VonJudith Braunschließen
Die steigende Zahl an Lungenkrebsfällen bei Nichtrauchern alarmiert Forscher. Eine erst spät gestellte Diagnose senkt die Überlebensrate erheblich.
Lungenkrebs wird traditionell mit dem Rauchen in Verbindung gebracht. Doch alarmierende neue Daten zeigen, dass immer mehr Nichtraucher von dieser Krankheit betroffen sind. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat festgestellt, dass im Jahr 2022 weltweit über 1,5 Millionen Männer und über 900.000 Frauen neu an Lungenkrebs erkrankten. Laut den Ergebnissen einer Studie, die im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurde, ist dabei auffallend, dass der Anteil der Erkrankungen bei Nichtrauchern steigt. Insbesondere das Adenokarzinom tritt vermehrt bei Nichtrauchern auf.
Adenokarzinom: Risikogruppen ändern sich – Luftverschmutzung als Risikofaktor
Ein Adenokarzinom ist laut t-online.de eine bösartige Veränderung des Gewebes, die in den Zellen der Lunge entsteht, welche den Feuchtigkeitsfilm in den Lungenbläschen produzieren. Nur etwa jeder Fünfte überlebt die ersten fünf Jahre nach einer Diagnose. Die Risikogruppen für Lungenkrebs ändern sich allerdings. So sind immer mehr Nichtraucher, insbesondere Frauen und die asiatische Bevölkerung, von dem Krebsleiden betroffen. „Während die Zahl der Raucher in vielen Ländern weltweit weiter sinkt, steigt der Anteil der Lungenkrebserkrankungen bei Menschen, die nie geraucht haben“, so die Forscher. Als Nieraucher definieren sie dabei Personen, die in ihrem ganzen Leben (vor der Diagnose) weniger als 100 Zigaretten geraucht haben. Lungenkrebs bei Nichtrauchern ist demnach mittlerweile die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache weltweit.
Als Hauptursache für den Anstieg der Lungenkrebsfälle bei Nichtrauchern identifizierten Forscher die Luftverschmutzung. Besonders in China und ostasiatischen Ländern ist die Umweltverschmutzung stark ausgeprägt. In Deutschland wurden ebenfalls erhöhte Feinstaubwerte gemessen, die als Auslöser für Lungenkrebs gelten. Die globale Umweltverschmutzung stellt somit eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar.
Lungenkrebs: Elf Symptome, die auf einen Tumor hinweisen – nicht nur Husten




Lungenkrebs mit Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung verhindern
Bei Lungenkrebs, auch als Bronchialkarzinom bekannt, handelt es sich nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft um bösartige Geschwülste, die aus dem Lungengewebe entstehen. In Deutschland gehört Lungenkrebs zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Bei Männern ist es die zweithäufigste, bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Die Neuerkrankungszahlen steigen bei Frauen stark an, während sie bei Männern seit den 1980er Jahren langsamer zunehmen. Die Forschungsergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Luftreinhaltung für die öffentliche Gesundheit. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit besser zu verstehen und effektive Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung zu entwickeln.
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