Gebühren für Autobahn-Nutzung

Neues Maut-System in Kroatien – darauf müssen Urlauber sich vorbereiten

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    Romina Kunze
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Kroatien plant eine Revolution auf seinen Autobahnen. Ein neues, vollständig digitales Mautsystem kommt ab 2025. Urlauber dürfen sich davon Vorteile versprechen.

Zagreb – Mehr Zeit als nötig verbringt wohl keiner gerne in seinem Auto. Vor allem nicht, wenn es in den Urlaub geht. Doch gerade zu Ferienzeiten staut es sich an Mautstellen mitunter kilometerweit zurück. Davon können angestammte Kroatien-Reisende sicherlich ein Liedchen singen.

Und auch den Behörden des Balkan-Landes scheint die Angelegenheit unter den Fingernägeln zu brennen. Ab 2025 soll in Kroatien ein neues, effizienteres Mautsystem auf den Autobahnen eingesetzt werden, wie nun bekannt wurde. Maut-Änderungen auf der anderen Adria-Seite stehen dagegen schon in diesem Sommer an. Italien hebt seine Maut-Gebühren zum 1. Juli 2024 an und verlangt künftig wohl gut das Doppelte für die Autobahn-Nutzung.

Maut-Revolution in Kroatien soll nicht nur Vorteile für Urlauber bringen

Das Hauptziel des neuen Systems ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, indem Halte- und Wartezeiten reduziert werden. Insbesondere während der Hauptsaison, wenn die Straßen durch den Tourismus überlastet sind, soll das schrankenlose Bezahlsystem eine erhebliche Entlastung bringen, schreibt der ADAC. In einigen Ländern Europas gibt es die elektronische Maut allerdings schon länger.

Stückchen für Stückchen rollt man vorwärts, wenn es blöd läuft, sieht man die Mautstation noch nicht einmal, ehe es sich heftig staut. Und dann noch das passende Kleingeld rausfriemeln und darauf warten, dass die Maschine das Ticket ausspuckt. Das leidige Prozedere an den Mautstellen ist aber in Kroatien wohl künftig passé. (Symbolfoto/Collage)

Das neue, elektronische Mautsystem in Kroatien soll gleich mehrere Vorzüge mit sich bringen, sind sich die Behörden laut ADAC sicher. So soll es nicht nur den Urlaubern und Einheimischen in den Autos, sondern auch dem Klima zugutekommen. Indem die Stopps an den Stationen vermieden werden, sollen nicht nur die jeweiligen Reisezeiten des einzelnen verkürzt, sondern auch Kraftstoff gespart werden. Dadurch würden Emissionen reduziert und die Umwelt weniger belastet.

Moderne Erkennungstechnologien sollen Fahrzeuge leicht identifizieren und automatisch entsprechende Gebühren berechnen können. Das neue Mautsystem ist auf eine Mindestnutzungsdauer von 15 Jahren ausgelegt und soll ohne größere Updates auskommen.

Maut ohne lange Auto-Kolonne? Digitalisierung soll Abfertigung um das Zehnfache steigern

Schwere Nutzfahrzeuge werden in Zukunft elektronische Mautgeräte (ENC) verwenden müssen, um eine genaue Erfassung und Abrechnung der Mautgebühren zu gewährleisten. Autofahrer und Zweiräder genießen etwas mehr Flexibilität. Leichte Fahrzeuge haben nach ADAC-Informationen die Wahl zwischen ENC und einem Kennzeichenerkennungssystem. Schon ab Juli 2024 wird die Autobahn-Maut für LKWs in Deutschland auch auf 3,5-Tonner ausgeweitet – müssen damit bald auch Wohnmobile blechen?

Die vollständige Digitalisierung des Mautsystems, von der Fahrzeugerfassung bis zur Zahlung, soll zudem die Fehleranfälligkeit reduzieren. Laut der Website carwow.de können derzeit nur vergleichsweise wenige Fahrzeuge in der Stunde abgefertigt werden. Mit der digitalen Umstellung würden statt der rund 300 Fahrzeuge pro Stunde künftig bis zu 3.000 Fahrzeuge durch die Stationen rollen.

