Feinfühlige Katzen

Katze weicht Frauchen nicht mehr von der Seite – einige Monate später erhält diese eine Krebsdiagnose

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Obwohl Katzen für ihr divenhaftes Verhalten bekannt sind, können die Samtpfoten auch anders: Mit ihrer sensiblen Wahrnehmung hat eine Katze aus den USA den Krebs ihres Frauchens wahrgenommen.

Chantelle McMullin (@msmcmullin) beschreibt sich auf ihrem Instagram-Profil als „zukünftige Überlebende von Brustkrebs.“ In ihrem Feed finden sich zahlreiche Beiträge, die sie mit Perücke, Mütze oder Haarband zeigen. Was für die Instagram-User erst durch ihre informativen Posts ersichtlich wird, hat Chantelles Kater Boots bereits wahrgenommen, als sie selbst noch keine offizielle Diagnose hatte – das zumindest schreibt sie in einem emotionalen Video, das sie im April auf ihrem Social-Media-Account veröffentlicht hatte. Über zwei Millionen Instagram-User haben sich den aufwühlenden Clip über Chantelles schreckliche Krebserkrankung und wie ihr Kater sie darauf aufmerksam machen wollte, bereits angesehen.

Kater Boots bleibt bei Frauchen – später wird bei ihr Krebs diagnostiziert

Ein Kater wich seinem Frauchen schon Monate vor der Krebsdiagnose nicht mehr von der Seite. (Symbolbild)

„Vor einigen Monaten habe ich bemerkt, dass sich Boots in meiner Nähe seltsam verhält“ So beginnt Chantelle ihre Erzählung darüber, wie sich ihre Samtpfote in den Monaten vor ihrer Diagnose verhalten hatte. „Er schnüffelte an mir und leckte mich häufig ab und weigerte sich, von meiner Seite zu weichen.“ Doch nicht nur dieses ungewöhnliche Verhalten fällt Chantelle an ihrem rot-weißen Kater auf: „Er schien wirklich ruhelos zu sein. Und miaute und folgte mir überall hin, sofern ich nicht im Bett lag.“ Die Krebspatientin beobachtete die Rastlosigkeit ihrer Mieze nicht nur tagsüber. Auch nachts saß Boots bei ihr: „Ich fühlte mich, als würde er über mich wachen.“

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Nach einigen Videoaufnahmen, die zeigen, wie Boots seiner Besitzerin liebevolle Zuwendung schenkt und ihr keinen Augenblick von der Seite weicht, erklärt sie den traurigen Hintergrund für seine Verhaltensweise: „Kurz zuvor war bei mir Brustkrebs im Stadium 2 diagnostiziert worden.“ Chantelle ist sich sicher, dass Boots eine Vorahnung hatte: „Ich würde gerne glauben, dass er es die ganze Zeit wusste.“

Können Katzen Krebs erschnüffeln?

Nicht nur eine Schwangerschaft, auch Krankheiten verändern den individuellen Geruch von Menschen. Weil Katzen sich an den Eigengeruch ihrer Besitzer gewöhnt haben, fallen ihnen Unregelmäßigkeiten auf, noch bevor Menschen selbst merken, dass etwas anders ist als gewöhnlich. Umgibt ihre Herrchen und Frauchen dann ein ihnen unbekannter Geruch, reagieren die Samtpfoten dementsprechend. Katzen sind zudem sehr sensibel und nehmen oft schneller und intensiver wahr als Menschen. Das liegt nicht zuletzt an ihrer feinen Nase: Mit rund 65 Millionen Geruchszellen sind Katzennasen um einiges sensibler als menschliche Nasen, die nur etwa 10 Millionen Rezeptoren aufweisen.

Katzen merken, wenn mit dem Lieblingsmenschen etwas nicht stimmt

Es gibt nur wenige Krankheiten, die den menschlichen Organismus so stark angreifen wie eine Krebserkrankung. Die Krebszellen verändern den genetischen Fingerabdruck des Menschen. Befindet sich etwas im menschlichen Körper, das dort nicht hingehört, bemerken die Stubentiger das vor allen anderen. Durch die Änderung ihrer gewohnten Verhaltensweisen haben schon viele Samtpfoten ihre Besitzer auf unsichtbare Krankheiten aufmerksam gemacht und ihnen damit vermutlich das Leben gerettet.

Kommentare: Instagram-User berichten aus eigener Erfahrung

Unter dem Video kommentieren zahlreiche User und berichten von eigenen Erlebnissen mit ihren Haustieren. Dabei fällt auf, dass nicht nur Katzen besondere Fähigkeiten zu besitzen scheinen, sondern auch Hunde durch auffälliges Verhalten schon häufiger dafür gesorgt haben, dass Menschen aus ihrem Umfeld zum Arzt gegangen sind.

