Überfüllte Tierheime

Bis zu 25.000 Euro oder Freiheitsstrafe: Das Aussetzen von Tieren ist strafbar

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Jedes Jahr im Sommer füllen sich die Tierheime und die Zahl der ausgesetzten Tiere steigt ins Unermessliche. Mit welchen Folgen Täter rechnen müssen – das hat Landtiere.de bei Peta erfragt.

„Tierheime in NRW überfüllt“ (RP Online), „Überfüllte Tierheime und Personalmangel: Tierschützer appellieren an Politik“ (SAT.1 Regional) oder „Warum Tierheime hoffnungslos überfüllt sind“ (Deutschlandfunk Kultur) – Schlagzeilen wie diese tauchen seit einigen Wochen häufig in den Medien auf – wieder einmal. Denn jedes Jahr um die gleiche Zeit häufen sich die Meldungen über ausgesetzte Tiere und überfüllte Auffangstationen. Ein wichtiger Grund für Landtiere.de, um bei der größten Tierrechtsorganisation der Welt, Peta, nachzufragen, mit welchen Konsequenzen Haustierbesitzer rechnen müssen, die ihre Schützlinge herzlos aussetzen.

Tiere aussetzen ist strafbar: Tätern droht eine saftige Geldstrafe

Wer sein Haustier aussetzt, macht sich strafbar.

Auf Anfrage informiert Peta zunächst über die rechtliche Grundlage: „Das Aussetzen von Tieren, wie z. B. das Anbinden im Park oder das Verjagen durch den Halter oder die Personen, die das Tier in ihrer Obhut haben, ist verboten (§ 3 S. 1 Nr. 3 TierSchG).“ Doch wie sieht es mit den Konsequenzen für potenzielle Täter aus? „Das Zuwiderhandeln ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 18 Abs. 1 Nr. 4 TierSchG und kann mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.“

„Das Verbot erfordert nicht, dass es zu einer konkreten Gefährdung des Tieres kommt“

Wer glaubt, dass harte Strafen erst dann drohen, wenn durch das Aussetzen Gefahr für das verlassene Tier besteht, der irrt, so die Organisation. Denn „das Verbot des § 3 S. 1 Nr. 3 TierSchG erfordert nicht, dass es zu einer konkreten Gefährdung des Tieres an Leben, Unversehrtheit oder Wohlbefinden kommt.“ Viel eher müsse jede Aussetzung verhindert werden, weil sie mit einer akuten Gefährdung des Tieres verbunden sei.

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Ab wann eine Haftstrafe droht: „Wenn die Tiere sterben, Schmerzen haben oder leiden“

Besteht eine solche Gefährdung für Leib und Leben eines Tieres, drohen weitaus drastischere Strafen als bloße Geldbußen: „Das Aussetzen von Tieren kann darüber hinaus den Tatbestand der Tierquälerei nach § 17 TierSchG erfüllen, wenn die Tiere sterben, Schmerzen haben oder leiden, beispielsweise weil sie nicht genug Wasser oder Nahrung bekommen. In diesem Fall kann das Aussetzen mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden.“

Zu den Gefahren des Aussetzens, beispielsweise die Gefährdung durch den Straßenverkehr oder Verhungern, käme außerdem das massive psychische Leid der Tiere hinzu, die oftmals in den Situationen völlig verzweifeln und lebenslange Traumata davontragen würden, teilt eine Tierpsychologin von Peta mit.

