VonSvenja Jesseschließen
Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung veröffentlicht. Deutsche Staatsangehörige werden aufgefordert, den Libanon zu verlassen – ein Krieg mit Israel droht.
Hamm – Die Ferien in Nordrhein-Westfalen sind in vollem Gange, auch in anderen Bundesländern haben die Sommerferien begonnen. Doch nicht in alle Länder können Urlauber bedenkenlos reisen. Das Auswärtige Amt hat einige Reisewarnungen herausgegeben – darunter auch eine Warnung für ein beliebtes Urlaubsland. Auch, wer die Ferienzeit für einen Heimatbesuch nutzen will, sollte aufpassen. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für den Libanon herausgegeben.
Reisewarnung: Auswärtiges Amt fordert Deutsche im Libanon zur Ausreise auf
Die Sicherheitslage vor Ort sei höchst unbeständig. „Im Grenzgebiet zwischen Libanon und Israel dauern intensive militärische Auseinandersetzungen an, auch andere Regionen Libanons waren bereits betroffen“, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Das dürfte auch Auswirkungen auf Reisen in die Türkei haben.
Aktuell gebe es viele Anzeichen auf eine mögliche Verschärfung des Konflikts. Dies gelte vor allem für die südlichen Teile Libanons bis einschließlich der südlichen Stadtgebiete Beiruts, den Raum Saida und die Bekaa-Ebene, einschließlich des Bezirks Baalbek-Hermel. Eine weitere Eskalation könnte wegen der damit verbundenen Gefährdung des zivilen Luftverkehrs auch zur Schließung des Flughafens Beirut (Rafiq-Hariri-Airport) führen. Die Ausreise aus dem Libanon auf dem Luftweg wäre dann für unbestimmbare Zeit nicht mehr möglich. „Deutsche Staatsangehörige werden dringend aufgefordert, Libanon zu verlassen“, schreibt das Auswärtige Amt, das offenbar auch eine Evakuierung deutscher Staatsbürger aus dem Libanon vorbereitet.
Terroranschläge nicht ausgeschlossen
Ein Grund für die Reisewarnung sind mögliche Terroranschläge. Diese könnten neben inländischen Zielen auch internationale Hotels, Einkaufszentren oder Restaurants treffen. In der Vergangenheit habe es nach Angaben des Auswärtigen Amts zudem bereits Entführungen von Ausländern gegeben. Insbesondere auf den Verbindungsstraßen zwischen der syrischen Grenze und dem Mount Lebanon.
Allen im Libanon befindlichen Deutschen rät das Auswärtige Amt
- Bestehende kommerzielle Reisemöglichkeiten zur sicheren Ausreise zu nutzen
- Sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts zu registrieren
- Stets Reisedokumente im Original mit sich zu führen
- Kundgebungen, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen zu meiden.
- wenn sie Schüsse hören, sich unverzüglich unter einen festen Unterstand zu begeben und sich von Freiflächen, Balkonen, Terrassen und Fensterflächen fernzuhalten
- Bei nicht aufschiebbaren Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit südlich von Beirut Strecken abseits der Hauptküstenstraße 51 zu vermeiden
Die unterschiedlichen Warnungen des Auswärtigen Amtes
Reisehinweise enthalten Informationen unter anderem über die Einreisebestimmungen eines Landes, medizinische Hinweise, straf- oder zollrechtliche Besonderheiten.
Sicherheitshinweise machen auf besondere Risiken – primär für Reisende – in einem bestimmten Land aufmerksam. Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen wird gegebenenfalls abgeraten.
Reisewarnungen enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder eine Region zu unterlassen. Dann besteht in der Regel konkrete Gefahr für Leib und Leben. Teilreisewarnungen beziehen sich nur auf eine bestimmte Region.
Quelle: Auswärtiges Amt
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