Hund legt Herrchen für Leckerlis herein – seine Verletzung am Bein ist gar nicht echt
VonSina Eberhardt
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Hund Piper hat einen besonderen Trick, um an Leckerlis zu kommen. Vor seinem Herrchen tut er einfach so, als wäre sein Bein verletzt. Mit Erfolg.
Konsequent zu bleiben, ist nicht immer leicht – gerade in der Hundeerziehung. Schaut der Vierbeiner einen mit großen Augen an, gibt es schon mal das ein oder andere Leckerli mehr. Eine Schwäche für die treuherzigen Blicke seines Haustiers hat auch Besitzer Dennis Gerard. Sobald Hund Piper lieb schaut und sein Pfötchen hebt, ist es um ihn geschehen. Bis Dennis einen Versuch startet, um seinem Vierbeiner das Hundeverhalten abzugewöhnen.
Besitzer verbündet sich mit der Tierärztin – „Es ist Zeit, ihm eine Lektion zu erteilen“
Wie er sein Herrchen „um die Pfote wickelt“, weiß Hund Piper ganz genau. Das rechte Bein heben, wehleidig schauen und kurz warten – dann rückt Herrchen meist schon die Leckerlis heraus. Das Prinzip ist simpel, aber genial, und funktioniert schon seit ein einigen Jahren. Damals ist der Rüde in eine Biene getreten. Zum Trost gegen den schmerzhaften Stich gab Dennis Gerard seinem Vierbeiner ein paar Hundekekse. Seitdem tut Piper immer wieder so, als wäre seine Pfote verletzt – mit Erfolg.
„Natürlich bin ich das schwächste Glied und gebe ihm Leckerlis, um sein Verhalten zu verstärken. Es ist ein Teufelskreis“, gesteht sich Dennis Gerard gegenüber The Dodo ein. Schließlich hat der US-Amerikaner eine Idee: „Es ist Zeit, ihm eine Lektion zu erteilen.“ Also verbündet er sich mit dem Team der Tierarztpraxis, das Piper für gewöhnlich betreut. „Ich habe die Tierärztin gebeten, seine Beine zu untersuchen. Sie hat gerne mitgespielt“, erzählt der Besitzer in dem Video.
Hund zittert am ganzen Körper – Besitzer fühlt sich „ziemlich schuldig“
Wie sein Hund darauf reagiert, hält er in einem Video fest, das er auf seinem Instagram-Kanal pipersdad3 teilt. Bei seinem Vorhaben ist Dennis aber schon etwas mulmig zumute. Denn bei ihm meldet sich das schlechte Gewissen. „Ihr seht, ich fühle mich ziemlich schuldig für das, was mit ihm passieren wird“, verrät er in dem Clip. In der Praxis angekommen, bestätigt sich sein Gefühl. Im Behandlungszimmer zittert Piper am ganzen Körper.
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User kritisiert Handlung des Herrchens – „unverdienter Stress“ für Piper
Trotzdem ist sich Dennis Gerard sicher: „Manchmal muss der Vater ein Machtwort sprechen, damit das Hündchen sein Bein senkt.“ Der Meinung sind allerdings nicht alle Menschen. „Das ist ein Scherz, oder? Du hast dem Hund unverdienten Stress gemacht und ihn so erschreckt, dass er gezittert hat – nur um ihm eine Lektion zu erteilen?“, hinterfragt ein User kritisch. Und tatsächlich ist es fraglich, ob die „Lektion“ einen Trainingseffekt für Piper hat, weil es keine direkte Verbindung zwischen unerwünschten Verhalten und der „Strafe“ gibt.
Das Wort „Strafe“ ist in unserem Sprachgebrauch sehr negativ behaftet. Doch Strafe kann für Hunde auch schon einfaches Ignorieren sein. Hundetrainer sprechen dabei von einer „negativen Verstärkung“. In dem Fall wird ein unerwünschtes Verhalten, bei Piper das Heben der Pfote, vom Besitzer ignoriert.
Menschen im Netz sind begeistert von Piper – „Großartiger Schauspieler“
Den Großteil der Community scheint die erzieherische Maßnahme des Hundebesitzers aber nicht zu stören. Sie sind einfach nur begeistert von der Klugheit des Hundes. Unter dem Video kommentieren sie:
„😂 Er hat die Beine getauscht!!! 😂“
„Großartiger Schauspieler. Bringt ihn in Filmen unter!“
„Hast du wirklich eine Tierarztgebühr bezahlt, um Piper eine Lektion zu erteilen? 😂 Armer Welpe.“
„Warum möchtest du, dass er aufhört? Das ist die süßeste Sache aller Zeiten. Was für ein Partytrick.“
„Aua, mein Bein. Warte, warte. Es ist dieses... ja. Das hier. Au, mein Bein. ❤️🩹“
„Seine Klugheit hat ihn in Schwierigkeiten gebracht, wie es scheint. 🤣❤️“