Auch in Österreich gibt es digitale Vignetten, aber Urlauber sollten darauf achten, mit einem gültigen Ticket unterwegs zu sein, um hohe Ersatzmaut-Zahlungen zu vermeiden. Wer noch auf die klassische Klebe-Vignette setzt, hat womöglich Mühe und Not, das Plastik wieder von der Frontscheibe zu bekommen. Ein Experte zeigt, wie man sie restlos entfernt.

Letzten Details noch nicht endgültig geklärt

Die Initiatoren versprechen sich davon, lange Blechlawinen, wie es sie bisher an solchen Stellen gegeben hatte, zu vermeiden. Statt einer langen Autoschlange sollen Urlauber ab nächsten Jahr auf kroatischen Autobahnen also ohne größeren Unterbrechungen fahren können, indem sie bequem mit einer E-Vignette bezahlen.

Wunderschönes Kroatien: Zehn der schönsten Orte, die Sie sich im Urlaub nicht entgehen lassen dürfen

Blick auf Split in Kroatien
Im Herzen der Region Dalmatien liegt die zweitgrößte Stadt Kroatiens: Split. Die Adria-Schönheit blickt auf eine 1.700 Jahre alte Geschichte zurück – einst war es Teil des Römischen Reichs, dann venezianisches Schutzgebiet, später unter osmanischer Herrschaft. Zu den beeindruckendsten Bauwerken zählt der Diokletianspalast, der einst dem römischen Kaiser Diokletian als Alterssitz diente und heute zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Urlauber können aber auch an der palmengesäumten Uferpromenade Riva entlangschlendern und die frische Seeluft schnuppern.  © Pond5 Images/Imago
Küstenlinie von Opatija
Die Küstenstadt Opatija war im 19. Jahrhundert ein begehrter Kurort an der Kvarner Bucht, den auch schon die Kaiserin Sisi als Urlaubsdomizil genutzt hat. Hier lässt sich wunderbar an der Promenade Lungomare entlang flanieren oder durch das Stadtzentrum schlendern, um die prächtige Villa Angiolina mitsamt Park zu besuchen.  © Dalibor Brlek/Imago
Altstadt von Šibenik
Šibenik befindet sich im Norden der Region Dalmatien und ist ein perfekter Ort für alle, die sich für Kultur interessieren. In der Altstadt reihen sich Kirchen, Klöster und Paläste aneinander, obendrein gibt es eine Vielzahl von Museen und Galerien. Zu den Highlights zählen vier venezianische Festungsanlagen, die Jahrhunderte lang dem Schutz vor Überfällen dienten. Zum Unesco-Weltkulturerbe gehört überdies die Kathedrale des Heiligen Jakob, dessen Dach ein Tonnengewölbe bildet. © Pond5 Images/Imago
Wasserfälle in Krka-Nationalpark in Kroatien
Nur wenige Kilometer von Šibenik entfernt befindet sich der Nationalpark Krka. Der gleichnamige Fluss schlängelt sich hier mal durch sanfte Hänge und mal durch tiefe Schluchten – und stürzt dann mal in Form eines Wasserfalls mehrere Meter hinab. An den Ufern können Wanderer außerdem zahlreiche Festungsruinen finden. Inmitten eines großflächigen Sees liegt eine Klosterinsel.  © YAY Images/Imago
Dorf Rovinj in Kroatien
An der Westküste Istriens befindet sich die kleine Hafenstadt Rovinj. Sie zeichnet sich durch ihre malerischen, verwinkelten Gassen aus, zu den romantischsten gehören Trevisol und Garzotto. Die Häuser entlang des Weges sind mit bunten Fassaden und strahlenden Blumen versehen. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der etwa 60 Meter hohe Turm der Kirche der Heiligen Euphemia, der sich im Herzen des historischen Teils von Rovinj befindet.  © Pond5 Images/Imago
