VonJulia Cuprakowaschließen
Viele Rentner in Deutschland sind von Altersarmut betroffen, da das monatliche Einkommen oftmals nicht ausreicht. Doch welche Geldsumme benötigen Senioren tatsächlich?
Steigende Preise, wachsende Sorgen: Immer mehr Menschen fragen sich, wie viel Geld im Alter wirklich zum Leben reicht. Während die gesetzliche Rente oft nicht ausreicht, zeigen aktuelle Berechnungen, welche monatliche Summe notwendig ist, um Altersarmut zu vermeiden und den gewohnten Lebensstandard zu halten. Ein Überblick, wie viel Geld Rentner tatsächlich brauchen – und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Keine Armut im Alter: Wie viel Geld brauchen Rentner wirklich zum Leben?
Sind die Sorgen vor Altersarmut in Deutschland tatsächlich berechtigt? Die neuesten Auswertungen zeigen, dass rund jeder siebte Rentner und sogar jede sechste Rentnerin in Deutschland unter der Armutsgrenze lebt. Doch ab wann gilt man als armutsgefährdet? Laut Online-Portal R+V gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) beträgt.
Im Jahr 2025 liegt das durchschnittliche Einkommen der Deutschen bei 50.493 Euro pro Jahr beziehungsweise 4207,75 Euro pro Monat. Dabei handelt es sich um das Bruttogehalt, auf das noch Steuern anfallen. Geht man davon aus, dass nach Steuern noch etwa 2440 Euro bleiben, liegen 60 Prozent davon bei 1464 Euro.
Dann lässt sich sagen, dass Rentner etwa 1464 bis 2100 Euro im Monat benötigen, um im Alter nicht von Armut betroffen zu sein. Im Jahr 2024 lag dieser Wert für einen Einpersonenhaushalt laut dem Statistischen Bundesamt noch bei circa 1378 Euro netto im Monat.
Wie viel Geld im Alter wirklich reicht – und warum die Faustformel nicht für alle gilt
Allerdings sind die Lebensentwürfe aller Menschen und Rentner sehr unterschiedlich. Manche kommen bereits in jungen Jahren mit weniger zurecht, andere brauchen dagegen mehr. Deshalb gibt es auch eine individuelle Faustformel, wie viel Geld man im Alter ungefähr braucht.
Um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten und keine nennenswerten Abstriche machen zu müssen, benötigen Rentner etwa 80 Prozent ihres letzten Nettogehalts. Diese Berechnungen gelten jedoch nicht unbedingt für Menschen, die nur in Teilzeit arbeiten. Das gilt ebenso für Frauen, die neben der Familie nur einem Minijob nachgehen können, bei dem die Verdienstgrenze im Jahr 2025 etwas gestiegen ist.
Gesetzliche Rente reicht oft nicht: Frühzeitige Vorsorge wird immer wichtiger
Der Richtwert in Euro, den Rentner im Alter benötigen, um nicht von Armut betroffen zu sein oder ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können, klingt zunächst einmal gut. Allerdings erhalten nur die wenigsten Senioren eine entsprechende Altersrente von der gesetzlichen Rentenversicherung.
Wie echo24.de bereits berichtete, erhält die Hälfte aller Rentner weniger als 1050 Euro brutto im Monat. Davon gehen noch Steuern und Krankenversicherungsbeiträge ab. Frauen erhalten im Durchschnitt noch mehrere Hundert Euro weniger als Männer. Die Devise lautet deshalb, sich frühzeitig um seine Altersvorsorge zu kümmern und zusätzlich in eine private oder betriebliche Rente zu investieren – falls es möglich ist.
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