderen Fahrzeug die Vorfahrt genommen, eine rote Ampel überfahren oder eine erhöhte Geschwindigkeit gefahren wurde, stiegen um 15 Prozent. Um diesen Trend zu stoppen, will die Regierung „null Toleranz für diejenigen zeigen, die unter Drogen oder betrunken Auto fahren“, berichtet Ansa. Wer schon einmal verurteilt wurde, soll verpflichtend einen sogenannten „Alcolock“ ins Auto gebaut bekommen. Liegt der Blutalkoholspiegel über null, kann der Motor dann nicht mehr gestartet werden. In Italien wurde zuletzt auch die Anzahl der Blitzer deutlich erhöht.
Diese Bußgelder im Straßenverkehr sollen in Italien bald steigen
Besonders teuer soll es auch für Autofahrer werden, die beim Fahren mit dem Handy telefonieren. Bisher lagen die Strafen dafür zwischen 165 und 660 Euro. Die neuen Strafen liegen teils dreimal so hoch wie die bisherigen: zwischen 422 und 1697 Euro. Dazu kommt ein Führerscheinentzug von zwischen 15 Tagen und zwei Monaten – bereits ab dem ersten Verstoß. Wer innerhalb von zwei Jahren nochmal straffällig wird, muss den Führerschein mindestens drei Monate abgeben und fast 2600 Euro zahlen. In Deutschland stiegen die Bußgelder in diesem Jahr ebenfalls an.
Zum Entzug des Führerscheins kommt es auch bei gefährlichem Fahren, einer Falschfahrt, dem Überfahren einer roten Ampel oder Falschfahren auf der Autobahn. Bis zu drei Jahre kann der Führerschein entzogen werden, wenn unter Drogeneinfluss Auto gefahren wird. Ebenfalls Änderungen soll es bei Geschwindigkeitsüberschreitungen geben. Dort sollen die Bußgelder in den schwersten Fällen verdreifacht werden. Für deutsche Urlauber kann ein Italien-Urlaub deshalb besonders teuer werden. Auch in anderen europäischen Ländern drohen hohe Bußgelder für Vergehen im Straßenverkehr. (rd)
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