VonMarvin K. Hoffmannschließen
Der Krieg im Nahen Osten steht vor einer weiteren Eskalationsstufe. Auswärtiges Amt und Bundeswehr sorgen sich um Deutsche im Libanon.
Hamm – Das Auswärtige Amt hat Deutsche bereits vor einigen Tagen dazu aufgerufen, den Libanon schnellstmöglich zu verlassen. Auch gibt es eine offizielle Reisewarnung. Grund dafür ist der eskalierende Nahost-Konflikt. Ein großer Krieg droht – die Bundeswehr bereitet sich daher offenbar auch auf die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus dem betroffenen Gebiet vor.
Gefahr im Libanon: Auswärtiges Amt und Bundeswehr bereit für Evakuierung
Einem Bericht des „SPIEGEL“ zufolge soll die Luftwaffe dafür seit einigen Tagen eine kleine Flotte von A400M-Transportflugzeugen und die entsprechenden Mannschaften einsatzbereit halten. Im Falle einer Evakuierung würden sie dann wohl für eine Art Pendelverkehr zwischen der libanesischen Hauptstadt Beirut und der Insel Zypern sorgen, um möglichst viele Deutsche möglichst schnell aus dem Kriegsgebiet im Nahen Osten zu bringen.
Die Luftwaffe teilte dazu auf wa.de-Anfrage mit, dass sie bei derartigen Evakuierungsoperationen „nur ein Teil eines Gesamtkonstrukts“ und „nicht verantwortlich für die generelle Planung“ sei. Eine Antwort des Auswärtigen Amtes auf wa.de-Nachfrage steht diesbezüglich noch aus.
Laut Bericht gehe die Bundesregierung davon aus, dass sich deutlich über 2000 Deutsche im Libanon aufhalten. Gut 2100 Personen hätten sich demnach auf der „Elefand-Liste“ des Auswärtigen Amts eingetragen; auf dieser Liste finden sich Namen und Adressen deutscher Staatsbürger, die im Krisen- oder Katastrophenfall von deutschen Auslandsvertretungen auf dem Laufenden gehalten und gegebenenfalls außer Landes gebracht werden können.
Weitere Eskalation im Nahost-Krieg befürchtet
Die Lage im Libanon spitzt sich derweil weiter zu, wie auf fr.de berichtet. Angesichts drohender Vergeltungsschläge des Irans und seiner Verbündeten gegen Israel versuchen die USA einen großen Krieg im Nahen Osten doch noch abzuwenden. „Wir führen fast rund um die Uhr intensive diplomatische Gespräche mit einer ganz einfachen Botschaft: Alle Parteien müssen von einer Eskalation absehen“, sagte US-Außenminister Antony Blinken nach einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in Washington. Der genaue Zeitpunkt des weithin erwarteten Angriffs auf Israel ist weiter unklar, nach Medienberichten könnte er aber unmittelbar bevorstehen.
Gefahr im Libanon: Condor stellt Flüge aus Düsseldorf in den Libanon ein
Erste Flüge von Deutschland in den Libanon wurden gestrichen. Das teilt ein Sprecher der Airline Condor auf Nachfrage von wa.de mit. „Condor beobachtet die Entwicklungen im Nahen Osten genau. Die wöchentlichen Flüge nach Beirut (eigentlich immer dienstags aus Düsseldorf) werden aufgrund der aktuellen politischen Lage vor Ort zunächst aus“, heißt es am Dienstagabend. (maho/dpa)
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