VonAdrian Kilbschließen
Langsam werden die Regierungspläne zur neuen staatlich geförderten Altersvorsorge mit Wertpapieren konkret. Anleger erwartet ein Produkt mit hohem Renditepotenzial.
Die Bundesregierung will mit einem Nachfolger für die umstrittene Riesterrente mehr Erwerbstätige für die private Altersvorsorge motivieren – und stößt damit in der Bevölkerung auf offene Ohren. Nach einer aktuellen Umfrage sind 69 Prozent für eine staatlich geförderte Altersvorsorge, mit der sie ihr Geld langfristig und breit gestreut an der Börse in einem Depot anlegen.
Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte im Auftrag der Postbank in zwei Zeiträumen einmal Ende Juli 2024 und einmal Ende Mai 2025 insgesamt über 3200 Menschen ab 18 Jahren befragt. Wer bereits jetzt privat für die Rente vorsorgt, kann sich mit der neuen Geldanlage mit Wertpapieren sogar fast zu 80 Prozent identifizieren. Was macht die neue Anlagemethode so attraktiv?
Neue staatliche geförderte Altersvorsorge geplant: Das sind die Vorteile für Anleger
Was überrascht: Das Anlageprodukt kommt auch bei Aktien-Grünschnäbeln gut an. Auch, wer bisher noch nicht mittels eines Fonds sein Geld streut und vermehrt, kann sich nach einer älteren, ähnlichen Postbank-Umfrage vorstellen, mit staatlicher Hilfe erstmals in den Wertpapierhandel einzusteigen. „Eine staatliche Förderung könnte helfen, die aktienbasierte Altersvorsorge breiter zugänglich zu machen“, erklärt Michael Koschatzki von der Postbank dazu. Der Plan der Merz-Regierung könnte also aufgehen.
Noch in diesem Jahr soll ein Gesetzesentwurf zum Umbau der Riester-Rente „als zusätzlicher Teil der Rentenreform“ auf den Tisch kommen. Darauf hat sich die schwarz-rote Koalition im Oktober 2025 geeinigt. Im Gegensatz zu bisherigen Finanzprodukten, die oftmals durch ein Übermaß an Bürokratie und Kosten produzierten, dafür nur niedrige Renditen abwarfen, soll es mit dem Riester-Nachfolger besser und standardisierter werden.
Die Vorteile bietet der neuen staatlich geförderten Altersvorsorge:
- Kostengünstiges Finanzprodukt
- Vereinfachte Förderung
- Ausweitung des Kreises der Förderberechtigten
- Höhere Rendite als bei Riester-Rente
- Flexible Beitragsgarantie
Quelle: Stiftung Warentest, Koalition.
Neues staatliches Finanzprodukt soll Steuerzahler massiv entlasten
Ein großes Problem sind die ausufernden Kosten der Steuerzahler für das Rentensystem aufgrund der rapiden Alterung der Bevölkerung. Die Koalition will das Rentenniveau für den Durchschnittsrentner bei der gegenwärtigen Höhe von 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes einfrieren – in welchem Land es fast doppelt so hoch ist. Ohne staatliches Eingreifen würde nach offiziellen Berechnungen das Niveau bis 2045 auf unter 45 Prozent sinken.
Durch eine Verlängerung der Haltelinie, vorerst bis 20231, möchte das Arbeitsministerium eine Abkopplung von den Löhnen verhindern. Um das finanzieren, ist eine enorme Erhöhung der Bundeszuschüsse zur Rente notwendig. Die Alternative dazu, steigende Rentenversicherungsbeiträge, ist nicht minder abschreckend.
Die Lösung für eine langfristig tragfähigen Alterssicherung könnte in einer staatlich subventionierten Altersvorsorge am Börsenmarkt liegen. „Dieses Potenzial kann voll zum Tragen gebracht werden, wenn möglichst zeitnah mehr Mittel in kapitalgedeckte Formen der Altersvorsorge eingezahlt werden“ zitiert die Welt den Wirtschaftsweisen und Finanzprofessor Martin Werding.
Dieses Risiko birgt die geplante Altersvorsorge auf Aktienbasis
Anleger sollten, wenn das Produkt verfügbar ist, sich des Risikos bewusst sein, eine Beitragsgarantie gibt es wohl nicht mehr. „Aktien und Fonds unterliegen Kursschwankungen – auch Verluste sind möglich“, erklärt Michael Koschatzki von der Postbank. Im Erfolgsfall wiederum können sie auf eine hohe Rendite hoffen – inklusive staatlicher Zulagen und steuerlicher Förderung in der Ansparphase.
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