Diese elf Hunderassen sind vielleicht schlauer als Ihr Nachbar – belegt durch wissenschaftliche Tests

Ein Malinois drückt sich anschmiegsam gegen die Beine eines Soldaten.
Der Malinois, auch bekannt als Belgischer Schäferhund ist – Erkenntnissen einer Studie von Dezember 2022 zufolge – die intelligenteste Hunderasse der Welt. Häufig wird diese kluge Rasse als Polizei- oder Schutzhund eingesetzt. Ihre Eigenständigkeit stellte der Malinois während verschiedener Tests unter Beweis: Neben dem Deutschen Schäferhund war es beim Belgischen Schäferhund am wahrscheinlichsten, dass er sich angesichts einer unlösbaren Aufgabe nicht an seinen Besitzer wandte. © TT/Imago
Border Collie mit Frisbee im Maul.
Der sensible Border Collie gilt als eine der intelligentesten Hunderassen. Lange Zeit galt er sogar als die schlauste Rasse überhaupt. Aufgrund seiner Cleverness ist er ein prädestinierter Hund für Hundesportarten wie Agility oder Obedience. Sein „Will to please“ (der Wille, seinem Menschen zu gefallen) sorgt dafür, dass der Border Collie aufblüht, wenn er zusammen mit seinem Besitzer Aufgaben lösen darf. Der früher meist als Schäferhund eingesetzte Border Collie ist heute ein beliebter Familienhund. © Westend61/Imago
Porträt eines auf einer Bank in Cleadon Hills stehenden Pudels an einem sonnigen Tag.
Pudel sind nicht nur beliebte Familienhunde, sondern zeichnen sich durch ihre außerordentliche Klugheit und die überdurchschnittliche Lernfähigkeit aus. Der aus Frankreich stammende Rassehund wird oft als Rettungshund, Leichenspürhund oder als Blindenführhund eingesetzt. Wegen ihrer besonderen Sensibilität eignet sich der Pudel zudem hervorragend als Therapiehund. © Design Pics Editorial/Imago
Ein Polizist mit einem Polizeihund an der Leine.
Wie bereits sein Name verrät, hatte der Deutsche Schäferhund ursprünglich die Funktion eines Hütehundes. Seine hohe Intelligenz machen sich heutzutage vor allem Polizei, Militär und Zoll zunutze: Mit seiner Lernfähigkeit, einem ausgeprägten Gehorsam und der Gefügigkeit hat der treue Schäferhund das perfekte Zeug zum Diensthund. Er besitzt nicht nur ein ausgeglichenes Temperament, sondern ist auch für seine Aufmerksamkeit, Nervenstärke und Selbstsicherheit bekannt. © Design Pics/Imago
Menschen streicheln einen Hund in einer Gruppentherapiesitzung.
Nicht grundlos sehen wir den beliebten Golden Retriever oftmals als Blindenführhund oder als Begleithund für Gehörlose. Auch als Rettungshund eignet sich diese geduldige, ruhige und achtsame Hunderasse besonders gut. Ihre erstaunliche Intelligenz gepaart mit Gutmütigkeit bringen die liebenswürdigen Goldies gerne in ihre Besitzerfamilien ein. © Science Photo Library/Imago
Portrait einer Dobermann Hündin.
Seinem Ruf als aggressiver Hund zum Trotz überzeugt der Dobermann durch Cleverness, Aufmerksamkeit und Mut. Als Diensthund der Polizei oder Bundeswehr kann er seine Talente nutzbringend einsetzen. In der Zucht wird der charakterliche Schwerpunkt heute auf Ruhe und Freundlichkeit gelegt. Mit seiner gelehrigen, ausdauernden und aufmerksamen Art überzeugt er Hundekenner auch als loyaler Begleiter von sich. Eine gute und geduldige Erziehung kitzelt aus dem Dobermann außerdem einen Familienhund hervor. © Zoonar/Imago
Ein Shetland Sheepdog, stehend auf einem Felsen.
Der Shetland Sheepdog, auch Shelti genannt, ist für sein intelligentes, gutmütiges und lernwilliges Wesen bekannt. Ein ausgeprägter „Will to please“, schnelle Auffassungsgabe und Spaß am Lernen dominieren seine Art. Diese Fähigkeiten setzt der Shetland Sheepdog als Hütehund, Begleithund, Rettungshund oder Therapiehund ein. Der Shelti wird oftmals als besonders sensibel beschrieben. Er ist beispielsweise in der Lage, die Stimmung seiner Familie zu erkennen und ist stets darauf bedacht, diese– falls nötig – zu verbessern. © imagebroker/Imago
