Facelift

Leicht, schnell, puristisch – Wie der neue Mazda MX-5 pure Fahrfreude bereitet

  • schließen

Kein Cabriolet wird weltweit öfter gekauft als der Mazda MX-5. Wer den Roadster mit dem kraftvollen 2,0-Saugmotor und 184 PS noch haben möchte, sollte sich jedoch sputen.

Platz da – hier kommt der Mazda MX-5. Er wurde schon 1,25 Millionen Mal rund um den Globus verkauft uns ist einer der letzten seiner Art. Ein bezahlbarer Roadster, der nach der Formel funktioniert, die jeden Auto-Enthusiasten frohlocken lässt. Wenig Gewicht (1.100 Kilogramm), Handschalter (sechs Gänge), Heckantrieb und Saugmotor mit wahlweise 132 oder 184 PS. Noch hat man die Wahl: Denn die verschärften EU-Abgasvorschriften machen dem bei den deutschen Kunden so besonders beliebten Zwei-Liter-Aggregat (90 Prozent der Bestellungen) den Garaus. Und: Um es gleich vorwegzunehmen: Diesem Maschinchen muss man mindestens eine Träne nachweinen. Der kleine 1,5-Liter-Sauger bringt nur den halben Spaß.

 Puristisches Cabrio mit neuen Features

Seit 2015 gibt es den jetzigen MX-5 schon, 28.000 Exemplare wurde in Deutschland davon verkauft und weil der Roadster so gut aussieht, hat Mazda beim Facelift fast nichts verändert, so wie schon beim neuen Mazda 3. Das Auffälligste sind noch die neuen LED-Lichter vorne und hinten. Im Interieur hat ein größerer Infotainment-Bildschirm (jetzt 8,8 Zoll (22,35 Zentimeter)) Einzug gehalten – die Tacho-Instrumente bleiben analog. Passt auch besser zu einem puristischen Cabrio. Bedient wird das System nach wie vor von einem Dreh Drück-Regler, das muss aber nicht weiter interessieren, denn sowohl Apple Car Play als auch Android Auto funktionieren mittlerweile drahtlos.

Analoge Bordinstrumente und ein echter Schaltknüppel: Auch beim neuen Mazda MX-5 bleibt alles beim Alten. Und das ist gut so, hier gibt es pures Roadster-Feeling.

Genial einfach bleibt die Bedienung des Soft-Tops. Selbst ist der Mann oder die Frau lautet das Motto. Mit einem einzigen Griff öffnet der Fahrer das Verdeck, schiebt es mit einer Hand kräftig nach hinten, bis es hinter den Sitzen einrastet. Fertig. Dauert keine fünf Sekunden, was auch für das schnelle Einklappen gilt, wenn ein Sommergewitter plötzlich den Himmel verfinstert. Wer will, kann den Mazda MX-5 auch mit einem festen, aufklappbaren Dach bestellen. Die Modelle tragen die Bezeichnung RF und sind so etwas wie der Porsche Targa für kleine Leute. Nur die wenigsten Kunden entscheiden sich hierzulande dafür. Kostet auch knapp 3.000 Euro mehr.

Mazda MX-5 startet ab 33.190 Euro

Damit sind wir bei den Preisen: Das Einstiegsmodell Skyactiv-G 132 (Prime Line) ist für 33.190 Euro zu haben. Der 184-PS starke Roadster Skyactiv-G 184 kommt dann schon auf 36.090 Euro. Die besonders edle Ausstattung Homura mit feinem Leder, 17-Zoll-Rädern, Recaro-Sitzen, Brembo-Bremsen und Billstein-Fahrwerk kommt auf 41.790 Euro. Oder anders ausgedrückt: Für den Preis eines BMW M5 Touring bekommt man vier bis fünf MX-5, beim neuen Porsche Panamera sind es drei.

Wer den großen Sauger haben will, muss schnell sein: Schon bald gibt es den Mazda MX-5 nur noch mit dem kleinen Motor.

