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Mautgebühren in Europa: Mit welchen Kosten Sie in welchem Land rechnen müssen

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In Europa gibt es immer noch viele Mautstationen – wie hier in Italien. In vielen Ländern wird die Maut inzwischen aber auch im Free-Flow-System mittels Kameras über die Kennzeichen-Erfassung berechnet. (Symbolbild)
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Urlaubsfahrt mit dem Auto geplant? Die Mautgebühren in Europa können schnell ins Geld gehen. Unser Überblick zeigt, wo in Europa welche Kosten anfallen.

Das Hotel ist gebucht, die Koffer sind gepackt, die Route geplant – doch haben Sie auch an die Mautgebühren für Ihre Urlaubsfahrt gedacht? Was viele Reisende unterschätzen: Die Kosten für Mautgebühren können auf so mancher Strecke das Reisebudget empfindlich belasten. Dabei sind die Mautsysteme in europäischen Ländern sehr unterschiedlich: einige setzen auf Vignetten (teils auch elektronisch) andere auf eine Streckenmaut. Wir haben uns wichtige Urlaubsländer in Europa angesehen und verraten Ihnen, mit welchen Kosten Sie in etwa rechnen müssen. Wichtig: In vielen Ländern kommen noch einmal extra Gebühren für bestimmte Strecken, Brücken oder Tunnel hinzu – so werden beispielsweise für die Fahrt durch den Mont-Blanc-Tunnel mehr als 50 Euro fällig. Diese Kosten müssen Sie immer noch dazu addieren. Ein Blick auf die aktuellen Mautgebühren lohnt sich also vor jeder europäischen Autoreise.

Maut in Österreich

Das österreichische Mautsystem basiert hauptsächlich auf einer Vignettenpflicht für Autobahnen und Schnellstraßen, wobei Autofahrer zwischen einer Klebevignette (wie man die wieder rückstandsfrei von der Scheibe bekommt, lesen Sie hier) und der digitalen Variante wählen können. Für bestimmte Strecken wie den Brenner, den Arlbergtunnel oder die Tauernautobahn wird eine zusätzliche Maut erhoben, die nicht durch die Vignette abgedeckt ist. Seit 2024 gibt es neben der Jahres-, Zwei-Monats- und Zehn-Tages-Vignette auch eine praktische Tagesvignette, die besonders für Durchreisende attraktiv sein kann. Wichtig: Fahrzeuge über 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse (tzGm) brauchen eventuell eine GO-Box (für eine fahrleistungsabhängige Maut), dies betrifft auch manches Wohnmobil. Die genaue Regelung ist aber nicht ganz unkompliziert – bei entsprechendem Fahrzeuggewicht sollte man sich hier vor unbedingt genau informieren, etwa beim ADAC.

1-Tages-Vignette10-Tages-Vignette2-Monats-VignetteJahres-Vignette
Pkw & Kfz bis 3,5 t tzGm9,30 €12,40 €31,10 €103,80 €
Motorrad3,70 €4,90 €12,40 €41,50 €

Maut in der Schweiz

Das Schweizer Mautsystem zeichnet sich durch seine Einfachheit aus: Hier gibt es ausschließlich eine Jahresvignette zum Pauschalpreis, die für alle Autobahnen und Nationalstraßen gilt. Anders als in den meisten europäischen Ländern bietet die Schweiz keine zeitlich kürzeren Vignettenvarianten an, was besonders für Kurzurlauber oder Durchreisende nachteilig sein kann. Seit August 2023 hat die Eidgenossenschaft neben der klassischen Klebevignette auch eine elektronische Version (E-Vignette) eingeführt, die an das Kennzeichen gebunden ist und online erworben werden kann. Die Schweizer Vignette hat eine großzügige Gültigkeitsdauer von 14 Monaten – sie gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres. Die Jahresvignette kostet umgerechnet rund 43 Euro.