Labrador Retriever: Mehrere Hunde sitzen in der Wiese.
Als eine der beliebtesten Hunderassen hierzulande zeichnet sich der Labrador Retriever durch seine Intelligenz und Gutmütigkeit aus. Er strebt danach, seinen Besitzern zu gefallen, und wird oft als Drogenspürhund, Rettungshund oder Blindenhund eingesetzt. Dank seines aufmerksamen und lernwilligen Charakters, der jedoch stets von Freundlichkeit geprägt ist, erledigt er diese Aufgaben äußerst gewissenhaft. © imagebroker/Imago
Ein reinrassiger Rottweiler springt während eines Agility Trainings über ein Hindernis.
Intelligent, ausdauernd und furchtlos: So kennt man den Rottweiler. Auch Polizei und Militär schätzen ihn für diese Eigenschaften. Der gehorsame Rassehund kann Situationen selbstständig bewerten und punktet mit einem starken und aufmerksamen Charakter. Sein starker Beschützerinstinkt hat ihm in einigen Bundesländern den Status eines Listenhundes beschert. Dennoch gilt er als anhänglich und kinderlieb. Der Rottweiler wird ausschließlich Hundekennern mit langjähriger Erfahrung empfohlen. © YAY Images/Imago
Porträt eines Australian Cattle Dog, der in einer Blumenwiese steht.
Der intelligente Australian Cattle Dog liebt es, zu lernen: Er eignet sich mit Vorliebe die unterschiedlichsten Tricks und Fähigkeiten an. Als Treib- und Wachhund scheut er auch die Konfrontation mit körperlich überlegenen Bullen nicht. Mit konsequenter Erziehung und guter Führung durch einen erfahrenen Hundebesitzer wird aus dem Australian Cattle Dog ein loyaler Begleiter. © imagebroker/Imago
Ein liebenswerter Kanaan Hund in einem gelben Geschirr liegt am Meeresufer.
Auch Israelspitz genannt, ist der Kanaan Hund eine durchaus seltene Hunderasse. Mit den anderen aufgeführten Rassen hat er bis auf seine hohe Intelligenz nicht viel gemeinsam: Er gilt als besitzergreifend und liebt seine Unabhängigkeit. Ihm etwas aufzwingen zu wollen – das kommt dem reaktionsfreudigen Kanaan Hund nicht in die Tüte. Wer auf der Suche nach einem Kuscheltier ist, sollte sich anderweitig umschauen. Ob und wer ihn streicheln darf, das entscheidet der eigenständige Hund immer noch selbst. Kanaan Hunde eignen sich für ausschließlich für erfahrene Halter. Ist er jedoch einmal in die Familie integriert, beweist er sich als anhänglich, treu und schützend. © Wirestock/Imago

Aussetzen ist keine Option – wo können Haustierbesitzer ihre Lieblinge unterbringen?

Es ist nur verständlich, dass im Sommer alle Menschen ihre freie Zeit genießen möchten – und das möglichst in weiter Ferne. Doch was passiert dann mit Hund, Katze und Co? Um derart großes Leid, wie es durch Aussetzen meist der Fall ist, zu verhindern, sollten sich Haustierbesitzer frühzeitig nach Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Lieblinge erkundigen. Wichtig ist außerdem, sich vor einer Anschaffung genau zu überlegen, wie die Betreuung des Haustieres im Urlaubs- oder Krankheitsfall aussehen kann.

Von Tierpensionen bis hin zu tierfreundlichen Unterkünften – die Möglichkeiten sind vielfältig. Oftmals erklären sich zudem Freunde oder Familienmitglieder bereit, auf die Vierbeiner aufzupassen. Auch Tierbetreuer, wie Hunde- oder Katzensitter, die problemlos im Internet zu finden sind, stellen eine liebevolle Betreuungsalternative dar. Was zu tun ist, wenn Sie einen ausgesetzten Hund finden, lesen Sie hier.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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