Richtig kompostieren

Kompostieren im Herbst: Diese Gartenabfälle gehören nicht dazu

Bei der Herbstpflege des Gartens entstehen viele Pflanzenreste. Welche davon sind für den Kompost geeignet und welche sollten Sie besser in der Biotonne entsorgen?

Die meisten Zierpflanzen sind verblüht und die Gemüsebeete abgeerntet. Zum hin Herbst wird im Garten Klarschiff gemacht. Bei diesen Aufräumarbeiten fällt jedes Jahr viel organisches Material an. Doch was eignet sich davon für den Komposthaufen – und welche Pflanzen und Pflanzenteile sollten Sie besser über die Biotonne entsorgen?

Kompostierung: Natürliche Zersetzung in mehreren Schritten

Ein Komposthaufen ist im Prinzip eine natürliche Zerkleinerungsmaschine. Hier wird in mehreren Schritten zersetzt und umgewandelt, bis aus groben Gartenabfällen feiner Kompost mit vielen pflanzenverfügbaren Nährstoffen entsteht. An diesem Prozess sind verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen sowie Mikroorganismen beteiligt.

In der ersten Stufe wird das Material von Tieren gefressen. Das sind zum Beispiel Asseln, Schnecken und Regenwürmer – aber auch deutlich kleinere Tiere wie Milben, Springschwänze und Insektenlarven.
Im nächsten Schritt dient das zerkleinerte Material dann Pilzen, Algen und Bakterien als Nahrungsquelle. Diese zersetzen es so weit, bis die darin enthaltenen Nährstoffe wieder frei liegen und verfügbar für Pflanzen sind. Und genau deshalb ist Kompost so ein guter Dünger.

Nicht alle Gartenabfälle gehören auf den Kompost. Manches landet besser in der Biotonne.

Guter Kompost: Auf die Mischung kommt es an

Damit auf Ihrem Komposthaufen guter Humus entsteht, müssen Sie für die richtigen Bedingungen sorgen. Die meisten Winzlinge im Haufen mögen eine eher feuchte Umgebung. Bei zu viel Feuchtigkeit wird aber schnell der Sauerstoff knapp, wodurch bestimmte Fäulnisbakterien und Pilze die Überhand gewinnen. Dann kippt der Komposthaufen, wird schimmelig und das Material ist als Dünger nicht mehr zu gebrauchen. Das merken Sie nicht nur an der Konsistenz, sondern auch am Geruch.
Damit die Zersetzung wie gewünscht abläuft, muss also genügend Feuchtigkeit vorhanden sein – andererseits ist eine gute Durchlüftung wichtig. Nutzen Sie deshalb keine geschlossenen Gefäße zum Kompostieren.
Außerdem ist eine ausreichende Zufuhr von organischem Material nötig, das Kleinstlebewesen und Mikroorganismen als Nahrung dient. Wer die Kompostierung beschleunigen möchte, greift zu einem Schnellkomposter (werblicher Link). Dieser aktiviert das mikrobielle Leben und unterstützt die positiven Zersetzungsprozesse nachhaltig.

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Welche Gartenabfälle dürfen auf den Komposthaufen?

Bei Ihrem Komposthaufen sollten Sie also stets auf eine ausgewogene Mischung achten. Mischen Sie feuchten Rasenschnitt zum Beispiel immer mit trockenen, lockeren und strohigen Bestandteilen wie Laub, Stängeln oder Häckselgut. Außerdem sollten Sie Ihren Komposthaufen regelmäßig umsetzen. Doch welche Gartenabfälle sollten nun auf dem Kompost landen und welche nicht?

Bei Unkraut kommt es darauf an, ob es sich um sogenannte Samen- oder Wurzelunkräuter handelt. Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke sollten Sie stets in der Biotonne entsorgen, da sie auf dem Komposthaufen weiter wachsen. Samenunkräuter wie Löwenzahn oder Vogelmiere dürfen auf den Komposthaufen, solange sie noch nicht blühen und noch keine Samen gebildet haben. Denn die Samen überleben oft auf dem Kompost – und wenn Sie den dann als Dünger verwenden, säen Sie das Unkraut wieder in Ihre Beete.

