Steigender Zusatzbeitrag

Schock für Millionen Rentner: Mehrere Krankenkassen erhöhen Beiträge

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Der Zusatzbeitrag steigt bei weiteren gesetzlichen Krankenkassen im Sommer 2025. Welche Kassen ihn erhöhen und warum Rentner das erst später auf dem Konto merken.

Bereits Anfang des Jahres erhöhten die gesetzlichen Krankenkassen auf breiter Front ihren Zusatzbeitrag. Durchschnittlich kletterte dieser zum 1. Januar 2025 von 1,7 auf 2,9 Prozent – was einen Rekordwert bedeutete. Der Grund für den enormen Kostenanstieg: Ein Milliardenloch über sechs Milliarden Euro im Jahr 2024 und eine prekäre Finanzlage. Für viele der rund 74 Millionen Versicherten in diesem System kommt jetzt der nächste Dämpfer.

Sechs große Krankenkassen haben für Anfang Juli beim Bundesamt für Soziale Sicherung eine Erhöhung ihrer individuellen Zusatzbeiträge beantragt, wie Doris Pfeiffer, die Chefin des Spitzenverbands, mitteilte. Besonders hart trifft es Beschäftigte aus der Mittelschicht und Menschen in der Rente. Welche Ruheständler in Deutschland sind konkret betroffen?

Enorme Beitragserhöhungen bei sechs Krankenkassen – besonders Rentner sind betroffen

Bei sechs Krankenversicherern steigen die Zusatzbeiträge ab Juli 2025 deutlich – in manchen Fällen sogar auf mehr als das Doppelte des bisherigen Satzes, wie das Portal Gegen-harz.de informiert. Betroffene Versicherte werden in den kommenden Wochen schriftlich von ihrer Krankenkasse informiert. Da die Deutsche Rentenversicherung die neuen Beiträge aber erst zeitversetzt berücksichtigt, könnten die Rentner die Erhöhung aber erst ab September auf dem Konto zu spüren bekommen.

Ab Erhalt des Schreibens gilt ein Sonderkündigungsrecht von zwei Monaten. Wichtig zu wissen: In diesem Fall entfällt die sonst übliche Mindestbindungsfrist von zwölf Monaten. Ein Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse kann sich finanziell lohnen – allerdings sollten Versicherer nicht nur für den Krankenkassenbeitrag schauen, sondern auch die angebotenen Leistungen wie Beratungsangebote, Bonusprogramme, Gymnastikkurse oder Zuschüsse zum Zahnersatz miteinander vergleichen.

„Dramatische Situation“ bei Krankenkassen belasten Rentner finanziell

GKF-Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer sieht die gesetzlichen Krankenkassen in einer „dramatischen Situation“ und fordert, die „Beitragsspirale“ zu durchbrechen, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Hintergrund ist, dass die Krankenkassen teils kräftig steigende Milliardenausgaben für medizinische Leistungen und Medikamente decken müssen. Dazu kommt aber auch die Notwendigkeit, stark geschrumpfte Finanzreserven wieder aufzufüllen. Diese lagen Ende 2024 nur noch bei sieben Prozent einer Monatsausgabe statt bei vorgeschriebenen 20 Prozent.

Den individuellen Zusatzbeitrag legt jede Kasse je nach Finanzlage für ihre Versicherten fest. Zum Gesamtbeitrag gehört daneben noch der allgemeine Basissatz von 14,6 Prozent des Bruttolohns. Beide Beiträge schultern Arbeitgeber, beziehungsweise für Ruheständler die Deutsche Rentenversicherung (DRV) nach dem Paritätsprinzip zur Hälfte. Freiwillig gesetzlich versicherte Pensionäre müssen den Zusatzbeitrag sogar allein berappen.

Steigt Zusatzbeiträge weiter? Gesundheitsministerin macht klare Ansage

Zu weiteren Kostenexplosionen beim Zusatzbeitrag soll es zunächst nicht kommen. Laut Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sollen neue Beitragsanhebungen für Versicherte und Unternehmen vermieden werden. Im Blick steht mehr Geld aus dem Bundeshaushalt über den regulären Zuschuss von 14,5 Milliarden Euro im Jahr hinaus.

Die Krankenkassen fordern schnelle Maßnahmen zum Bremsen von Ausgaben, die beispielsweise für neue Therapien, Arzneimittel und Krankenhausaufenthalte anfallen. Außerdem müsse der Bund Kosten für die Versorgung von Empfängern der neuen Grundsicherung, dem ehemaligen Bürgergeld, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe voll übernehmen. Jährlich macht das rund zehn Milliarden Euro aus. 

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