Maut in Frankreich

Das französische Mautsystem unterscheidet sich grundlegend von der Vignettenlösung der Alpenländer, da hier eine streckenbezogene Gebühr erhoben wird. Fast alle Autobahnen (Autoroutes) in Frankreich sind mautpflichtig, wobei die Kosten an Mautstationen direkt beim Auf- oder Abfahren bezahlt werden. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach der gefahrenen Strecke, der Fahrzeugklasse und teilweise auch nach der Fahrzeughöhe, wobei Wohnmobile und höhere Fahrzeuge mehr bezahlen als normale Pkw. Seit einigen Jahren gibt es auf manchen Strecken auch ein modernes Free-Flow-System, bei dem die Maut elektronisch über Kennzeichenerfassung ohne Anhalten erhoben wird. Die Maut pro Kilometer liegt im Schnitt bei etwa 10 Cent.

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Maut in Italien

Auch in Italien sind nahezu alle Autobahnen (Autostrade) gebührenpflichtig. Ähnlich wie in Frankreich wird die Maut streckenbezogen erhoben, wobei Autofahrer beim Auffahren eine Karte ziehen oder ihre Kennzeichendaten erfassen lassen und beim Verlassen der Autobahn den entsprechenden Betrag bezahlen. Besonders praktisch für Vielfahrer ist der elektronische Bezahldienst „Telepass“, der eine Durchfahrt ohne Anhalten an speziellen Mautspuren ermöglicht – aber ein entsprechendes Sendegerät nötig macht. Es werden durchschnittlich in etwa zwischen 7 und 9 Cent pro Kilometer fällig.

Maut in Spanien

Das spanische Mautsystem ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt, da nicht alle Autobahnen gebührenpflichtig sind. Während die sogenannten „Autopistas“ (gekennzeichnet mit AP) in der Regel mautpflichtig sind, können die „Autovías“ (gekennzeichnet mit A) kostenlos befahren werden. Ähnlich wie in Frankreich und Italien wird die Maut streckenbezogen erhoben, wobei die Gebühren direkt an den Mautstationen bezahlt werden oder über elektronische Systeme wie Telepeaje abgerechnet werden können. Inzwischen gibt es auch Autobahnabschnitte im Free-Flow-System. Der Kilometer kostet in etwa zwischen 10 und 15 Cent.

Maut in Slowenien

Slowenien hat sein Mautsystem in den letzten Jahren grundlegend modernisiert und setzt seit einiger Zeit ausschließlich auf die elektronische Vignette (E-Vinjeta). Für die Nutzung der slowenischen Autobahnen und Schnellstraßen benötigen Pkw bis 3,5 Tonnen diese digitale Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist und online oder an zahlreichen Verkaufsstellen erworben werden kann. Anders als in der Schweiz bietet Slowenien verschiedene zeitliche Gültigkeitsvarianten an. Besonders praktisch für Reisende ist die Möglichkeit, die E-Vignette bis zu 30 Tage im Voraus zu kaufen und den Gültigkeitsbeginn selbst festzulegen. Die Vignette für Pkw kostet 16 Euro (7 Tage), 32 Euro (ein Monat) oder 117,50 Euro (ein Jahr).

Maut in Kroatien

Das kroatische Mautsystem basiert auf streckenbezogenen Gebühren, die auf nahezu allen Autobahnen des Landes erhoben werden. Ähnlich wie in anderen südeuropäischen Ländern zieht man bei der Einfahrt ein Ticket und bezahlt bei der Ausfahrt den entsprechenden Betrag, wobei die Kosten nach gefahrener Strecke und Fahrzeugkategorie berechnet werden. Die Mautkosten liegen in etwa bei 7 bis 10 Cent pro Kilometer.

Maut in Portugal

Das portugiesische Mautsystem kann für ausländische Reisende zunächst verwirrend wirken. Einerseits gibt es traditionelle Autobahnen mit konventionellen Mautstationen, an denen wie in anderen südeuropäischen Ländern bar oder mit Kreditkarte bezahlt werden kann. Andererseits verfügt Portugal über ein elektronisches Mautsystem auf manchen Autobahnen, bei denen die Gebühren ausschließlich elektronisch über Kennzeichenerfassung erhoben werden, ohne dass Mautstationen vorhanden sind. Die Mautgebühren liegen etwa bei 9 bis 12 Cent pro Kilometer.

