Zu viel Wasser

Von lebensnotwendig zu lebensgefährlich: Zu viel Wassertrinken kann sogar tödlich enden

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Pro Tag benötigt der Mensch eine gewisse Flüssigkeitszufuhr. Wer zu wenig trinkt, merkt das schnell. Doch zu viel kann sogar tödlich enden.

München – Genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist für uns Menschen essenziell. Der Fakt, dass man ohne Flüssigkeitszufuhr nur drei Tage überleben kann, unterstreicht das. Wasser hat viele positive Effekte auf unseren Körper: Es fördert den Stoffwechsel, verbessert die Konzentration und kann die Haut glätten. Bei Kopfschmerzen wird oft gefragt, ob man ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen hat. Doch wie viel Wasser ist tatsächlich notwendig und wann wird aus ausreichendem Trinken ein übermäßiger Konsum?

Der richtige Wasserhaushalt: So viel benötigt der Mensch pro Tag

Experten der Barmer Krankenkasse warnen, dass übermäßiges Trinken sogar tödlich sein und den Stoffwechsel und Mineralhaushalt des Körpers durcheinanderbringen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer täglichen Flüssigkeitszufuhr von eineinhalb bis zwei Litern, was mindestens sechs „normal großen Gläsern“ entspricht. Sie betont auch, dass bei hohen Temperaturen oder körperlicher Aktivität zusätzlich ein halber bis ein Liter Wasser pro Stunde benötigt werden könnte. Es handelt sich also um einen Richtwert, der individuell angepasst werden muss.

Viel trinken ist wichtig. Doch es birgt auch Risiken (Symbolfoto)

Um den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen, werden Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen mit drei Teilen Wasser und einem Teil Saft als ideale Durstlöscher empfohlen. Allerdings kann Wasser ab einer bestimmten Menge von lebenswichtig zu lebensbedrohlich werden.

Wenn zu viel Trinken gefährlich wird: Immer wieder sterben Menschen an einer Wasservergiftung

Eine Wasservergiftung kann auftreten, wenn zu große Mengen in kurzer Zeit konsumiert werden, was zu einem Natriummangel im Blut führt. Dafür gibt es immer wieder tragische Beispiele.

2023 starb eine Frau in den USA, nachdem sie innerhalb von 20 Minuten vier 500-Milliliter-Flaschen Wasser getrunken hatte. Ein Hollywood-Star wurde ebenfalls mit einer Wasservergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Auch ein 30-jähriger Triathlet starb beim Frankfurter Ironman 2015, weil er zu viel Wasser getrunken hatte. Marathonläufer sind besonders gefährdet, da sie schnell viel Wasser zu sich nehmen – aber auch unerfahrene Sportler gehören zur Risikogruppe.

Diese Symptome können bei einer Wasservergiftung auftreten:

  • Erbrechen
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Koma
  • Krampfanfälle
  • Lethargie
  • Zerstreutheit

Quelle: msdmanuals.com

Sind acht Liter Wasser tödlich? Vorsicht bei Hitze

Laut SWR Wissen kommt es auch auf die Umstände an, wie viel Wasser tatsächlich tödlich ist. An dem Mythos „wer acht Liter Wasser trinkt, stirbt“, ist aber tatsächlich etwas dran. Beachtet werden müssen demnach auch Körpergewicht, Elektrolythaushalt – und natürlich der Zeitraum, in dem man das Wasser zu sich nimmt und wie oft man aufs Klo geht. Laut dem Sender wird generell empfohlen, nicht mehr als drei bis vier Liter pro Tag zu trinken.

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten.

Auch wenn es besonders heiß ist und der Flüssigkeitsbedarf steigt, ist Vorsicht geboten. Weil man mehr schwitzt, sollte man diese Flüssigkeit auch wieder auffüllen – nur eben im richtigen Maß. Am besten ist es, regelmäßig immer wieder etwas zu trinken statt ganz viel auf einmal, wie auch die Verbraucherzentrale rät. Damit man das nicht vergisst, gibt es einige Tricks. Optimal ist es aber auch, wenn man dabei nicht zu viel Leitungswasser zu sich nimmt, sondern mit anderen Getränken abwechselt. (jh)

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/IMAGO

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