Hinweise für Demenz: Elf Anzeichen können die geistige Erkrankung ankündigen
VonNatalie Hull-Deichsel
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Verlust des Geruchssinns, Depressionen und mehr: auch unspezifische Symptome können auf eine angehende Demenz hindeuten. Welche Risikofaktoren Sie beeinflussen können.
Es gibt verschiedene Hinweise, die auf eine potenzielle Demenz hindeuten können. Dazu gehören auch Symptome, die man zunächst nicht mit Demenz assoziieren würde, wie beispielsweise der Verlust des Geruchssinns oder eine Depression, laut einer Studie. Des Weiteren zeigen sich bei vielen Betroffenen folgende Beschwerden oder Auffälligkeiten:
Intensives Träumen und ein gestörter Schlaf schon Jahre vor der tatsächlichen Erkrankung können auf eine mögliche Demenz hinweisen. Die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der Menschen heftig träumen und sich dabei bewegen, könnte ein Indikator für Gehirnerkrankungen sein, die etwa 15 Jahre später auftreten. Ein 80 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson wird bei diesen Menschen vermutet.
Wahrnehmungsstörungen, die bis zu Halluzinationen reichen, können ebenfalls ein Frühsymptom von Demenz sein, insbesondere bei der Lewy-Körper-Demenz. Es kann für Betroffene schwierig werden, Bilder, Farben, Kontraste und räumliche Dimensionen zu erkennen. Auch das Erkennen von vertrauten Gesichtern kann beeinträchtigt sein, sodass beispielsweise eine fremde Person plötzlich als die eigene Mutter wahrgenommen wird.
Vergesslichkeit und Unaufmerksamkeit zählen zu den typischen Symptomen. Betroffene können sich plötzlich wichtige Termine nicht mehr merken und müssen ihren Alltag mit Gedächtnisstützen und Erinnerungsnotizen organisieren. Sie vergessen, beispielsweise den Herd auszuschalten, lassen den Schlüssel in der Haustür stecken und verlegen Gegenstände an ungewöhnliche Orte. Auch das Zuordnen von Namen zu bekannten Gesichtern kann schwierig werden. Im Gegensatz zu normalen kognitiven Veränderungen, bei denen Namen oder Verabredungen kurzfristig vergessen, aber später oft wieder erinnert werden, ist die Vergesslichkeit im Zusammenhang mit einer beginnenden Demenz anders.
Eine zunehmende Verwirrung, die sich in einem gestörten Urteilsvermögen äußert, ist ein weiteres Anzeichen für Demenz. Betroffene wählen ihre Kleidung nicht mehr dem Wetter entsprechend aus und möchten zum Beispiel an warmen Tagen Winterstiefel oder eine Mütze tragen.
Depression und Demenz stehen in Wechselwirkung miteinander. Menschen, die an Depressionen leiden, haben ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Umgekehrt sind Menschen mit Demenz bis zu 50 Prozent häufiger von depressiven Phasen betroffen, die von Schlafstörungen und Appetitlosigkeit begleitet werden.
Persönlichkeitsveränderungen, wie eine gereizte Stimmung und aggressives Verhalten, können ebenfalls auf eine beginnende Demenz hinweisen. Menschen, die bisher sanftmütig waren, zeigen plötzlich starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund und reagieren übertrieben, aufbrausend und feindselig, selbst gegenüber vertrauten Menschen.
Ein Verlust des Geruchssinns und ein damit verbundenes vermindertes Geschmacksempfinden, ähnlich wie bei Parkinson, können ebenfalls auf eine sich entwickelnde Demenz hinweisen.
Menschen, die an Demenz erkranken, entwickeln zunehmend Schwierigkeiten, einer Unterhaltung zu folgen und aktiv an einem Gespräch teilzunehmen. Sie verlieren im Gespräch oft den Faden, wiederholen Sätze, haben Wortfindungsschwierigkeiten und verwenden unpassende Füllwörter.
Schlafstörungen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus sind häufig Begleiterscheinungen einer Demenzerkrankung. Betroffene können oft abends nicht einschlafen, sind nachts sehr unruhig und irren zum Teil umher.
Sich nicht mehr gut orientieren und zurechtfinden können, selbst an bisher gewohnten Orten, ist ebenfalls ein typisches Symptom. Auch Zeitabstände können nicht mehr richtig eingeordnet werden, beispielsweise, welches Kalenderjahr aktuell ist.
Menschen, die eine Demenz entwickeln, zeigen zunehmend kognitive Schwierigkeiten. Komplexere Aufgaben, wie das Berechnen von Wechselgeld, das Ausfüllen von Formularen und das Lesen von Rezepten, fallen ihnen schwer.
Risikofaktoren für Demenz: Vorsicht bei Schwerhörigkeit und Kopfverletzungen
Abgesehen von genetischen Ursachen gibt es auch weitere, unterschiedliche Risikofaktoren, die eine Demenz begünstigen können. Dazu zählen:
Bluthochdruck
Diabetes
Starkes Übergewicht (Adipositas)
Rauchen
Alkoholkonsum
Soziale Isolation
Unbehandelte Schwerhörigkeit
Bewegungsmangel
Luftverschmutzung
Geringe Bildung in jungen Jahren
Depression
Hirnverletzungen
Ärzte empfehlen, Kopfverletzungen durch Stöße und Stürze möglichst zu vermeiden. Selbst geringfügige Schäden können sich summieren und das Gehirn belasten.
Eine Schwerhörigkeit sollte möglichst frühzeitig behandelt werden, da diese unter Experten als größter beeinflussbarer Risikofaktor für Demenz gilt.
Auch hat sich gezeigt, dass hoher Blutdruck eine wichtige Ursache bei vielen Demenzerkrankungen darstellt.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.