Ob man Brembo-Bremsen und Billstein-Fahrwerk wirklich braucht – das ist eine Sache des persönlichen Kontostands. Man kann, wenn man kann, aber man muss nicht. Denn schon das normale Fahrwerk mit dem neuen asymmetrischen Sperrdifferenzial (nur für Skyactiv-G 184) ist jederzeit Herr der (Straßen-)Lage – mit ausreichend Traktion und stabiler Lenkung auch im Grenzbereich. Ob der 132-PS-Vierzylinder (152 Nm Drehmoment) reicht oder ob es der 184 PS (205 Nm) sein muss – darauf gibt es jedoch eine klare Antwort: Her mit dem großen Sauger, solange es ihn noch gibt. Mazda geht davon aus, dass der Vorrat an vorproduzierten Fahrzeugen noch bis zum Jahresende reicht. Kleiner Tipp am Rande: Vorführmodelle oder Tageszulassungen mit wenigen Kilometern gibt es schon um die 30.000 Euro.

Langfingers Liebste: Das sind die zehn am meisten geklauten Autos 2023

Toyota Prius+
Platz 10 – Toyota Prius+: Über die Optik des Prius+ lässt sich streiten. Doch Schönheit scheint für die Diebe nicht besonders wichtig zu sein. Gebaut wurde der Hybrid-Van von 2011 bis 2021 und war in Deutschland eher weniger erfolgreich. Dafür greifen die Langfinger nun um so häufiger zu. Mit 66 Diebstählen auf 1.000 Fahrzeugen ist der Hybrid-Van aber dennoch der wohl überraschendste Vertreter auf dieser Liste. © Toyota
Range Rover fährt auf einer Straße.
Platz 9 – Range Rover: Luxus gepaart mit der Fähigkeit im Gelände zufahren. Welcher Dieb sagt da schon nein? Immerhin macht der Range Rover sowohl vor der Oper als auch in der Kiesgrube eine gute Figur. Dazu ist der SUV nicht grade billig: Ab rund 140.000 Euro geht es los. Und doch ist er mit 68 Diebstählen auf 1.000 Autos nur minimal beleibter als der Toyota Prius+ © Land Rover
Jeep Grand Cherokee
Platz 8 – Jeep Grand Cheerokee (4. Generation): Auch dieser Geländewagen macht ordentlich was her. Kein Wunder, gilt in den USA doch das Motto: „Höher, schneller, weiter!“ Das dürften sich wohl auch die Langfinger auf der Flucht denken. Auf 1.000 Fahrzeuge kommen 87 Diebstähle. Die vierte Generation ist dabei aber noch beliebter als das aktuelle Modell, das seit 2022 auf dem Markt ist. Womöglich auch wegen der besseren Motorisierung. © Jeep
Hyundai Santa Fe
Platz 7 – Hyundai Santa Fe: Lange wurde Hyundai in Europa etwas belächelt. Doch inzwischen haben sich die Koreaner gemacht. Das bleibt auch den Dieben nicht verborgen. Mit 90 Diebstählen auf 1.000 Fahrzeuge landet der komfortable SUV von Hyundai im soliden Mittelfeld. Ob der neue Santa Fe es auch in die Herzen der Langfinger schafft, muss sich noch zeigen. © Hyundai
Toyota RAV4
Platz 6 – Toyota RAV4 (5. Generation): Ja, da ist der nächste Japaner auf der Liste. Das Duell mit dem Hyundai Santa Fe entscheidet der RAV4 nur knapp für sich. Auf 1.000 Fahrzeuge komme 91 Diebstähle. Bei Kunden und Dieben erfreut er sich schon lange hoher Beleibtheit. Der SUV erinnert dabei etwas an den VW Käfer: Läuft immer und lässt sich in alle Welt verkaufen. © Toyota
Kia Stinger
Platz 5 – Kia Stinger: Der Koreaner ist fast schon ein Exot in diesem Ranking. Immerhin ist er kein SUV, sondern ein klassisches Coupé. 2017 brachte Kia den Stinger nach Europa, um sein Image aufzupolieren. Das hat auf jeden Fall gut geklappt – auch bei den Dieben. Mit 110 Diebstählen auf 1.000 Fahrzeuge zieht der Koreaner dieser förmlich an. Auch bei den Kunden war der Stinger bliebt. Trotzdem war nach sechs Jahren Schluss. © Kia
Range Rover Sport
Platz 4 – Range Rover Sport (2. Generation): Neben dem klassischen Rang Rover schafft es auch dessen sportlicher Ableger ins Ranking. Und der kommt bei den Dieben noch etwas besser an. Kein Wunder: Die Autos der Briten sind traditionell ein beleibtes Diebesgut, dabei gelten sie als schwer zu klauen. Offensichtlich aber nicht schwer genug. Mit 121 Diebstählen auf 1.000 Fahrzeug kratzt der Luxus-SUV (Neupreis damals ca. 100.000 Euro) am Podium. © Lanf Rover
Lexus UX
Platz 3 – Lexus UX: Auch wenn hier nicht Toyota drauf steht, ist Toyota drin. Die Edelmarke der Japaner zieht die Diebe ebenfalls an wie das Licht die Motten. Auf 1.000 Autos kommen beim UX 136 Diebstähle. Kein Wunder: Immerhin gibt es Regionen, wo man ebenbürtig ist mit Mercedes. Als Neuwagen bekommt man den UX seit dem Ukraine-Krieg nicht mehr. © Lexus
Lexus NX
Platz 2 – Lexus NX: Noch beliebter als der UX ist dessen größerer Bruder. Von 1.000 Fahrzeugen werden satte 157 gestohlen. Ein Grund dafür: Seit dem Ukraine-Krieg ist der NX als Neuwagen nicht mehr zu bekommen. Nachschub muss als auf anderem Wege her. Erstaunlicherweise schaffte es das Flaggschiff RX nicht in die Top 50 der GDV. © Lexus
Toyota Land Cruiser
Platz 1 – Toyota Land Cruiser: Noch vor den beiden Konzernbrüdern schafft es der SUV auf das oberste Treppchen. Kein Auto ist bei den Langfingern beliebter. 160 Diebstähle kommen auf 1.000 Fahrzeuge. Dafür liefert der Land Cruiser auch gute Argumente: Er überzeugt im Gelände ebenso wie auf Asphalt. Zudem ist er mit 60.000 Euro auch nicht besonders teuer. Ob die neue Generation genauso beliebt ist, wird sich aber noch zeigen. Der Modellwechsel erfolgt im Herbst. © Toyota

