Auch unspezifische Symptome

Hinweise für Demenz: Elf Anzeichen können die geistige Erkrankung ankündigen

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Verlust des Geruchssinns, Depressionen und mehr: auch unspezifische Symptome können auf eine angehende Demenz hindeuten. Welche Risikofaktoren Sie beeinflussen können.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken – das fortschreitende Alter ist ein entscheidender Faktor für die Entstehung der Krankheit. Aber nicht nur das Älterwerden und eine genetische Veranlagung sind ausschlaggebend, auch Lebensumstände und bestimmte Risikofaktoren können erheblich zur Entwicklung von Demenz und Alzheimer beitragen.

Demenz frühzeitig erkennen

Zur Früherkennung werden bestimmte Tests wie der Mini-Mental-Status-Test und der Uhrentest in der Diagnostik eingesetzt.

Symptome einer angehenden Demenz

Persönlichkeitsveränderungen mit gereizter Stimmung und aggressivem Verhalten stehen mit einer beginnenden Demenz in Zusammenhang.

Es gibt verschiedene Hinweise, die auf eine potenzielle Demenz hindeuten können. Dazu gehören auch Symptome, die man zunächst nicht mit Demenz assoziieren würde, wie beispielsweise der Verlust des Geruchssinns oder eine Depression, laut einer Studie. Des Weiteren zeigen sich bei vielen Betroffenen folgende Beschwerden oder Auffälligkeiten:

  1. Intensives Träumen und ein gestörter Schlaf schon Jahre vor der tatsächlichen Erkrankung können auf eine mögliche Demenz hinweisen. Die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der Menschen heftig träumen und sich dabei bewegen, könnte ein Indikator für Gehirnerkrankungen sein, die etwa 15 Jahre später auftreten. Ein 80 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson wird bei diesen Menschen vermutet.
  2. Wahrnehmungsstörungen, die bis zu Halluzinationen reichen, können ebenfalls ein Frühsymptom von Demenz sein, insbesondere bei der Lewy-Körper-Demenz. Es kann für Betroffene schwierig werden, Bilder, Farben, Kontraste und räumliche Dimensionen zu erkennen. Auch das Erkennen von vertrauten Gesichtern kann beeinträchtigt sein, sodass beispielsweise eine fremde Person plötzlich als die eigene Mutter wahrgenommen wird.
  3. Vergesslichkeit und Unaufmerksamkeit zählen zu den typischen Symptomen. Betroffene können sich plötzlich wichtige Termine nicht mehr merken und müssen ihren Alltag mit Gedächtnisstützen und Erinnerungsnotizen organisieren. Sie vergessen, beispielsweise den Herd auszuschalten, lassen den Schlüssel in der Haustür stecken und verlegen Gegenstände an ungewöhnliche Orte. Auch das Zuordnen von Namen zu bekannten Gesichtern kann schwierig werden. Im Gegensatz zu normalen kognitiven Veränderungen, bei denen Namen oder Verabredungen kurzfristig vergessen, aber später oft wieder erinnert werden, ist die Vergesslichkeit im Zusammenhang mit einer beginnenden Demenz anders.
  4. Eine zunehmende Verwirrung, die sich in einem gestörten Urteilsvermögen äußert, ist ein weiteres Anzeichen für Demenz. Betroffene wählen ihre Kleidung nicht mehr dem Wetter entsprechend aus und möchten zum Beispiel an warmen Tagen Winterstiefel oder eine Mütze tragen.
  5. Depression und Demenz stehen in Wechselwirkung miteinander. Menschen, die an Depressionen leiden, haben ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Umgekehrt sind Menschen mit Demenz bis zu 50 Prozent häufiger von depressiven Phasen betroffen, die von Schlafstörungen und Appetitlosigkeit begleitet werden.
  6. Persönlichkeitsveränderungen, wie eine gereizte Stimmung und aggressives Verhalten, können ebenfalls auf eine beginnende Demenz hinweisen. Menschen, die bisher sanftmütig waren, zeigen plötzlich starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund und reagieren übertrieben, aufbrausend und feindselig, selbst gegenüber vertrauten Menschen.
  7. Ein Verlust des Geruchssinns und ein damit verbundenes vermindertes Geschmacksempfinden, ähnlich wie bei Parkinson, können ebenfalls auf eine sich entwickelnde Demenz hinweisen.
  8. Menschen, die an Demenz erkranken, entwickeln zunehmend Schwierigkeiten, einer Unterhaltung zu folgen und aktiv an einem Gespräch teilzunehmen. Sie verlieren im Gespräch oft den Faden, wiederholen Sätze, haben Wortfindungsschwierigkeiten und verwenden unpassende Füllwörter.
  9. Schlafstörungen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus sind häufig Begleiterscheinungen einer Demenzerkrankung. Betroffene können oft abends nicht einschlafen, sind nachts sehr unruhig und irren zum Teil umher.
  10. Sich nicht mehr gut orientieren und zurechtfinden können, selbst an bisher gewohnten Orten, ist ebenfalls ein typisches Symptom. Auch Zeitabstände können nicht mehr richtig eingeordnet werden, beispielsweise, welches Kalenderjahr aktuell ist.
  11. Menschen, die eine Demenz entwickeln, zeigen zunehmend kognitive Schwierigkeiten. Komplexere Aufgaben, wie das Berechnen von Wechselgeld, das Ausfüllen von Formularen und das Lesen von Rezepten, fallen ihnen schwer.

