Tabelle gibt Überblick

Große Unterschiede bei Witwenrente: Frauen haben im Schnitt 343 Euro mehr

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Wenn der Ehepartner verstirbt, erhalten viele Witwen und Witwer Hinterbliebenenrente vom Staat. Doch nicht jeder bekommt gleich viel Geld. Eine Tabelle zeigt die Unterschiede.

Das Sozialsystem in Deutschland versucht möglichst viele hilfsbedürftige Bürger in Notsituationen aufzufangen. Aus diesem Grund bekommen Kranke, Arbeitslose oder auch alte Menschen mit ihrer Rente Unterstützung. Auch wer einen Todesfall in der Familie hat, kann unter Umständen auf Geld hoffen.

Die Hinterbliebenenrente kann sowohl für Kinder, ob leibliche oder angeheiratete, als auch für Ehepartner gezahlt werden – häufig wird von Waisen- und Witwenrente gesprochen. Bei der Höhe der Hinterbliebenenrente für Ehepartner scheint nicht nur entscheidend zu sein, ob man die kleine oder große Witwenrente erhält, auch das Geschlecht scheint eine Rolle zu spielen.

Tabelle zeigt: Männer und Frauen bekommen unterschiedlich viel Witwenrente

Die Deutsche Rentenversicherung hat echo24.de Zahlungen der Witwer- und Witwenrente zur Verfügung gestellt. Demnach erhalten Männer deutlich weniger Witwerrente als Frauen. Die aktuellen Zahlen für 2024 liegen allerdings noch nicht vor. Von dem Geld wurden bereits Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen, Steuern standen noch aus.

JahrWitwenrenteWitwerrente
2013585 Euro266 Euro
2018656 Euro335 Euro
2023762 Euro419 Euro

Im Jahr 2013 erhielten Männer weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Zahlung, die Frauen erhalten hatten. Zehn Jahre später haben sich die Hinterbliebenenrenten zwar angeglichen, Witwer erhalten allerdings nur 54 Prozent der finanziellen Unterstützung der Frauen.

Witwenrente ungerecht? Warum gibt es Unterschiede bei der Hinterbliebenenrente

Aber warum fallen die Zahlungen so unterschiedlich aus? „Die Witwenrente wird aus dem Versicherungskonto des verstorbenen Ehegatten berechnet“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung auf Nachfrage. Bei Männern bestünden durch eine „vollständige Erwerbsbiografie“ meist höhere Rentenansprüche. Da Frauen oftmals ihre Karriere für Kinder und Familie unterbrechen und später nur in Teilzeit arbeiten, sind ihre Rentenansprüche kleiner. Und das, obwohl auch Erziehungszeiten geltend gemacht werden können.

Außerdem wird auch das aktuelle Einkommen auf die Witwenrente angerechnet, heißt es von der Deutschen Rentenversicherung. Da Männer oftmals höhere Gehälter beziehen, wirkt sich auch das stärker auf ihre Leistungen aus. Die Hinterbliebenenrente für verwitwete Ehepartner wird also nicht je nach Geschlecht bezahlt. Durch die Struktur unserer Gesellschaft wirkt sich in diesem Fall negativ für Männer aus.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Iuliia Zavalishina

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