Größte Gesundheitsgefahr im Urlaub

In diesen Ländern sollten Urlauber kein Leitungswasser trinken

  • schließen

Im Urlaub haben viele Magenprobleme. Häufig liegt der Grund im Wasser aus dem Hahn. In manchen Ländern ist sogar beim Zähneputzen Vorsicht geboten.

München – Viele Urlauber werden es kennen: auf einmal grummelt der Magen, im nächsten Moment braucht es dringend eine Toilette. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass etwa 80 Prozent aller Reisekrankheiten auf problematische Wasserverhältnisse zurückzuführen sind. Damit sind sie die größte Gesundheitsgefahr für Reisende. In vielen beliebten Urlaubsländern ist das Leitungswasser mit Krankheitserregern verunreinigt. Wer also seine Ferien nicht auf dem Pott verbringen möchte, sollte besser vorsichtig sein – und sich vorab über die Trinkwasser-Qualität informieren.

In vielen Urlaubsländern sollte man besser nicht aus dem Wasserhahn trinken. Das Leitungswasser ist oftmals mit Krankheitserregern verunreinigt und kann zu Beschwerden führen. (Montage)

Die Symptome reichen von starkem Durchfall bis hin zu grippeähnlichen Anzeichen wie Gliederschmerzen und Fieber. Selbst eine Lungenentzündung kann durch verunreinigtes Wasser ausgelöst werden, da die darin enthaltenen Keime und Bakterien das Immunsystem angreifen. Es drohen mitunter langwierige Folgen, die weit über den Urlaub hinausgehen.

In diesen beliebten Urlaubsländern sollte man kein Leitungswasser trinken

Krank nach Hause kommen will keiner. Daher sollte man im Urlaub vorsichtig sein, was man zu sich nimmt. Auch in einigen bei Deutschen beliebten Urlaubsländern ist das Trinkwasser problematisch. So auch in Albanien, die unter Kennern als günstiger Geheimtipp für den Urlaub gilt. Angaben eines globalen Forschungsinstituts zufolge hat die „neue Perle des Mittelmeers“ allerdings das zweitschlechteste Trinkwasser in Osteuropa.

Einige Urlauber aus Deutschland klagen über geradezu explodierenden Lebensmittelpreise in der Türkei. Auf Leitungswasser als günstige Alternative zu abgefüllten Flaschen aus dem Supermarkt sollte man dennoch verzichten. Das Institute for Health Metrics and Evaluation bewertet das Wasser in der Türkei sogar noch schlechter als in Albanien. In folgenden beliebten Urlaubsländern ist das Leitungswasser bedenklich:

  • Albanien
  • Türkei,
  • Ägypten
  • Bulgarien
  • Tunesien
  • Marokko
  • Thailand
  • Mexiko
  • Indonesien
  • Dominikanische Republik
  • Kuba
  • Kapverden
  • Malediven

Quellen: WHO, Institute for Health Metrics and Evaluation

Laut der Apotheken-Umschau sollten Reisende in weiten Teilen Süd- und Mittelamerikas sowie Afrikas und Asiens immer auf industriell abgefülltes Trinkwasser zurückgreifen – selbst für das Zähneputzen. Experten mahnen auch zu besonderer Vorsicht vor Eiswürfel im Getränk. Die werden meist ebenfalls mit Leitungswasser hergestellt und vermischen sich bei der Urlaubshitze schnell mit dem Getränk. In den USA besteht dagegen kein Grund zur Sorge, trotz starken Chlorgeruch und -geschmack. Der Stoff wird zur Reinigung des Wassers verwendet und ist nicht gefährlich.

Vorsicht im Urlaub: Verunreinigung des Trinkwassers oft nicht zu erkennen

Im Gegensatz zu Deutschland, wo laut Umweltbundesamt 70 Prozent des Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser gewonnen werden, gibt es in einigen Urlaubsregionen keine geeigneten Wasserquellen. Trinkwasser muss teilweise weite Wege zurücklegen. Zudem können schlechte Aufbereitung aufgrund mangelhafter Richtlinien und marode Rohrleitungen dazu führen, dass Bakterien und Chemikalien in das Trinkwasser gelangen. Die Krankheitserreger setzen sich dann an den Wänden von Wassertanks und Leitungen fest, erklärt das Auswärtige Amt.

Nicht immer lässt sich eine Verunreinigung erkennen. „Auch absolut klares Wasser kann biologisch oder chemisch verunreinigt sein“, warnt das Auswärtige Amt. Im Zweifelsfall können die Länderinformationen des Auswärtigen Amtes hilfreich sein – unter „Gesundheit“ informiert die Bundesbehörde auch über mögliche Bedenken hinsichtlich des Trinkwassers. Für zwei Urlaubsländer besteht auch aus anderen Gründen Sicherheitsbedenken.

Tipp bei Reisen ins Ausland

Alternativ zu abgefüllten Trinkwasser kann Leitungswasser auch abgekocht werden. Bedenkliche Keime würden dadurch abgetötet. Laut Empfehlung des Auswärtigen Amtes sollte das Wasser mindestens drei Minuten kochen, also in allen Bereichen des Topfes sprudeln. Wasserfilter sind dagegen nicht empfehlenswert – statt zu helfen, können sie sogar noch schädlicher sein.

Laut WHO ist das Leitungswasser in den Nachbarländern Schweiz und Österreich sowie in Polen und Frankreich völlig unbedenklich. Auch in den beliebten Urlaubsländern Kroatien, Italien und Griechenland kann man getrost auf abgefülltes Wasser verzichten. In Spanien ist es ebenfalls unbedenklich, obwohl das Leitungswasser ähnlich wie in den USA nach Chlor schmecken kann. Doch: Zu viel Trinkwasser kann gefährlich werden. (rku)

Rubriklistenbild: © Montage

Kommentare