  • „Meine Katze wusste, dass mein Hund Krebs hatte, bevor ich es wusste. Sie hat sich geweigert, meinen Hund aus den Augen zu lassen. Nachdem mein Hund gestorben war, übernahm sie die Gewohnheit meines Hundes, aus dem Fenster nach mir zu schauen und mir dann an der Haustür entgegenzulaufen.“
  • „Der Hund meiner Mutter, Bella, fing an, sich jedes Mal auf den Bauch meiner Mutter zu legen, wenn sie sich setzte oder hinlegte. Das ging etwa 3–4 Monate so, bis bei meiner Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 2 diagnostiziert wurde. Keine Frage, dass sie den Krebs riechen konnte.“
  • „Wir haben eine Katze, die mir mit ihrer Pfote auf den Kopf haut, wenn ich Albträume habe. Wenn ich eine schwere Zeit durchmache, schläft sie auf meinem Kopfkissen und stupst mich an. Ansonsten schläft sie bei meinem Sohn. Es ist fast wie ein Servicetier, denn mein Mann fragt: ‚Geht es dir gut? Riley schläft seit einiger Zeit in unserem Bett.‘“
  • „Unsere Katze starrte meinen Vater immer an und ‚sprach‘ mit ihm. Nur wenige Monate später stellte sich heraus, dass er an Darmkrebs, Stadium 4 erkrankt war. Das Gleiche tat er mit einem Onkel. ❤️“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Hier kommen die tierischen Lebensretter: Elf Tiere, die Gefahren erkennen, bevor wir es tun