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Tipps für ein Leben mit Demenzkranken: Warum Angehörige Aggressionen nicht persönlich nehmen sollten

Junger und ältere Mann spielen Schach
Die Diagnose Demenz ist ein Schock für alle Familienmitglieder. Wichtig ist, dass sich besonders die Menschen, die dem Betroffenen nahe stehen, weitestgehend über das Krankheitsbild informieren. So können alle Beteiligten den Prozess der Erkrankung und die damit verbundenen Veränderungen besser einordnen. Denn Veränderungen kommen zwangsläufig bei Demenz auf die Familie zu. Daher ist es auch wichtig, Gewohnheiten der Betroffenen und Dinge, die sie gerne tun, so lange wie möglich aufrecht zu halten. Sei es das geliebte Schachspiel mit dem Enkelsohn, der Stammtisch mit Freunden oder die wöchentlichen Chorproben – was es auch ist, das Ihrem an Demenz erkranktem Familienmitglied Freude bereitet, unterstützen Sie es darin, solange es geht. © Cavan Images/Imago
Familie am Tisch beim Essen
So groß an manchen Tagen der Kummer und die Traurigkeit über das erkrankte Familienmitglied – die Oma, der Opa, der Papa oder die Mama – sein mag, umso wichtiger ist es, dass die Familie näher zusammenrückt und die kleinen Freuden im Alltag sucht. Lenken Sie Ihren Nahestehenden so gut es geht ab, achten Sie jedoch auf einen gleichbleibenden Tagesablauf mit geregelten Abläufen, Mahlzeiten und wenig Überforderung. Schaffen Sie so gut es geht eine entspannte und vertraute Umgebung, in der Sie laute Geräusche vermeiden. Zu viele und belastende Aktivitäten können Menschen mit Demenz verunsichern und nicht selten sogar aggressiv machen. © Monkey Business 2/Imago
Vater und Sohn
So schwer es im Trubel des Alltags sein kann, nehmen Sie sich Zeit für ruhige Momente mit dem Betroffenen. Achten Sie auf eine klare und sanfte Ansprache sowie Körperkontakt durch beispielsweise Hände berühren, über den Rücken streicheln oder in den Arm nehmen – das kann auch beruhigen. Hören Sie zu und sprechen sowie argumentieren Sie auf der Gefühlsebene mit Ihrem Nahestehenden, der an Demenz erkrankt ist, so fühlt sich dieser verstanden, zum Beispiel, „Das macht Dich jetzt ganz unruhig“, „Ich sehe, Du bist jetzt richtig ärgerlich“ oder „Du fühlst Dich ganz alleingelassen, richtig.“ Beginnen Sie ein Gespräch am besten immer mit einer wertschätzenden Aussage, „Das hast Du jetzt richtig gut gemacht“, wie die Alzheimer Gesellschaft e. V. empfiehlt, das schafft vonseiten des an Demenz-Ekrankten Vertrauen, reduziert Ängste sowie Unsicherheiten. © Monkey Business 2/Imago
Frau sitzt mit Mann auf einer Bank
Wichtig und so gut es geht: Bleiben Sie als Angehöriger eines an Demenz-erkrankten Familienmitglieds gelassen. Beziehen Sie die Aggressionen und Gefühlsschwankungen nicht auf sich persönlich. Das Verhalten und die Situation sind sehr belastend, doch letztlich sind es die typischen Symptome der Erkrankung, die Einfluss auf das Wesen des Betroffenen haben. Sobald Sie merken, dass Sie an Ihre Grenzen kommen, suchen Sie sich Hilfe, über den Hausarzt und entsprechende Beratungsstellen. © Monkey Business 2/Imago
Mann streitet mit Frau
Versuchen Sie im Alltag Auseinandersetzungen, Streit und schlechte Stimmung zu vermeiden. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, argumentieren häufig in ihrer eigenen Welt, folgen einer anderen Logik und lassen sich nur schwer mit Gegenargumenten überzeugen. Das kann mitunter auch zu schweren Aggressionen den Mitmenschen gegenüber und Kurzschlussreaktionen führen. Lösen Sie als Angehöriger hingegen den Konflikt über Ablenkung, indem Sie ein neues Thema anreißen oder etwas ganz „Banales“ ansprechen. © xfizkesx/Imago
Älterer erwachsener Männchen steht hinter einer traurigen älteren erwachsenen Frau
