Sie möchten einen Hund aus dem Tierheim adoptieren, statt beim Züchter zu kaufen? Wir zeigen, wie der Prozess abläuft und worauf Sie unbedingt achten sollten.
Deutsche Tierheime sind so überlastet wie noch nie. Viele Hunde landen reihenweise im Tierheim. Wer heute auf der Suche nach einem vierbeinigen Begleiter ist, tut mit einer Adoption daher etwas Gutes. Doch wie läuft dieser Prozess eigentlich ab?
1. Hund aus dem Tierheim: Die Suche und der erste Kontakt
Wenn Sie einen Hund adoptieren möchten, schauen Sie am besten zunächst auf die Internetseite des lokalen Tierheims. Hier finden Sie meist Kontaktmöglichkeiten und die Adresse. Außerdem können Sie sich schon mal durch die Fotos der vorhandenen Tiere klicken. Doch Achtung: Die begehrten Hunde können die Heime meist so schnell vermitteln, dass sie gar nicht erst einen Internet-Steckbrief erstellen. Schauen Sie also am besten persönlich im Tierheim vorbei. Sprechen Sie mit den Angestellten über ihre Wünsche und Vorstellungen. Danach können Sie dann in regelmäßigen Abständen nochmal nachfragen, ob ein für Sie passendes Tier hinzugekommen ist.
2. Einen Hund adoptieren: Das gegenseitige Kennenlernen
Wenn Sie einen potenziellen Kandidaten gefunden haben, wird es Zeit, sich gegenseitig zu beschnuppern. „Das Kennenlernen ist extrem wichtig“, betont Dr. Eva-Maria Natzer, Leiterin des Münchner Tierheims, „Wir legen Wert darauf, dass die Interessenten mehrfach ins Tierheim kommen und sich mit dem Tier beschäftigen. Zum Beispiel Gassi gehen, Zeit mit ihm verbringen, vielleicht auch mal einen kleinen Ausflug machen.“ Wenn Sie ein gutes Gefühl haben, können Sie den Hund dann für ein, zwei Wochen mit nach Hause nehmen. So können Sie vor der Adoption herausfinden, ob das Tier zu Ihnen passt oder nicht.
Informieren Sie sich auch über die Vorgeschichte des Tieres. Leider wurden manche Heimtiere von ihren Vorbesitzern misshandelt, ausgesetzt oder anderweitig traumatisiert. So ein Tier aufzunehmen, ist edel. Dann sollten Sie jedoch genug Erfahrung mit Hunden haben und sich bewusst sein, was für eine Aufgabe Sie übernehmen. Hier informieren und beraten Sie die Angestellten des Tierheims gerne. „Wir achten natürlich auch darauf, dass wir keine verhaltensauffälligen Tiere an Personen vermitteln, die nicht die entsprechende Erfahrung haben“, versichert Dr. Natzer.
3. Einen Tierheimhund aufnehmen: Das Vermittlungsgespräch
Wenn Sie sich für eine Adoption entschieden haben, prüft das Tierheim zunächst, ob Sie für die Hundehaltung geeignet sind. „Wir führen dann ein längeres Vermittlungsgespräch“, erklärt Dr. Natzer, „Dabei interessiert uns zunächst, wo das Tier gehalten werden soll. Ist dort genügend Platz vorhanden? Wie viele Personen leben in dem Haushalt und wie oft sind diese unterwegs? Würde das Tier also oft allein sein müssen? Wie sehen die Möglichkeiten zum Gassigehen aus? Ist der Vermieter einverstanden?“
Außerdem sollten Sie natürlich die finanziellen Verpflichtungen stemmen können. Denn die hören nicht mit der Anschaffung auf: Für Futter, Hundesteuer und Tierarztkosten können übers Jahr gerechnet durchaus stattliche Summen zusammenkommen.
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4. Vermittlung eines Tierheimhundes: Die Schutzgebühr
Wenn das Tierheimpersonal grünes Licht gibt, dürfen Sie den Hund bei sich aufnehmen. Dafür müssen Sie den entsprechenden Vertrag unterzeichnen und eine Schutzgebühr bezahlen. Diese liegt meist bei etwa 300 Euro, kann bei kranken oder verhaltensauffälligen Tieren jedoch auch günstiger sein. Die Gebühr finanziert nur einen sehr geringen Teil der Tierheimkosten und dient vor allem dazu, unüberlegte Anschaffungen von Hunden zu verhindern.
5. Die Nachkontrolle
Nach der Vermittlung hört die Aufsichtspflicht des Tierheims jedoch nicht sofort auf. So erklärt Dr. Natzer: „In den ersten drei bis vier Monaten nach Vertragsabschluss gibt es stets einen unangekündigten Besuch von unserem Nachkontrolleur. Der schaut sich das Tier nochmal an und prüft, ob es gut gehalten wird. Außerdem steht der Kollege natürlich für Fragen zur Verfügung und kann helfen, falls es zum Beispiel gesundheitliche oder andere Probleme gibt.“
Gerne können Sie auch von sich aus weiter Kontakt mit dem Tierheim halten. Meistens freuen sich die Mitarbeiter über Fotos und regelmäßige Updates von ihren Schützlingen. Das stärkt auch das Vertrauen in Sie als Hundehalter oder Hundehalterin.