Wenn Ihr Komposthaufen gut läuft, zersetzen die Mikroorganismen darin die meisten Krankheitserreger. Je mehr Wärme der Haufen produziert, um so besser. Auf so einem Haufen können Sie problemlos Pflanzen entsorgen, die von folgenden Krankheiten befallen sind:

  • Mehltau
  • Spitzendürre
  • Birnengitterrost
  • Krautfäule
  • Kräuselkrankheit
  • Rostkrankheiten

Anders sieht es bei Erregern aus, die robuste Dauerformen bilden. Pflanzen, die mit folgenden Krankheiten infiziert sind, gehören unbedingt in die Biotonne:

  • Fusarium
  • Verticillum
  • Kohlhernie
  • Sclerotinia

Auch wenn Ihre Pflanzen von tierischen Schädlingen befallen sind, dürfen sie meist auf den Kompost. Eine Ausnahme bilden hier jedoch Pflanzen mit:

  • Gemüsefliegen
  • Wurzelgallenälchen
  • Miniermotten

Viele Gartenfreunde sind sich bei giftigen Pflanzen unsicher. Dürfen Sie zum Beispiel Schnittreste von Eiben oder Thuja auf Ihren Komposthaufen werfen? Oder bleiben die Giftstoffe darin enthalten? Hier gibt es eine ganz klare Entwarnung. Wenn giftige Pflanzen absterben, verrotten sie wie alle anderen Gewächse auch. Dabei zersetzen Mikroorganismen die Giftstoffe wie fast alle anderen Verbindungen.

Zehn Arbeiten, die den Garten auf den Winter vorbereiten

Pfingstrose
Der Januar ist für die Aussaat von Kaltkeimern wie Lilien, Mohn oder Pfingstrosen der optimale Zeitpunkt . © Markus Hötzel/Imago
Gartenteich
Ist das Wasser im Teich eher flach, müssen Sie die Fische vor dem Winter herausholen und an einen geeigneten Ort umsetzen. Die Teichpumpe und Filteranlage ausschalten, reinigen und vor Frost geschützt lagern. © Erich Geduldig/Imago
Laub
Laub im Garten sollten Sie vor dem Winter entfernen, denn es kann dem Rasen schaden.  © MBerg/Imago
Hecke
Von 1. Oktober bis Ende Februar dürfen Sie wieder beherzt die Hecke schneiden. Außerhalb dieser Zeit sind nur kleinere Rückschnitte erlaubt, so sagt es das Bundesnaturschutzgesetz. © Liane M/Imago
Hochbeet im Winter
Ab November ist es sinnvoll, das Hochbeet zu mulchen, Zwiebeln von Frühblühern zu setzen oder winterhartes Gemüse wie Rucola anzubauen. Vlies oder Stroh können als Schutz vor Frost dienen.  © Stock&people/Imago
Gartenschlauch
Der Gartenschlauch sollte im Winter kein Wasser enthalten. © Lolostock/Imago
Rosenschnitt
Rosen sollten im Spätherbst sowie im März zurückgeschnitten werden; Obstbäume am besten im Spätwinter. © Kantaruk Agnieszka/Imago
Zitronenbaum
Zitronenbäume können hierzulande nicht ohne Schutz draußen überwintern. Sobald Nachtfröste auftreten, sollten Sie ihn ins Winterquartier verfrachten. © Georgios Alexandris/Imago
Specht
Es lohnt sich Vögel, die den Winter über in Deutschland bleiben, zu beobachten. Bieten Sie diesen Futter in Form von Haferflocken, Sonnenblumenkernen oder Rosinen an.  © Steve Byland/Imago
Pampasgras
Pampasgras sollte als Schutz vor Nässe und Kälte im Winter zusammengebunden werden. © E. Thielscher/Imago

Bei Laub kommt es auf die Sorte an. Nicht alle Laubarten eignen sich gut zum Kompostieren. Oft ist es ohnehin besser, Laub in den Beeten zu belassen. Nur auf Wegen, aus dem Gartenteich und besonders vom Rasen sollten Sie herabgefallenes Laub entfernen.
Achten Sie außerdem darauf, dass manche Blätter deutlich langsamer verrotten als andere. Das Laub von Obstbäumen ist bereits nach einem halben Jahr zersetzt. Ebenso das von Birken oder Linden. Die Blätter von Buchen oder Eichen brauchen dagegen deutlich länger. Diese haben außerdem einen sehr niedrigen pH‑Wert und sollten nur in Maßen auf dem Komposthaufen landen. Ansonsten sterben viele nützliche Mikroben, die nicht gut in saurem Milieu zurechtkommen.

Laub besser vorher häckseln

Wenn im Herbst viel Laub für den Kompost anfällt, häckseln Sie es am besten vorher. Dann wird es deutlich schneller zersetzt. Wenn Sie keinen Häcksler haben, können Sie einen Rasenmäher mit Auffangsack nutzen. Verteilen Sie das Laub dazu auf dem Rasen und fahren Sie einfach drüber. Auch hier gilt natürlich wieder: Wenn viel Laub anfällt, mischen Sie es am besten mit anderem Material.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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