Zum Start der Urlaubssaison: Seit 1. Juli gelten in Kroatien erhöhte Mautgebühren
VonJulian Mayr
schließen
Urlauber müssen nun in Koratien mehr Maut zahlen. Ganze zehn Prozent mehr werden nun fällig. Damit sollen die Kosten des Straßenerhalts gedeckt werden.
Zagreb – Kroatien ist nach wie vor ein beliebtes Urlaubsziel. 2023 verzeichnete das Urlaubsland an der Adria dem nationalen Tourismusverband zufolge mehr als 20 Millionen Ankünfte. Doch in den letzten Jahren monierten viele Urlauber stark gestiege Preise im einst so preiswerten Urlaubsziel. Nun erhöhte Kroatien zum 1. Juli auch die Mautgebühren für bestimmte Fahrzeugklassen.
Wunderschönes Kroatien: Zehn der schönsten Orte, die Sie sich im Urlaub nicht entgehen lassen dürfen
Kroatien bittet Autofahrer stärker zur Kasse – Maut-Erhöhung seit 1. Juli in Kraft:
Die saisonalen Mautgebühren, die vom 1. Juli bis zum 30. September 2024 gelten, betreffen unter anderem PKW, Motorräder und Wohnmobile, nicht jedoch Busse oder Lastwagen. Autofahrer müssen künftig 10 Prozent mehr für die Nutzung der kroatischen Autobahnen bezahlen, gab die staatliche Autobahngesellschaft Hrvatske Autoceste (HAC) in einer Mitteilung bekannt.
Diese zeitlich begrenzten Erhöhungen wurden 2017 eingeführt, aber in den letzten vier Jahren aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt, um Bürger und Wirtschaft während der touristischen Hochsaison zu unterstützen, heißt es darin weiter.
Die HAC teilt zudem mit, dass die Preise mit dem Beitritt Kroatiens zur Eurozone am 1. Januar 2023 auf eine Dezimalstelle gerundet wurden, was zu geringeren Kosten für die Nutzer führte. So wurde beispielsweise eine Gebühr von 20,17 Euro auf 20,10 Euro abgerundet, anstatt auf 20,20 Euro aufgerundet zu werden. Seit 2012 seien die Mautgebühren zudem nicht an die Inflation angepasst worden.
Autobahngesellschaft HAC begründet teurere Maut mit verstärktem Fahrzeugaufkommen im Sommer
Die Erhöhung der Mautgebühren ist Teil eines finanziellen Restrukturierungsmodells der kroatischen Autobahngesellschaft. Das Ziel ist es, die gestiegenen Kosten für Wartung, Sicherheit und Verkehrsmanagement während der stark frequentierten Sommermonate zu decken. Etwa 40 Prozent des jährlichen Verkehrsaufkommens in Kroatien entfallen laut HAC auf die Sommermonate.
Auf einigen Autobahnen ist die Fahrzeuganzahl in dieser Zeit bis zu dreimal höher als in anderen Jahreszeiten, was auch zu höheren Kosten in Sachen Instandhaltung, Sicherheit und Überwachung führt. Generell wird der Massentourismus immer mehr zum Problem in Kroatien – und nicht nur dort.
Maut in Kroatien wird über den Sommer teurer: Dieser Betrag wird von Zagreb bis Rijeka fällig
Das kroatische Nachrichtenportal Dnevnik.hr hat beispielhaft die Kostensteigerungen für bestimmte Autobahnabschnitte skizziert:
Die Strecke von der Hauptstadt Zagreb bis nach Dugopolje im Süden Kroatiens (ca. 395 Kilometer) kostet nun 26,40 Euro statt 24 Euro.
Für die rund 165 Kilometer lange Strecke Zagreb-Rijeka zahlen Autofahrer 10,10 Euro statt 9,20 Euro.
Kennzeichenerkennung und Elektronische Mautgeräte: Neues Mautsystem kommt ab 2025
Ab 2025 plant Kroatien die Einführung eines neuen elektronischen Mautsystems, das die bisherigen Mautstationen ersetzen soll. Dieses System soll den Verkehrsfluss verbessern und die Wartezeiten reduzieren, was besonders während der Ferienzeit von Vorteil sein wird. Das neue System ist auf eine Mindestnutzungsdauer von 15 Jahren ausgelegt und soll ohne größere Updates auskommen.
Das elektronische Mautsystem wird moderne Erkennungstechnologien nutzen, um Fahrzeuge zu identifizieren und automatisch die entsprechenden Gebühren zu berechnen. Schwere Nutzfahrzeuge müssen künftig elektronische Mautgeräte (ENC) verwenden, während leichte Fahrzeuge zwischen ENC und einem Kennzeichenerkennungssystem wählen können. (jm)