Roadster aus Japan sprintet in 6,5 Sekunden auf Tempo 100

So jetzt aber Vollgas. Reinschwingen in den Roadster, starten, Gang einlegen und losgeht es über den Asphalt. Gib ihm Gummi. Und immer schön dran denken: Der Sauger will Drehzahl. Das maximale Drehmoment kitzelt er bei 4.000 U/min heraus, die maximale Leistung bei 7.000 U/min. Wer das beherzigt, der hat mit den 184 PS ziemlich Spaß, weil sie nur 1.100 Kilogramm bewegen müssen. Auch wenn der Vergleich hinkt: Ein Porsche Boxster wiegt knapp 1,4 Tonnen, ein BMW Z4 ab 1,5 Tonnen.

Der Mazda MX-5 ist ein echter Roadster, dank des Heckantriebs lässt sich das Auto schön dynamisch durch die Kurven schwingen, aber jederzeit kontrolliert.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im Newsletter unseres Partners 24auto.de

Doch zurück zum Kult-Cabrio aus Japan. Mit der 184 PS-Maschine rennt es in 6,5 Sekunden auf Tempo 100, der schwächere MX-5 braucht dazu 8,3 Sekunden. Noch schöner als Gas geben, ist das Schalten. Der Knüppel saust durch die knackigen Schaltgassen, dass es nur so rauscht. Herunterschalten, Vollgas, blitzschnell einlenken. Jawohl und schon schwingt das Heck kontrolliert um die Kurven. Wenn dann noch die Sonne scheint – dann weiß man, warum diese Art von Autos die Glückshormone auf Trab bringen. Mit einem Grinsen dürften auch die Tankstellen-Besuche enden. Trotz sportlicher Fahrweise haben wir nicht mehr als sechs Liter verbraucht. (Rudolf Bögel)

Rubriklistenbild: © Mazda

Kommentare