Sinnvoller Bio-Kreislauf

Giersch-Sud – so wird aus Unkraut ein selbst gemachter Gemüse-Dünger

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Wer sich an Giersch in seinem Garten stört, kann das Beikraut mit wenig Aufwand zu einer Pflanzenjauche verarbeiten, die sehr gut als Dünger für Tomaten und anderes Gemüse taugt.

Wenn Giersch im Garten Überhand nimmt, kann man das Wildkraut bekämpfen oder aufessen. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Wer Gemüse anbaut, kann auch die zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffe des Giersches nutzen und insbesondere starkzehrende Sorten wie Tomaten, Paprika oder Gurken damit düngen. Dafür stellt man zum Beispiel eine Pflanzenjauche her. Besonders gut eignet sich hierfür der Zeitraum von Juni bis August, da man eine größere Menge von dem Giersch benötigt.

Rezept für selbst gemachten Giersch-Sud

Wenn das Leben dir Giersch gibt, mach eine Brühe draus. Denn die düngt Tomaten, Gurken & Co.

In Giersch (Aegopodium podagraria) stecken Mineralien wie Kalium und Stickstoff, die wiederum nährstoffhungrige Gemüsepflanzen für das Wachstum und die Ausbildung von Früchten benötigen. Innerhalb von ein paar Tagen wird aus der wuchernden Pflanze mit wenig Aufwand ein ökologischer, preiswerter und wirkungsvoller Flüssigdünger aus dem Garten – für den Garten. Lediglich Zwiebelpflanzen, Erbsen und Möhren sollte man bei dieser Art des Jauchedüngens aussparen.

Die Herstellung des Giersch-Suds ist ganz einfach:

  • 1 kg Gierschblätter und -stiele (ohne Blüten, Wurzeln und Samen) in einen Eimer füllen und an einen schattigen Ort stellen.
  • 10 l Wasser (am besten Regenwasser oder abgestandenes Wasser) auffüllen, sodass der Eimer bis maximal 5 cm unter den Rand gefüllt ist, und den Eimer mit einem luftdurchlässigen Tuch oder feinen Netz abdecken.
  • Die eingeweichten Pflanzenteile etwa eine Woche bis zu 10 Tage stehen lassen, dabei jeden Tag einmal umrühren.
  • Wenn keine Blasen und kein Schaum mehr aufsteigen, ist der Sud bzw. die Jauche fertig und kann durch ein Sieb abgegossen werden. Der Sud lässt sich im Verhältnis 1:10 verdünnt anwenden.

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Nicht genug Giersch? Andere Wildkräuter als Ersatz verwenden

Wer nicht genug Giersch zusammenbekommt, kann diesen teilweise mit Wildkräutern wie Löwenzahn oder Brennnesseln auf ein Kilogramm auffüllen. Wer Schachtelhalm findet, kann diesen als Sud gegen Schädlinge verwenden.

Zehn wuchernde Unkräuter, die Sie unbedingt aus Ihrem Garten entfernen sollten

Gemeiner Stechapfel mit Blüte.
Der Gemeine Stechapfel trägt zwar attraktive Blüten, aber soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die giftige Pflanze bildet hartnäckige Pfahlwurzeln. © blickwinkel/Imago
Blühende Kahle Fingerhirse.
Der Wind und Vögel verbreiten Hirsearten wie die Kahle Fingerhirse schneller, als einem lieb ist.  © blickwinkel/Imago
Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), Blüte und Kleeblatt.
Sauerklee vermehrt sich zügig über Samen und Wurzeln. Am besten entfernt man das hartnäckige Unkraut, bevor es blüht. © imagebroker/Imago
Fliegenpilz in Moos.
Wer Moos im Garten nicht zeitnah entfernt, kann dem gepflegten Rasen bald Adieu sagen. Vertikutieren hilft oft.  © Panthermedia/Imago
Ackerwinde (Convolvulus arvensis).
Die rosafarben blühende Ackerwinde oder die weiße Zaunwinde sind nützlich für Insekten. Aber mit ihren wuchernden Ranken ersticken sie gewünschte Pflanzen im Garten. Ihre Wurzeln wachsen bis zu zwei Meter tief, daher sollte man Winden regelmäßig ausreißen.  © Panthermedia/Imago
Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke.
Die Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke ist ein Süßgras, das sich sowohl über Samen als auch über unterirdische meterlange Triebe ausbreitet. Das Unkraut lässt sich nur sehr mühselig entfernen, daher sollte man es zumindest in Beeten konsequent frühzeitig bekämpfen. © agefotostock/Imago
Acker-Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, Zinnkraut (Equisetum arvense).
Der Acker-Schachtelhalm siedelt sich zwar eher in feuchten Gärten an, aber wehe, man lässt ihn dort wachsen: Die unterirdischen Ausläufer wuchern so stark, dass man meist den ganzen Boden umgraben muss. © blickwinkel/Imago
Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Ach wie hübsch, eine blühende Löwenzahnwiese. Aber bitte nicht im eigenen Garten, denn die Pusteblumen vermehren sich rasant. Und los wird man das Unkraut nur, wenn man die lange Wurzel mitentfernt. © CHROMORANGE/Imago
Gierschblätter in Nahaufnahme.
Der wuchernde Klassiker: Statt sich über Giersch als Unkraut im Garten zu ärgern, sollte man ihn lieber als Salat genießen. © blickwinkel/Imago
Disteln.
Disteln sind im Garten nicht gerne gesehen, da sie ausladende Wurzeln haben.  © Rimmi/Imago

Als Dünger eingesetzt, sollte man die Giersch-Jauche immer an den Wurzelbereich gießen, am besten am frühen Morgen oder abends. Nicht nur Gemüsepflanzen, auch Rosen und andere Blumen freuen sich über diese natürliche Nährstoffgabe.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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