Komplikationen möglich

Wenn die Fettleber unentdeckt bleibt: Vier Folgen können lebensbedrohlich werden

  • schließen

Die nicht-alkoholische Fettleber bleibt oft lange unbemerkt. Fatale Folgen können Leberzirrhose oder Leberkrebs sein. Ein regelmäßiges Blutbild mit Leberwerten ist daher wichtig.

Die Leber ist ein lebenswichtiges Organ, und doch wird ihre entscheidende Bedeutung für den Körper häufig unterschätzt. Zwar ist sie das einzige Organ, das sich selbst regenerieren kann, aber auch die Leber kann Schaden nehmen, wenn ein Mensch bestimmte Lebensgewohnheiten wie ungesunde Ernährung und regelmäßigen Alkoholkonsum auf längere Zeit pflegt. Ist die Leber dadurch nicht mehr in der Lage sich zu erholen, können schwere, nicht zu unterschätzende Erkrankungen die Folge sein.

Fettleber: Warum sie Gefahren birgt

Eine Fettleber bleibt lange unentdeckt, da häufig erst die Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose Symptome verursachen.

Eine Fettleber betrifft bei weitem nicht nur Übergewichtige, wenn man sich von dem Begriff leiten lässt. Eine Fettleber ist auch eine Erkrankung der Industrienationen. Allein in Deutschland leidet jeder dritte Erwachsene und jedes dritte übergewichtige Kind unter einer nicht durch Alkoholkonsum ausgelösten Fettleber. Mediziner unterscheiden zwischen der alkoholischen Fettleber AFLD (Alcoholic Fatty Liver Disease) und der nicht-alkoholischen Fettleber NAFLD (Non-alcoholic Fatty Liver Disease). Letztere entsteht in vielen Fällen aus dem Zusammenspiel von ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel und regelmäßigem Alkoholkonsum.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie im kostenlosen 24vita-Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Warum eine Fettleber mit Gefahren verbunden ist, auch wenn sie grundsätzlich relativ gut und in kurzer Zeit durch Lebensmittel wie Haferflocken rückgängig gemacht werden kann: Eine kranke Leber ruft in der Regel lange keine Symptome hervor. Letztlich sind es bereits die daraus resultierenden Lebererkrankungen, die zu Beschwerden führen.

Fettleber vorbeugen: Zehn Getränke schützen – Welcher Tee und Saft am besten entgiftet

Tasse schwarzer Kaffee
Kaffee mit seinem enthaltenen Koffein ist ein Alleskönner unter den Getränken: Kaffee erhöht die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, verbessert das Kurzzeitgedächtnis, senkt zudem das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt und bis zu vier Tassen schwarz getrunken hilft der Wachmacher sogar beim Abnehmen und schützt die Leber vor Krankheiten wie Verfettung. © Bernd Jürgens/Imago
Tasse Ingwer-Tee
Wer lieber Tee mag, sollte auf Ingwer-Tee setzen, am besten mit frischen Zutaten. Die Knolle ist dank seiner Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen nicht nur gut fürs Immunsystem. Die Heilpflanze schützt auch die Leber, beugt Verfettung vor, verbessert die Verdauung und hilft dadurch beim Entschlacken. In Kombination mit Kurkuma kann Ingwer gezielt gegen Fettleber helfen – als Beigabe zum Essen oder im Tee, Saft oder Shake mit Karotten gemischt, der letztlich auch beim Abnehmen hilft. Kurkuma kann sogar das Risiko senken, dass sich aus einer Fettleber eine schwere Leberentzündung wie eine Leberzirrhose entwickelt.  © Imaginechina-Tuchong/Imago
Tasse Fencheltee
Fenchel ist bekannt für seine beruhigende, entzündungshemmende Wirkung und lindert Beschwerden des Verdauungstrakts wie Blähungen und Bauchschmerzen. Trinken Sie regelmäßig Fencheltee, wodurch nicht nur die Nieren angeregt, auch die Leber entlastet wird. © HeikeRau/Imago
Brennesseltee
Brennesseln auf der Haut sind zwar sehr unangenehm, als Tee getrunken enfaltet die Pflanze jedoch ihre anregende und entschlackende Wirkung. Brennesseltee wird nicht nur unterstützend bei Blasenentzündung empfohlen, er soll den Stoffwechsel ankurbeln und helfen, Leber und Galle zu entgiften. © Panthermedia/Imago
Glas mit Grapefruitsaft
Warum nicht schon gleich in der Früh der Leber etwas Gutes tun? Ein frisch gepresster Grapefruit-Saft oder Direktsaft aus dem Supermarkt ist dafür genau das Richtige. Ein Spritzer Zitronensaft verstärkt die positive Wirkung für Galle und Leber noch zusätzlich und beugt der Einlagerung von Fett vor. © Zoonar.com/Maryna Voronova/Imago
Glas mit Orangensaft
Auch ein leckerer Orangensaft zum Frühstück schmeckt erfrischend gut. Die beliebte Zitrusfrucht hilft auch der Fettleber, sich selbst zu heilen. Orangen sind reich an den sekundären Pflanzenstoffen Polyphenole, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Um die Wirkung für die Leber noch zu verstärken, können Sie Orangensaft mit Grapefruit und Zitronen mischen. © monticello/Imago
Glas Rote Beete-Saft
Trinken Sie Rote Beete als Direktsaft – selbst zubereitet oder gekauft – und helfen Ihrem Körper und Ihrer Leber, zu entgiften. Die rote Knolle ist ein ideales Lebensmittel, um der Fettleber vorzubeugen. Gleichzeitig ist das Gemüse reich an wertvollen Nährstoffen wie Folsäure, Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamin C sowie B und unterstützt somit das Immunsystem. Rote Beete kann aufgrund ihres Nitritgehalts hohen Blutdruck senken, jedoch durch ihre enthaltende Oxalsäure zur Bildung von Nierensteinen beitragen. Menschen, die dazu neigen, sollten den Konsum gering halten. © Iordache Magdalena/Imago
Glas Tomatensaft
So mögen manche den Tomatensaft nur auf Urlaubsreisen im Flieger gerne trinken, dabei kann auch dieser Saft – wenn Sie ihn regelmäßig trinken – die Leber entlasten und ihrer Verfettung vorbeugen oder diese rückgängig machen. Tomaten verfügen über einen hohen Wassergehalt und sind reich am Antioxidans Glutathion, das bei der Entgiftung hilft und die Heilung der Fettleber unterstützt. © NayalyH/Imago
Glass mit Gurkensaft
Auch Gurken als Saft helfen der Leber, zu regenerieren und Krankheiten wie einer Fettleber vorzubeugen – gleich am Morgen oder als Getränk zwischendurch ideal. Und das Gemüse besteht zu 95 Prozent aus Wasser, weswegen Gurkensaft auch gut zum Durstlöschen ist. Die gesunden Inhaltsstoffe der Gurke sitzen direkt unter der Schale, sodass Sie für einen entschlackenden Effekt auch die Schale mit verwerten sollten. Wer keinen Entsafter hat, schneidet am besten die gründlich gewaschene Gurke möglichst klein, püriert diese mit dem Pürierstab und drückt den Brei der Gurke durch ein Sieb oder Tuch – fertig ist der Gurkensaft! © 5second/Imago
Glas Karottensaft
Karotten helfen außerdem bei der Entgiftung der Leber. Ob gekocht oder frisch als Shake fördert das Gemüse die Gesundheit des lebenswichtigen Organs. Setzen Sie den Saft mehrmals pro Woche auf Ihren Speiseplan, um einer Fettleber vorzubeugen. © 5second/Imago

