Auswirkungen der Covid-Virusinfektion

Wie sich Langzeitfolgen nach Corona äußern können: Hoher Ruhepuls birgt Gefahr für Herzinfarkt

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Im Rahmen einer Untersuchung zu Langzeitfolgen konnten Forscher ersehen, dass der Ruhepuls nach einer Corona-Infektion bei der Mehrheit der Personen zu hoch ist. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt.

Corona ist ein tückisches Virus, das auch schwere Krankheitsverläufe mit sich bringen kann. Selbst junge Menschen leiden häufig noch Monate nach der Covid-Erkrankungen an Komplikationen und damit verbundenen Folgen. Der deutsche Physiker Professor Dirk Brockmann und Dr. Marc Wiedermann der Humboldt-Universität und dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin entwickelten eine App, anhand derer Werte zum Ruhepuls, Schritte und Herzfrequenz nach einer Corona-Infektion festgehalten werden konnten.

Corona: Hoher Ruhepuls und Herzrasen sind Long Covid-Folgen

Eine Corona-Infektion hat zur Folge, dass der Ruhepuls bei Betroffenen zu hoch ist. Auf lange Sicht erhöht sich dadurch das Risiko für einen Herzinfarkt. (Symbolbild)

Langzeitfolgen und Spätschäden bedingt durch eine Corona-Virusinfektion sind mittlerweile wissenschaftlich belegt. So ist bekannt, dass Covid auch die Leber, das Gehirn in Form von Demenz sowie die Augen schädigen kann. Auch Hautausschläge mit starkem Juckreiz noch lange nach einer Omikron-Infektion sind möglich. Das sogenannte PIMS-Syndrom als Corona-Folge betrifft ausschließlich Kinder.

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In Rahmen des Datenspendenprojekts der deutschen Forscher der Berliner Humboldt-Universität und des Robert-Koch-Instituts (RKI) soll gerade den Langzeitfolgen durch Corona, Long Covid, weiter auf die Spur gegangen werden. Corona-Patienten konnten bis zum 31.12.2022 anhand einer App Fragen beantworten, wie: Hatten Sie Corona? Sind Sie geimpft? Welche Symptome zeigten sich bei Ihnen? Halten Symptome noch an? Mehr als 500.000 Nutzer haben seit April 2020 mindestens einmal Daten gespendet. Im März 2022 nahmen bereits 190.000 aktive Nutzer teil, mehr als 120.000 von ihnen teilten länger als 600 Tage ihre Daten.

Was sich nachweisen ließ: Genesene zeigten einen erhöhten Ruhepuls mehr als 120 Tage lang. Dabei machte es wenig Unterschied, ob die Patienten an der Corona-Variante Delta oder Omikron erkrankt waren. „Offenbar muss das Herz die Schädigung kompensieren, die die Infektion im Körper angerichtet hat. Long Covid sollte man nicht unterschätzen“, so Professor Dirk Brockmann, der die Corona-Datenspende-Untersuchung zusammen mit dem Robert-Koch-Institut durchführte und verschiedene andere Forschungsprojekte im Rahmen der COVID-19 Eindämmung realisiert hat.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Corona-Impfung schützt nachweislich vor Langzeitfolgen

Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Impfung gegen Corona eher vor hartnäckigen Folgen der Infektion schützt. „Geimpfte zeigen im Durchschnitt weniger Veränderungen in ihren Vitaldaten und kehren schneller zum normalen Level zurück“, laut Brockmann. Der Ruhepuls bei geimpften Genesenen war bereits nach drei bis sechs und nicht erst nach elf Wochen wie bei Ungeimpften im Normalbereich. Zudem waren Geimpfte im Durchschnitt nach vier Wochen wieder so aktiv wie vor ihrer Infektion, bei Ungeimpften dauerte es mindestens sechs bis elf Wochen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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