VonLarissa Strohbuschschließen
Freundlicher als gedacht: Forscherinnen fanden heraus, dass Katzen zu fast 300 unterschiedlichen Gesichtsausdrücken fähig sind.
Der Hund gilt als soziales Tier. Ihm wird sogar nachgesagt, dass er lächeln kann. Die Katze hingegen? Nicht so. Eine Studie von 2017 attestierte dem Stubentiger sogar nur drei verschiedene Gesichtsausdrücke. Freude oder Trauer? Fehlanzeige! Viele Katzenbesitzer sehen das etwas anders – und eine neue Studie gibt ihnen jetzt recht. Sie zeigt: Katzenmimik ist fast genauso komplex wie die von Hunden!
Neue Studie zeigt: Katzen haben eine ganze Menge Gesichtsausdrücke
In der aktuellen Studie beobachteten Laura Scott, Medizinstudentin an der University of Kansas Medical Center und Brittany Florkiewicz, Evolutionsbiologin am Lyon College in Arkansas, 53 tierische Bewohner und Bewohnerinnen eines nahegelegenen Katzencafés. Dabei filmten sie die Tiere während des Betriebs und auch nach Feierabend – um auszuschließen, dass Katze und Kater sich nur dem Menschen anpassen. Dafür verwendeten sie eine speziell trainierte Software. Die Ergebnisse sind verblüffend: Katzengesichter verhalten sich weit kommunikativer als gedacht – und damit auch viel sozialer.
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Auf die Schnurrhaare kommt es an
Warum Katzen bisher als ausdruckslos galten? Möglicherweise achten Menschen zu stark auf Mund und Augen. Immerhin ist bekannt, dass zufriedene Katzen blinzeln. Die Forscherinnen erkannten aber, dass Katzen zu 26 Bewegungsmuster fähig sind. Zum Vergleich: Hunde schaffen 27, der Mensch 44. Wichtig bei der Katze waren hier neben Mund und Augen die Bewegungen der Ohren, der Nase und der Schnurrhaare. Aus den einzelnen Komponenten ergeben sich 276 detaillierte Gesichtsausdrücke.
Gerade die Schnurrhaare zeigen recht deutlich, wie das Tier sich fühlt. Die Forscherinnen stellten fest: Bei einer zufriedenen Katze zeigen die Schnurrhaare immer nach vorne. Im Gespräch mit Live Science berichtet Florkiewicz: „Es war interessant, sie bei einem spielerischen Kampf zu sehen, der zu einer aggressiven Begegnung eskalierte. Man sieht, wie sich der Gesichtsausdruck verändert. Erst waren die Augen der Katze entspannter und die Ohren und Schnurrhaare nach vorne gerichtet. Eine Bewegung, um näher an die andere Katze heranzukommen. Aber dann wurde es unschön, und die Katze legte ihre Ohren und Schnurrhaare nach hinten – ihre Haltung hat sich ziemlich schnell verändert.“
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Insgesamt waren die beobachteten Gesichtsausdrücke zu 45 Prozent freundlich und entsprachen also überhaupt nicht dem Mythos der „Grumpy Cat“. Sogar das lächelnde „Spielgesicht”, das von Hunden bekannt ist, zeigten die Studienobjekte. 37 Prozent der Mimik identifizierten die Forscherinnen als finster, 18 Prozent konnten sie nicht zuordnen. Um diese zu verstehen, ist eine Folgestudie geplant. Was die Wissenschaftlerinnen auch noch klären wollen: Ist die Katzenmimik natürlich oder durch den Menschen sozialisiert? Dafür braucht es aber mehr Daten von Wildkatzen.