Versuchen Sie auch in schwierigen Situation und Gesprächen Verständnis aufzubringen und geduldig zu sein. Ihre nahestehende Person verhält sich nicht aus einer Absichtshaltung heraus so. Menschen, die an Demenz erkranken, reagieren häufig nicht mehr verstandesmäßig, vielmehr impulsiv und unkontrolliert. Häufig sind es Ängste, Überforderung, Stress und Unsicherheit, die zu dem aggressiven Verhalten führen. Bleiben Sie unbedingt ruhig, sprechen Sie deutlich und langsam sowie in einfachen, kurzen Sätzen. Wiederholen Sie das Gesagte und geben Sie den Betroffenen ausreichend Zeit zu reagieren. © imageBROKER/Andy Dean/Imago
Ältere Frau mit Mann
Als gesunde Angehörige können Sie Ihrem erkrankten Familienmitglied Orientierung geben. Äußern Sie, wo nötig, Anweisungen, und zwar in einzelnen Schritten hintereinander. Stellen Sie Fragen, die der Erkrankte möglichst einfach, zum Beispiel mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann. Vermeiden Sie W-Fragen wie zum Beispiel, „Wie?“, „Wieso?“, „Warum?“, „Wann?“ – das kann schnell zur Überforderung beitragen. Setzen Sie im Verlauf der Erkrankung auf Hilfsmittel wie gut lesbare Hinweisschilder, beispielsweise an den Schubladen, einen Kalender mit dem aktuellen Datum und wichtigen Mitteilungen, große Uhren im Zuhause oder letztlich einen Rollator für bessere Mobilität. Suchen Sie immer wieder den Kontakt zu Ihrem geliebten Vertrauten, das gibt ihm Sicherheit. © Lisa F. Young/Imago
Junge Frau mit älterer Frau am Computer
Unterstützen Sie den Betroffenen in seinen Aktivitäten, wo sinnvoll. Aufgaben wie Einkäufe, Bank-Überweisungen oder anderes können auch gemeinsam getätigt werden, oder Sie als Angehöriger übernehmen es ab einem bestimmten Zeitpunkt der voranschreitenden Demenz-Erkrankung für Ihren Nächsten. Wichtig ist dabei, dass Sie dies erklären und ankündigen, wenn Sie bei Aufgaben unterstützen wollen oder diese übernehmen. So fühlt sich Ihr Familienmitglied weniger bevormundet. © gulliver20 via imago-images.de/Imago
Enkelin und Großmutter schauen ein Fotoalbum an
Unterstützen Sie das Langzeitgedächtnis Ihres Nahestehenden durch positive Dinge: Schauen Sie in der Familie regelmäßig Fotos an, sprechen Sie oft über schöne Erlebnisse aus der Vergangenheit, so lassen sich so lange wie möglich positive Gefühle bei den Demenz-Betroffenen hervorrufen. © imagebroker/Imago
Person schließt Haustür ab
So hart es zunächst in der Vorstellung sein mag, so wichtig kann es zur Gefahrenreduzierung auch sein: Menschen, die gerade an einer vorangeschrittenen Demenz leiden, verlieren zunehmend die Orientierung. Das kann auch dazu führen, dass sie einfach das Zuhause verlassen und irgendwohin laufen. Daher sollten Sie am besten immer die Haustür von innen absperren, wenn Sie mit Ihrem Nächsten zu Hause sind, und auch andere Familienmitglieder darüber unterrichten, dass diese Gleiches tun. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass mögliche Stolperquellen im Haus oder der Wohnung reduziert werden, um die Unfall- und Verletzungsgefahr zu reduzieren. Menschen mit Demenz verlieren zusehends ihr Zeitgefühl, stehen nicht selten nachts auf und wandeln umher. © sarahdoow/Imago

Risikofaktoren für Demenz: Vorsicht bei Schwerhörigkeit und Kopfverletzungen

Abgesehen von genetischen Ursachen gibt es auch weitere, unterschiedliche Risikofaktoren, die eine Demenz begünstigen können. Dazu zählen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Soziale Isolation
  • Unbehandelte Schwerhörigkeit
  • Bewegungsmangel
  • Luftverschmutzung
  • Geringe Bildung in jungen Jahren
  • Depression
  • Hirnverletzungen

Ärzte empfehlen, Kopfverletzungen durch Stöße und Stürze möglichst zu vermeiden. Selbst geringfügige Schäden können sich summieren und das Gehirn belasten.

Eine Schwerhörigkeit sollte möglichst frühzeitig behandelt werden, da diese unter Experten als größter beeinflussbarer Risikofaktor für Demenz gilt.

Auch hat sich gezeigt, dass hoher Blutdruck eine wichtige Ursache bei vielen Demenzerkrankungen darstellt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © marcus/Imago

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