Maut in Polen

Das polnische Mautsystem kombiniert derzeit verschiedene Erhebungsmethoden. Während einige neuere Autobahnabschnitte mautpflichtig sind, können viele Schnellstraßen und ältere Autobahnabschnitte kostenfrei befahren werden. Die Maut wird in Polen streckenbezogen erhoben, wobei an konventionellen Mautstationen bar oder mit Kreditkarte bezahlt werden kann. Zunehmend setzt Polen jedoch auf elektronische Mautsysteme, wo die Gebühren mittlerweile auch über eine App oder per Videomaut bezahlt werden können. Grobe Mautkosten pro Kilometer: Zwischen 4 und 10 Cent.

Mautgebühren in Ungarn

Ungarn setzt seit einigen Jahren ausschließlich auf ein elektronisches Vignettensystem, bei dem die Mautgebühr für die Nutzung von Autobahnen und Schnellstraßen vorab entrichtet werden muss. Die sogenannte „Matrica“ ist eine digitale Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist und nicht als physischer Aufkleber existiert. Seit 2024 bietet Ungarn neben den bekannten Gültigkeitszeiträumen auch eine Tagesvignette an, die besonders für Durchreisende attraktiv ist. Die Kontrolle der Vignettenpflicht erfolgt elektronisch über Kameras, die die Kennzeichen erfassen. Die Tagesvignette kostet in Ungarn umgerechnet etwa 13 Euro, die 10-Tagesvignette rund 16 Euro, eine 1-Monats-Vignette rund 26 Euro, die Jahresvignette etwa 148 Euro.

Mautgebühren in Tschechien

Tschechien hat sein Mautsystem in den letzten Jahren vollständig digitalisiert und setzt seit inzwischen ausschließlich auf die elektronische Vignette. Für die Nutzung der tschechischen Autobahnen benötigen Pkw bis 3,5 Tonnen diese digitale Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist und online oder an verschiedenen Verkaufsstellen erworben werden kann. Eine Neuerung seit März 2024 ist die Einführung einer Tagesvignette (8,40 Euro), die das Angebot neben der 10-Tages- (11,60 Euro), der Monats- (18,40 Euro) und der Jahresvignette (97,60 Euro) ergänzt und besonders für Kurzreisende oder Transitreisende attraktiv ist. Ungewöhnlich ist die Umweltkomponente des tschechischen Systems: Elektro- und Wasserstofffahrzeuge sind von der Mautpflicht befreit, müssen jedoch vorab registriert werden.

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Mautgebühren in der Slowakei

Die Slowakei hat ihr Mautsystem in den letzten Jahren modernisiert und setzt wie viele Nachbarländer auf ein elektronisches Vignettensystem. Für die Nutzung der slowakischen Autobahnen und Schnellstraßen benötigen Pkw bis 3,5 Tonnen eine digitale Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist. Die Preise: Tagesvignette (8,10 Euro), 10-Tages-Vignette (10,80 Euro), 30-Tages-Vignette (17,10 Euro), Jahresvignette 90 Euro.

Mautgebühren in den Niederlanden

Die Niederlande gehören zu den wenigen Ländern in Europa, in denen für Pkw keine allgemeine Mautpflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen besteht. Das niederländische Straßennetz kann größtenteils kostenfrei genutzt werden, was für Reisende aus Deutschland und anderen Nachbarländern ein angenehmer Vorteil ist. Dennoch gibt es einige wenige mautpflichtige Tunnel und Brücken, für die separate Gebühren erhoben werden.

Mautgebühren in Dänemark

Dänemark verzichtet wie die Niederlande auf eine allgemeine Mautpflicht für Autobahnen und Schnellstraßen, erhebt jedoch Gebühren für die Nutzung einiger wichtiger Brückenverbindungen.

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