Blähton clever nutzen

Nicht nur für Hydrokulturen: Wie Sie Blähton geschickt im Garten einsetzen

Blähton eignet sich nicht nur für Hydrokulturen. Die Tonkügelchen sind in vielen Situationen praktische Helfer für Gartenfreunde. Hier kommen fünf clevere Tipps.

Blähton ist vor allem bekannt durch seinen Einsatz in Hydrokulturen. Doch auch wenn Sie natürliche Erde als Pflanzmedium bevorzugen, kann das vielseitige Material in Ihrem Garten hilfreich sein.

Was ist Blähton?

Blähton eignet sich wunderbar als Drainageschicht in Töpfen.

Blähton wird aus Ton hergestellt, der mit feinen organischen Bestandteilen versetzt ist. Beim Brennen des Tons verbrennt das organische Material und bläht den Ton um das Fünffache auf. Das Material hat also unzählige Poren im Inneren und ist dadurch besonders leicht. Die Oberfläche der so entstandenen Kügelchen ist jedoch fest geschlossen. Deshalb kann Blähton kaum Wasser und Nährstoffe aufnehmen, halten oder wieder abgeben. Entlang der rauen Hülle der Kügelchen wirken jedoch Kapillarkräfte, mit deren Hilfe Wasser entgegen der Schwerkraft nach oben steigen kann. Das macht sie äußerst nützlich für Gartenfreunde.

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Vor- und Nachteile von Blähton

Gut gespülter Blähton in Pflanzqualität hat viele Vorteile, selbst wenn Sie ihn nur als Zuschlagstoff für Ihr eigentliches Pflanzmedium nutzen. Blähton …

  • ist rein natürlichen Ursprungs.
  • verrottet nicht und ist witterungsbeständig.
  • ist steril und schimmelt nicht.
  • sackt auch unter jahrelanger Belastung nicht zusammen.
  • sorgt für eine lockere Struktur in der Erde und hilft bei der Belüftung.

Diese Eigenschaften machen Blähton auch jenseits von Hydrokulturen zu einem hilfreichen Werkzeug für Hobbygärtner. Günstiger Blähton hat jedoch oft einen zu hohen Salzgehalt und manchmal sogar einen völlig unpassenden pH-Wert für die Pflanzenzucht. Achten Sie beim Kauf also unbedingt auf diese beiden Faktoren. Greifen Sie am besten zu Produkten, die speziell für die Hydrokultur entwickelt wurden – auch wenn Sie die Kügelchen auf andere Weise verwenden. Um überschüssige Salze und andere Verschmutzungen loszuwerden, spülen Sie die Tonkügelchen vor dem ersten Verwenden am besten gut durch. Zum Beispiel in einem Küchensieb unter dem Wasserhahn. Fünf Möglichkeiten, um Blähton einzusetzen:

Blähton als Drainage in Pflanzgefäßen

Mit Blähton sorgen Sie am Boden von Töpfen und Blumenkästen für eine optimale Drainageschicht. Geben Sie dazu eine Schicht aus mehreren Lagen von Tonkugeln in das Gefäß, bevor Sie es mit Erde befüllen. Durch die Drainage aus Blähton kann überschüssiges Wasser leicht abfließen und Ihre Pflanze wird vor Staunässe geschützt. Mit diesem einfachen Mittel beugen Sie Fäulnis und Wurzelerkrankungen vor. Weil Blähton so formstabil ist, wird diese Drainageschicht über Jahre halten, ohne zusammenzusacken. Selbst wenn Sie die Pflanze im Topf wechseln, können Sie die Kügelchen am Grund weiter verwenden.

Blähton zum Auflockern von schweren Böden

Wenn Sie schweren, lehmhaltigen Boden in Ihrem Garten haben, können Sie diesen mit Blähton auflockern. Dies kann gerade bei Pflanzen hilfreich sein, die ein leichteres Substrat benötigen. Heben Sie dafür um das geplante Pflanzloch herum mit einem Spaten (werblicher Link) genug Erde aus, um das zukünftige Wurzelgeflecht aufzunehmen. Mischen Sie etwas Blähton unter die ausgehobene Erde und bringen Sie diese Mischung um die neu gesetzte Pflanze herum aus. So bekommt der Boden eine lockere und leichte Struktur.

