Klare Regelung

Kennzeichen am Auto: Darf man in Sonderfällen auch „ohne“ unterwegs sein?

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Autos ohne Kennzeichen sieht man eigentlich nur beim Händler oder auf Transportern. Aber: Darf man ohne Nummernschild auch am Straßenverkehr teilnehmen?

Das Standard-Autokennzeichen in Deutschland besteht aus schwarzen Zahlen und Buchstaben vor weißem Hintergrund. Nur ab und zu sieht man andere Varianten: Es sind auch Fahrzeuge mit grünen Nummernschildern unterwegs, manche tragen ein rotes Kennzeichen. Und es gibt noch weitere Besonderheiten wie das Wechselkennzeichen oder auch das gelbe Kennzeichen. Aber: Darf man auch komplett ohne Kennzeichen im öffentlichen Raum unterwegs sein?

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Selbst mit ungestempelten Kennzeichen ist eine Fahrt nur in Ausnahmefällen erlaubt

Klare Antwort: Nein. In Deutschland ist es nicht erlaubt, sein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen ohne Nummernschild zu bewegen. Allerdings gibt es einige Sonderfälle, in denen man mit ungestempelten Kennzeichen zumindest kurzzeitig fahren darf:

  • Fahrten zur Hauptuntersuchung: Voraussetzung dafür ist, dass dem Auto von der Zulassungsbehörde bereits ein Kennzeichen zugeteilt wurde und das Fahrzeug versichert ist.
  • Fahrten zur Zulassungsstelle: Hat man ein Fahrzeug abgemeldet, darf man damit zur Zulassungsstelle fahren, um es wieder anzumelden.
  • Rückfahrten nach Abmeldung: Wurde das Fahrzeug abgemeldet, ist es zulässig, damit beispielsweise noch nach Hause zu fahren. Allerdings nur bis zum Ende des Tages – sprich 24 Uhr. Und auch die Versicherung muss bis dahin noch gültig sein.

