Effektives Hausmittel

Selbst gemachter Schachtelhalm-Sud stärkt die Pflanzen und vertreibt Schädlinge

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Acker-Schachtelhalm ist nicht nur ein lästiges Unkraut – als selbst gemachter Sud wirkt er gegen Schädlinge wie Blattläuse und dient als Dünger zur Pflanzenstärkung.

Ob Sud, Brühe, Jauche oder Pflanzentee – die Wirksamkeit dieser natürlichen Mittel gegen Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben sowie Krankheiten beweist ihr regelmäßiger Einsatz in Deutschlands Gärten. Nicht zu vergessen deren pflanzenstärkende Fähigkeiten. Zu den Spitzenreitern der beliebtesten Basispflanzen hierfür zählt der Schachtelhalm. Aus diesem lässt sich auf ganz einfache Weise ein Sud oder eine Jauche selber machen, die viel nachhaltiger sind als ein chemisches Produkt.

Acker-Schachtelhalm-Brühe selber machen

Schachtelhalm lässt sich von einem lästigen Unkraut schnell in eine wirksame Brühe gegen Schädlinge verwandeln.

Wie praktisch, eigentlich gilt der Schachtelhalm als gefürchtetes Unkraut. Wer ihn an Bachläufen oder im Garten findet, kann ihn sich aber gleich zunutze machen, denn mit nur wenig Aufwand wird er zu einem sehr effektiven Hausmittel. Dieses wehrt wie eine Schutzimpfung Schädlinge ab und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Sternrußtau. Acker-Schachtelhalm hat einen besonders hohen Gehalt an Kieselsäure – vor allem die Sommertriebe –, die die Pflanzenzellen kräftigt und stabilisiert. Er wird von allen Schachtelhalmarten bevorzugt als Mittel zur Pflanzenstärkung eingesetzt und dient auch als organischer Dünger.

Ob Sie für die Zubereitung einer Schachtelhalm-Brühe frische oder getrocknete Pflanzenteile (z. B. aus der Apotheke) verwenden, spielt für die Wirksamkeit keine Rolle. Brühe oder Jauche sollten Sie allerdings immer nur verdünnt anwenden, sie eignen sich gleichermaßen für Zierpflanzen oder Gemüse.

Eine Schachtelhalm-Brühe können Sie folgendermaßen selber machen:

  • 1 kg frisches Kraut oder 200 g getrockneten Schachtelhalm zerkleinern.
  • In einem Eimer oder einer Schüssel (kein Metall verwenden) mit 10 l kaltem Wasser einweichen und 24 Stunden stehen lassen.
  • Den Sud dann in einen Topf umfüllen und 15 bis 30 Minuten köcheln lassen. Die Schachtelhalmreste durch ein Sieb abseihen und die Brühe abkühlen lassen.
  • Schachtelhalm-Brühe im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen und alle 1 bis 3 Wochen auf Blätter, vor allem frische Austriebe, spritzen und als Dünger an den Wurzelbereich auf den Boden gießen.

Bereits mit Schädlingen oder Pilzen befallene Pflanzen besprüht man an drei Tagen hintereinander, wenn das Wetter trocken ist, aber nicht in praller Sonne.

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Schachtelhalm-Jauche: gleiche Zutaten, andere Zubereitung

Eine Jauche stellen Sie mit den gleichen Zutaten her, die Sie in einem Gefäß mit Wasser ansetzen und zwei bis drei Wochen – am besten an einem sonnigen Standort – gären lassen. Dabei kann sich ein unangenehmer Geruch entfalten. Ein luftiges Tuch oder Sieb zum Schutz über das Gefäß legen. Die Jauche wird einmal am Tag kräftig umgerührt.

Schädlinge im Garten bekämpfen: 10 geeignete Hausmittel

Ein Topf mit ungeschälten Kartoffeln in Wasser
In einer Sprühflasche lehrt Kartoffelwasser und der darin enthaltene Stoff Solanin Blattläuse das Fürchten. © YAY Images/Imago
Viele Knoblauchzehen in einem Holzkörbchen
Knoblauch hilft gegen Wühlmäuse, Läuse – und natürlich gegen Vampire. © Panthermedia/Imago
Eine Frau in einem roten T-Shirt hält ein Glas Milch
Eine Milch-Wasser-Spritzlösung nimmt Blattläusen die Luft zum Atmen. © Panthermedia/Imago
Ein Schälchen mit Zimtpulver und im Hintergrund ein Zimtbündel
Um den Geruch von Zimt machen Trauermücken, Ameisen und ungewünschte Nagetiere einen Bogen. © Panthermedia/Imago
Eine Person streut in einem Garten Kaffeesatz aus einer Plastikwanne
Schnecken ade dank Kaffeesatz. Er schreckt auch Ameisen und sogar Katzen ab. © Panthermedia/Imago
Ein Häuschen und ein Zaun aus Streichhölzern gebastelt auf einem Kunstrasen mit blauem Hintergrund
Abgebrannte Streichhölzer im Blumentopf: Den Schwefel mögen Trauermücken gar nicht. © Panthermedia/Imago
Ein Mann kniet im Garten vor einer Schüssel mit in Wasser eingeweichten Brennnesseln
Ein Sud aus Brennnesseln schlägt Nacktschnecken, Spinnmilben und Blattläuse in die Flucht und stärkt die Pflanzen. © imagebroker/Imago
Eine Ameisenstraße wird von einem Kreidestrich unterbrochen
Ein nahezu magischer Kreidestrich zwingt Ameisen zur Umkehr. © CHROMORANGE/imago
In einem Badezimmer hält eine Frau ein Stück Seife über ein Waschbecken und lässt Wasser darauf laufen
Diesen Klassiker haben schon die Großmütter gegen Spinnmilben und Blattläuse eingesetzt: eine Lauge aus Schmier- oder Kaliseife. © Shotshop/Imago
Ein Holzlöffel mit Natronpulver liegt auf einem Holzuntergrund
Natron ist besonders effektiv bei Ameisen und Blattläusen. © Panthermedia/Imago

Wenn die Jauche aufgehört hat zu schäumen und die Flüssigkeit einen dunklen Farbton angenommen hat, ist sie fertig und kann durch ein Sieb abgegossen werden. Dann wird sie im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt und angewendet. Die Jauche können Sie in Flaschen oder ähnliches abfüllen und die ganze Saison über einsetzen.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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