Nationalpark Paklenica in Kroatien
Winnetou-Fans wird der Nationalpark Paklenica vielleicht ein Begriff sein – die wildromantische Landschaft diente als Drehort für die Karl-May-Filme (genauso wie die Plitvicer Seen). Besonders Wanderbegeisterte kommen voll auf ihre Kosten, denn es gibt 150 bis 200 Kilometer an Wegen und Pfaden im Park. Zu entdecken gibt es hohe Felswände, Grotten und Höhlen sowie Pinien und Hunderte verschiedene Pflanzen- und Vogelarten. © Panthermedia/Imag
Kathedrale in Zagreb
Die Hauptstadt Kroatiens bleibt im Urlaub meist unter dem Radar der Reisenden – dabei hat Zagreb einiges zu bieten. Sie blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück und lag einst in der Hand der Habsburger. Die Österreicher errichteten beeindruckende Prachtbauten, Jugendstilgebäude und riesige Grünanlagen, die zum Flanieren einladen. Die Kulinarik der Stadt lässt sich an einem der vielen Märkte im Freien erleben, außerdem bietet der Jarun-See – auch als “Zagreber Meer” bekannt – genügend Erholung und ein vielfältiges Angebot für Wassersportler. © Pond5 Images/Imago
Plitvicer Seen
Wer nicht nur auf Städtetrips aus ist, sondern auch etwas von der zauberhaften Natur Kroatiens sehen möchte, ist im Nationalpark Plitvicer Seen perfekt aufgehoben. Spektakuläre Wasserfälle, türkisfarbene Stromschnellen und eine vielfältige Flora und Fauna machen den bekanntesten und ältesten Nationalpark des Landes zu einem Must-see für jeden Aktivurlauber.  © ingimage/Imago
Blick auf den Hafen der kroatischen Insel Hvar.
Von Split aus ist innerhalb einer Stunde die Insel Hvar mit dem Boot zu erreichen. Sie ist für ihren Wein- und Olivenanbau sowie den Lavendel bekannt, der hier überall zu sehen ist. Schon im 19. Jahrhundert wurde Hvar für den Tourismus entdeckt, mittlerweile ist es ein beliebtes Ziel für Jet-Setter. Badeurlauber finden zahlreiche Buchten, um für Erfrischung zu sorgen, während Aktiv-Reisende einen der vielen Wanderwege beschreiten können.  © YAY Images/Imago
Luftaufnahme von Dubrovnik
Spätestens seit Dubrovnik in der HBO-Serie “Game of Thrones” als Schauplatz von Königsmund diente, ist die kroatische Hafenstadt ein absoluter Touristenmagnet. Aber auch unabhängig davon ist die “Perle der Adria”, die sich im südlichsten Teil des Landes befindet, einen Besuch wert. Die mittelalterliche Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen und dem fast 2.000 Meter langen Mauerring befindet sich in einem ausgezeichneten Zustand. Ein Blick in vergangene Zeiten ist also vorprogrammiert.  © Panthermedia/Imago

Laut ADAC haben Fahrzeugführer die Wahl zwischen zwei Zahlungsmethoden: einer online erhältlichen E-Vignette oder einer im Voraus zu erwerbenden Mautbox, die jedoch nur für Fahrzeuge bis 3 Meter Höhe und weniger als 3,5 Tonnen verfügbar ist. Es ist noch nicht entschieden, ob die aktuelle streckenabhängige Maut durch eine pauschale Gebühr im Rahmen der E-Vignette ersetzt wird.

In der Preisliste für Mautstrecken der kroatischen Autobahngesellschaft HAC können Urlauber im Voraus sehen, mit welchen Kosten in der Haupt- und Nebensaison zu rechnen ist.

Rubriklistenbild: © Imago/Collage

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