Rentners Liebling: Diese zehn Modelle haben den höchsten Senioren-Anteil

Nissan Qashqai
Platz 10 – Nissan Qashqai: Erst in diesem Jahr hat der SUV ein Facelift bekommen. Seine Fahrer gehören jedoch zum älteren Semester. 29,2 Prozent der Besitzer sind laut Verivox 65 oder älter. Das durchschnittliche Alter liegt bei 57,2 Jahren. © Nissan
BMW X3
Platz 9 – BMW X3: Mit einem Seniorenanteil von 29,2 Prozent hat es der SUV knapp unter die besten Zehn geschafft. Im Durchschnitt sind die X3-Fahrer laut Verivox 56,5 Jahre alt. © Uwe Fischer/BMW
Hyundai Kona N
Platz 8 – Hyundai Kona: Auch das koreanische SUV schlägt sich gut in der Gunst der deutschen Rentner. 29,8 Prozent sind älter als 65 Jahre. Durchschnittlich ist der Kona-Fahrer 57,9 Jahre alt. © Hyundai
Mercedes SLK
Platz 7 – Mercedes-Benz SLK: Ohne einen Mercedes kommt dieses Ranking nicht aus. Der Sportwagen SLK ist dabei ein wahrer Rentner-Magnet. 29,9 Prozent der Besitzer sind laut Verivox über 65 Jahre alt. Im Schnitt liegt das Alter bei 59,9 Jahren. © Pond5 Images/Imago
Honda Jazz
Platz 6 – Honda Jazz: Eigentlich legt es der Name ja schon nahe, dass der Kleinwagen ein Hit bei den Rentnern ist. Mit 30,6 Prozent ist fast jeder dritte Jazz-Fahrer ein Senior über 65. Das zeigt sich auch beim Durchschnittsalter von 56,9 Jahren. © Depositphotos/Imago
Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC Coupé
Platz 5 – Mercedes-Benz GLC: Mit dem SUV ist ein weiteres Auto mit dem Stern in den Top 10 vertreten. Der Ü65-Anteil liegt bei 34,1 Prozent. Im Schnitt sind die GLC-Fahrer 58,7 Jahre alt. © Mercedes-Benz
Audi Q3
Platz 4 – Audi Q3: Auch die Ingolstädter haben es mit einem Modell in das Ranking der Renter-Schlitten geschafft. Der Q3 hat einen Senioren-Anteil von 34,3 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt bei 58 Jahren. © Audi
BMW X1
Platz 3 – BMW X1: Auch der kleinere BMW-SUV zieht die ältere Generation an. 34,5 Prozent der X1-Käufer sind über 65, wie die Daten von Verivox zeigen. Das Durchschnittsalter liegt bei 58,2 Jahren. © Fabian Kirchbauer/BMW
Škoda Yeti
Platz 2 – Škoda Yeti: Von 2009 bis 2017 lief der SUV der VW-Tochter vom Band. In Deutschland wurde der Yeti insgesamt 162.427 Mal neu zugelassen. Nicht zuletzt auch dank seiner Praktikabilität. Ob er auch deswegen bei den Rentnern so gut ankommt? Der Anteil der über 65-Jährigen liegt laut Verivox bei satten 38,8 Prozent. Das spiegelt sich auch im Durchschnittsalter der Yeti-Fahrer wieder: Das liegt nämlich bei 60,8 Jahren. © Škoda
Mercedes-Benz B-Klasse
Platz 1 – Mercedes B-Klasse: Dass es ein Auto aus Stuttgart auf die Spitzenposition schafft, dürfte wohl nur die wenigsten überraschen. Es ist nicht A-Klasse, wie man wohl vermuten würde. Die landet lediglich auf Platz 22. Den Sieg holt sich stattdessen die von 2005 bis 2011 gebaute B-Klasse – mit einem Rentner-Anteil von sagenhaften 46,3 Prozent. Das Durchschnittsalter der Fahrer ist mit 61,5 Jahren ebenfalls am höchsten. © Mercedes-Benz

Ungestempelte Kennzeichen: Es gibt auch bei den Sonderfällen Einschränkungen

Allerdings gibt es auch in diesen Sonderfällen Einschränkungen, was die Strecke angeht, die zurückgelegt werden darf: Steht eine Fahrt im Zusammenhang mit der Zulassung an – etwa die Fahrt zur Hauptuntersuchung – dann ist diese nur im eigenen Zulassungsbezirk sowie dem angrenzenden Zulassungsbezirk legal, wie ein ADAC-Jurist in einem YouTube-Video erklärt. Anders bei einer Rückfahrt nach der Abmeldung: Hier gibt es dem Experten des Automobilclubs zufolge keine räumliche Einschränkung.

Ohne Kennzeichen darf man in Deutschland auf öffentlichen Straßen nicht unterwegs sein – in wenigen Sonderfällen ist das Fahren mit ungestempelten Nummernschildern jedoch erlaubt. (Symbolbild)

Online-Zulassung: Auch hier sind ungestempelte Kennzeichen kurzfristig legal

Es gibt noch eine weitere Ausnahme, bei der man mit ungestempelten Kennzeichen unterwegs sein darf – und zwar, wenn das Auto online zugelassen wurde. Maximal zehn Tage ist es in diesem Fall erlaubt, mit den ungestempelten Nummernschildern zu fahren. Allerdings muss der vorläufige Zulassungsnachweis gut lesbar im Auto ausgelegt werden und der Zulassungsbescheid mitgeführt werden, wie das Bundesministerium für Digitales und Verkehr auf seiner Webseite informiert. Denn ein nicht zugelassenes Fahrzeug darf im öffentlichen Raum auch nicht geparkt werden. Sobald die Plaketten angekommen sind, müssen diese dann auf den Kennzeichen angebracht werden.

Rubriklistenbild: © Jan-Philipp Strobel/dpa

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