So zeigt die Fettleber im ersten Stadium keine entzündlichen Reaktionen, bevor sie durch zunehmende Schädigung eine sogenannte Steatohepatitis oder Fettleberhepatitis im zweiten Stadium entwickelt. Aus einer Fettleberhepatitis kann sich eine Leberfibrose entwickeln, die im weiteren Verlauf durch Bildung von vernarbtem Gewebe zu einer Leberzirrhose im Endstadium führt. Aus der entzündeten Fettleber und Leberzirrhose kann der gefürchtete Leberkrebs entstehen. In Deutschland erkranken jährlich ca. 8.790 Menschen neu an Leberkrebs, laut Deutsche Krebsgesellschaft.

Unentdeckte Fettleber: Vier lebensgefährliche Komplikationen durch Leberzirrhose möglich

Eine Fettleberentzündung und Leberzirrhose kann ernsthafte Komplikationen mit sich bringen und sollte schnellstmöglich erkannt und umgehend behandelt werden:

  • Hepatische Enzephalopathie

    Mit fortschreitender Leberzirrhose kann es zu einer typischen Komplikation wie der Hepatischen Enzephalopathie kommen. Giftige Abbauprodukte wie Ammoniak bleiben bei ausbleibender Entgiftung durch die Leber im Blut und schädigen das Gehirn. Ein Koma kann die Folge sein.
  • Pfortaderhochdruck (portale Hypertension)

    Bei einer Leberzirrhose kann das Blut nicht mehr durch das vernarbte Gewebe fließen, es staut sich und der Druck in der Pfortader steigt aufgrund der kranken Leber, was schwere, lebensgefährliche innere Blutungen auslösen kann.
  • Bauchwassersucht (Aszites)

    Eine weitere schwere Komplikation ist Flüssigkeit, die sich aufgrund der entzündeten Leber mit hohem Volumen in der Bauchhöhle ansammelt. Dies zeigt sich häufig durch unspezifische Bauchschmerzen und erschwerte Atmung. Eine Bauchwassersucht (Aszites) kann lebensbedrohlich werden, sobald es zu einer Infektion des Bauchfells kommt oder die Nieren versagen.
  • Leberkrebs

    Eine bestehende Fettleberentzündung und Leberzirrhose sind in der Folge mit einer großen Gefahr für Leberkrebs, sogenanntes hepatozelluläres Karzinom, verbunden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/ersin arslan/Imago

Kommentare