Nahaufnahme einer Fruchtfliege, die auf einer Bananenschale sitzt.
Fruchtfliegen riechen Brustkrebszellen. Forscher haben herausgefunden, dass diese Fliegen ein umfassendes Duftriechsystem haben. Für eine zuverlässige Diagnose muss nicht einmal ein Training erfolgen: Die Fruchtfliegen „erriechen“ die erkrankten Zellen einfach. (Symbolbild) © Daniel Naupold/picture alliance
Eine Riesenhamsterratte wird auf strohigem Boden mit einem kleinen Geschirr geführt. Sie streckt ihre Nase in den Wind, ganz so als ob sie im Moment der Aufnahme etwas riechen würden.
Riesenhamsterratten erkennen Tuberkulosebakterien am Geruch: Die Ratten, die etwa so groß sind wie Kaninchen, haben dementsprechend eine besonders lange Schnauze. Die Ausbildung zur „Riech-Ratte“ startet, wenn die Tiere vier Wochen alt sind. Dabei werden sie auf viele verschiedene Gerüche trainiert. Im Verlauf von sechs bis neun Monaten wird dann das Erkennen von Tuberkulosebakterien mit einem Klicker belohnt – auf das Geräusch folgt eine leckere Belohnung, beispielsweise eine Banane. Eine fertig ausgebildete Riesenhamsterratte überprüft in zweiter Instanz innerhalb von rund 20 Minuten mehr als 100 Proben auf Tuberkulose. Eine solche Karriere dauert bis zu sieben Jahren und hilft dabei, die Eindämmung der Infektionskrankheiten einzudämmen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Ein Hund mit cremefarbenem Fell streckt seine Hundenase prominent in den Fokus des Bildes.
Der beste Freund der Menschen kann gleichzeitig zu seinem Lebensretter werden. Denn: Hunde können Krebs erschnüffeln. Mit ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen gelingt es den Fellnasen oft, den Krebs zu erkennen, noch bevor der Patient Symptome entwickelt hat. Die Profi-Schnüffler haben eine Erfolgsrate von bis zu 72 Prozent und sind häufig Lebensretter, da beispielsweise Lungenkrebs nur im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Auch Diabetes, Epilepsie, Malaria, Parkinson oder COVID-19 können von Hunden durch ihr feines Riechorgan identifiziert werden. In der Pandemie hatten sich die Fellnasen außerdem beim Erriechen von Corona-Infektionen bewährt gemacht. Mit einer Genauigkeit von bis zu 94 Prozent waren ihre Ergebnisse präziser als die von manchen Antigen-Tests mit nur 72 Prozent. (Symbolbild) © Stephan Schulz/Imago
Ein Hund mit länglichem braunen Fell schnuppert an einem Rehkitz, das keine Angst zu haben scheint und dem Hund vertraulich zugewandt ist.
Hunde erkennen nicht nur beim Menschen Krankheiten. Auch bei anderen Tieren gelingt es ihnen, Erkrankungen zu erschnüffeln. Bei Cerviden (beispielsweise Rehe, Hirsche, Rentiere, Elche) können sie eine besonders grausame Krankheit feststellen: die Chronic Wasting Disease (CWD), eine infektiöse und degenerative Erkrankung, die das Gehirn der betroffenen Tiere befällt und tödlich enden kann. © blickwinkel/Imago
Eine getigerte Katze liegt entspannt auf einem Bett. Sie hat ihre Augen halb geschlossen und streckt die Beine von sich. Der Untergrund scheint ein Fell zu sein.
Einzelne Katzenbesitzer berichten immer wieder von den feinsinnigen Fähigkeiten ihrer Samtpfoten. Ein faszinierendes Beispiel dafür ist Katze Missy aus England: Sie soll sich wiederholt auf Frauchens Brust gelegt haben – und damit genau die Stelle gefunden haben, an der sich ein Tumor gebildet hatte. Eine andere, beinahe unheimliche Fähigkeit hat Kater Oscar aus den USA: Er wohnt in einem Seniorenheim und legt sich genau zu jenen Patienten aufs Bett, die nur noch wenige Stunden zu leben haben. Seine Prognosen sind derart präzise, dass das Personal sogar die Angehörigen informiert, sobald Oscar sich auf einem Bett einrollt. Wissenschaftliche Belege für diese Fähigkeiten gibt es bis dato keine. (Symbolbild) © Sabine Fallend/Imago
Eine mikroskopische Aufnahme zeigt einen Fadenwurm vor einem hellblauen Untergrund.
Kaum sichtbar und doch so wichtig: Fadenwürmer gelingt offenbar die Identifizierung von Krebs. In verschiedenen Studie hatten die Forschenden festgestellt, dass sich die Fadenwürmer auf Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebszellen zubewegten, während sie sich von den gesunden Zellen fernhielten. © blickwinkel/Imago
Ein länglicher Käfer sitzt auf einem Stück Holz. Sein Körper ist schwarz und hat größere weiße Punkte.
Keine Krankheit, aber ebenso eine lauernde Gefahr für Menschen: Waldbrände, die sich der Zivilisation oft rasend schnell nähern. Einige Käferarten, beispielsweise der Schwarze Kiefernprachtkäfer, besitzt die Fähigkeit, brennende Wälder aus bis zu 80 Kilometern Entfernung zu erkennen. Forscher haben herausgefunden, dass er diese hören kann. Sein Mechanismus könnte sogar sehr viel schneller auf Brände ansprechen als industrielle Infrarotsensoren.(Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine Honigbiene fliegt vor grasgrünem Hintergrund eine lila Blüte an. Ihre Beine sind vollgepackt mit Blütenpollen.
Fleißig und hochmodern unterwegs: Honigbienen sind nicht nur in ihrer Funktion als Bestäuber unersetzlich, sondern haben sich auch während der Pandemie als nützlich erwiesen. Forscher haben 2021 herausgefunden, dass Bienen COVID-19 diagnostizieren können. Dank des Trainings, das nur wenige Minuten dauert, versprechen sich Experten hohe Erfolg im Kampf gegen Corona. In abgelegenen Gebieten könnten sie dazu beitragen, die Testmethodik zu erleichtern.  © Panthermedia/Imago
Mehrere dunkle bis schwarze Ameisen sind auf einem hölzernen Untergrund zu erkennen.
Die Grauschwarze Sklavenameise ist mehr als nur eine fleißige Arbeiterin. Sie kann Brustkrebszellen anhand des Urins erkennen. Nach einem Training setzt ihre feine Ameisennase nutzbringend ein. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Eine V-förmige Formation von Zugvögeln fliegt vor blauem Himmel in die Ferne.
Eine Fähigkeit, die viele Menschenleben retten könnte, wurde bei der Beobachtung der Flugrouten von Zugvögeln entdeckt. Auf eine abrupt geänderte Flugroute folgte beispielsweise einige Tage später ein Sturm in der observierten Region. Die Vögel erlangten demzufolge bereits früher Kenntnis über zukünftige Ereignisse. Damit sind sie als eine Art Frühwarnsystem im Besitz einer Ahnung, die uns Menschen vor zahlreichen Naturkatastrophen retten könnte. Forscher nehmen an, dass die Vögel den Infraschall wahrnehmen können, der von heftigen Stürmen produziert wird und von Menschen nicht wahrgenommen werden kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Eine große, pink-rosa Qualle, schwimmt in tiefblauem Wasser.
Und sie könnte die Erlösung von allen Krankheiten sein: Eine spezielle Quallen-Art, die Turritopsis dohrnii, begeistert die Welt der Wissenschaft. Ihre Besonderheit: Sie ist unsterblich. Hat die Qualle ihren Lebenshöhepunkt erreicht, stirbt sie nicht, sondern verwandelt sich wieder in ihren Anfangszustand. Der frische Lebenszyklus beginnt mit neuen Tentakeln und einem geschrumpften Körper. Die Qualle kann diesen Kreislauf beliebig oft wiederholen und gilt somit als unsterblich. Manche Forscher nehmen an, dass der Mensch diese Fähigkeit eines Tages übernehmen könnte. Hinweis: Die Qualle auf dem Foto ist keine Turritopsis dohrnii. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Inzwischen hat Chantelle eine Chemotherapie begonnen. Ihre Katzen sind der tapferen Influencerin bestimmt eine große Stütze auf dem Weg zur Genesung.

Rubriklistenbild: © photothek/Imago

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