Blähton als Schutzmantel gegen Schädlinge

Wenn Sie Ihre Topfpflanzen vor Trauermücken oder anderen erdgebundenen Schädlingen schützen möchten, bedecken Sie die Oberfläche der Erde mit einer Schicht aus Tonkugeln. Verwenden Sie hierfür am besten feinere Kügelchen mit einem Durchmesser von zwei bis vier Millimetern und achten Sie darauf, dass die Schicht mindestens zwei Zentimeter dick ist. So erschweren Sie den Parasiten den Zugang zur Erde und verlangsamen deren Ausbreitung.

Blähton als Schutzschicht gegen Unkräuter

Wenn Sie draußen große Kübel und Pflanzgefäße stehen haben, wachsen darin oft auch Unkräuter. Auch hier kann Blähton hilfreich sein. Bedecken Sie die Erde im Kübel einfach mit einer drei Zentimeter dicken Schicht aus Blähton, um die Unkräuter zu unterdrücken.

Zehn wuchernde Unkräuter, die Sie unbedingt aus Ihrem Garten entfernen sollten

Gemeiner Stechapfel mit Blüte.
Der Gemeine Stechapfel trägt zwar attraktive Blüten, aber soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die giftige Pflanze bildet hartnäckige Pfahlwurzeln. © blickwinkel/Imago
Blühende Kahle Fingerhirse.
Der Wind und Vögel verbreiten Hirsearten wie die Kahle Fingerhirse schneller, als einem lieb ist.  © blickwinkel/Imago
Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), Blüte und Kleeblatt.
Sauerklee vermehrt sich zügig über Samen und Wurzeln. Am besten entfernt man das hartnäckige Unkraut, bevor es blüht. © imagebroker/Imago
Fliegenpilz in Moos.
Wer Moos im Garten nicht zeitnah entfernt, kann dem gepflegten Rasen bald Adieu sagen. Vertikutieren hilft oft.  © Panthermedia/Imago
Ackerwinde (Convolvulus arvensis).
Die rosafarben blühende Ackerwinde oder die weiße Zaunwinde sind nützlich für Insekten. Aber mit ihren wuchernden Ranken ersticken sie gewünschte Pflanzen im Garten. Ihre Wurzeln wachsen bis zu zwei Meter tief, daher sollte man Winden regelmäßig ausreißen.  © Panthermedia/Imago
Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke.
Die Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke ist ein Süßgras, das sich sowohl über Samen als auch über unterirdische meterlange Triebe ausbreitet. Das Unkraut lässt sich nur sehr mühselig entfernen, daher sollte man es zumindest in Beeten konsequent frühzeitig bekämpfen. © agefotostock/Imago
Acker-Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, Zinnkraut (Equisetum arvense).
Der Acker-Schachtelhalm siedelt sich zwar eher in feuchten Gärten an, aber wehe, man lässt ihn dort wachsen: Die unterirdischen Ausläufer wuchern so stark, dass man meist den ganzen Boden umgraben muss. © blickwinkel/Imago
Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Ach wie hübsch, eine blühende Löwenzahnwiese. Aber bitte nicht im eigenen Garten, denn die Pusteblumen vermehren sich rasant. Und los wird man das Unkraut nur, wenn man die lange Wurzel mitentfernt. © CHROMORANGE/Imago
Gierschblätter in Nahaufnahme.
Der wuchernde Klassiker: Statt sich über Giersch als Unkraut im Garten zu ärgern, sollte man ihn lieber als Salat genießen. © blickwinkel/Imago
Disteln.
Disteln sind im Garten nicht gerne gesehen, da sie ausladende Wurzeln haben.  © Rimmi/Imago

Blähton zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

In Wohnräumen oder Gewächshäusern können Sie mit Blähton die lokale Luftfeuchtigkeit für bestimmte Pflanzen erhöhen. Füllen Sie dazu eine Schicht Blähton in den Untersetzer der Pflanze. Geben Sie dann genau so viel Wasser in das Gefäß, dass der Blähton nicht anfängt zu schwimmen. Über die große Oberfläche des Blähtons verdunstet das Wasser und befeuchtet die Luft in der unmittelbaren Umgebung.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images / IMAGO

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