Neun Anzeichen

Wie erkenne ich, ob mein Hund Schmerzen hat?

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Meist merkt man es Hunden nicht an, wenn sie unter Schmerzen leiden. Besitzer sollten deshalb genau hinschauen, um ihren Lieblingen unnötiges Leid zu ersparen.

Hunde sind stets für uns da, wenn es uns schlecht geht. In diesen Situationen spüren die Vierbeiner instinktiv, dass etwas nicht stimmt und sie werden umso anhänglicher. Doch was passiert, wenn sich die Fellnasen selbst unwohl fühlen? Leider sind Hunde ziemlich gut darin, Schmerzen zu verbergen. Der Grund dafür ist nicht nur, dass sie im Gegensatz zum Menschen weniger gut darin sind, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren. Als Rudeltier liegt es in der Natur von Hunden, Symptome zu verstecken, die auf eine schwache Konstitution hinweisen. Alles andere würde sie angreifbar machen.

Schmerzen äußern sich bei jedem Hund ein wenig anders.

Nötig ist dieser Instinkt heute natürlich nicht mehr. Hundebesitzer würden schließlich alle Hebel in Bewegung setzen, um ihrem kleinen Liebling Leid zu ersparen. Die folgenden neun Verhaltensweisen können ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr Vierbeiner Schmerzen hat.

1. Appetitverlust

Schmerzen können den Appetit Ihres Hundes beeinflussen. Wenn er weniger frisst als gewöhnlich, den Futternapf meidet und sogar Leckerlis verwehrt, könnte dies ein Indiz dafür sein, dass er Schmerzen hat. Viele Hunde trinken außerdem weniger, wenn es ihnen nicht gut geht. In beiden Fällen sollten Sie nachforschen, was dahinter steckt.

2. Verändertes Schlafverhalten

Durchschnittlich schlafen Hunde rund 14 Stunden pro Tag. Kranke Vierbeiner haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis und ruhen um die 20 Stunden. Das Gleiche kann zutreffen, wenn sie Schmerzen haben. Andere Hunde schlafen dagegen unruhig und kommen nicht zur Ruhe. Die Schmerzen treiben sie dazu, immer wieder aufzustehen, um eine bequeme und schmerzfreie Schlafposition zu finden.

3. Jammern oder Winseln

Ein Hund kann durch Jammern, Winseln oder Fiepen versuchen, seine Schmerzen auszudrücken. Dann sollten Sie auf jeden Fall hellhörig werden. Dieses Verhalten kann vor allem auftreten, wenn sich der Hund bewegt oder wenn Druck auf die schmerzende Stelle ausgeübt wird.

4. Schnelle Atmung

Hechelt Ihr Vierbeiner in letzter Zeit ohne erkennbaren Grund? Der Grund könnten versteckte Schmerzen sein, die den Herzschlag beschleunigen und zu einer schnelleren Atmung führen. Auch wenn der Hund sehr schwer oder flach atmet, sollten bei Ihnen die Alarmglocken klingeln.

5. Verändertes Verhalten

Selbst Hunde, die normalerweise lebhaft und verspielt sind, können lethargisch und zurückgezogen wirken, wenn sie Schmerzen haben. Manche Vierbeiner verhalten sich plötzlich aggressiv oder ängstlich, besonders wenn die schmerzende Stelle berührt wird. In diesem Fall ist Fingerspitzengefühl gefragt: Natürlich würden Sie als Besitzer nichts lieber tun, als Ihren Liebling in den Arm zu nehmen. Berührungen verschlimmern die Schmerzen aber oft nur. Achten Sie stattdessen darauf, welche Stelle die Symptome hervorruft und wenden Sie sich an einen Tierarzt.

6. Übermäßiges Lecken

Lecken gehört zum normalen Verhaltensrepertoire von Hunden. Wenn Ihr Fellfreund aber immer wieder eine bestimmte Stelle ableckt, daran reibt oder sie kratzt, können Schmerzen dahinterstecken.

7. Veränderte Bewegungsabläufe

Schmerzen können die Art und Weise beeinflussen, wie sich ein Hund bewegt, da er versucht, die qualvollen Bewegungen zu vermeiden oder die betroffene Stelle zu entlasten. Beispiele dafür sind Hinken, Steifheit oder Schwierigkeiten beim Aufstehen bzw. Hinlegen. Manche Hunde verändern außerdem ihre Gangart und laufen deutlich zögerlicher.

8. Apathie gegenüber gewohnten Aktivitäten

Ein Hund, der üblicherweise gerne spazieren geht, ins Auto springt oder Treppen steigt, kann bei Schmerzen zögerlich oder widerwillig sein, diese Aktivitäten auszuführen. Dieses Verhalten sollten Sie nicht als Faulheit missdeuten: Ihr Liebling hat Schmerzen und benötigt möglicherweise Hilfe.

9. Veränderte Körperhaltung

Ein gesunder Hund spaziert oder läuft erhobenen Hauptes hin und her. Schmerzen führen dagegen dazu, dass die Haustiere den Kopf hängen lassen und eine Schonhaltung einnehmen. Außerdem klemmen sie den Schwanz ein und flachen den Rücken ab, um die Belastung auf die Wirbelsäule zu reduzieren. Wenn ein Hund Schmerzen im Gesicht hat, kneift er möglicherweise die Augen zusammen, um sein Unbehagen zu reduzieren.

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Grundsätzlich gilt: Wenn Ihr Hund starke Schmerzen hat, sein Fressen verweigert oder stark verhaltensauffällig wird, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um das Leiden Ihrer Fellnase zu lindern und mögliche gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Nano Calvo

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