Klare Ansage

Renault-Chef schießt gegen Tesla: Preissenkung schade Elektroautos:

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Die Preissenkung von Tesla kam bei Renault-Chef Luca De Meo nicht gut an. Er sieht den Wert der Elektroautos in Gefahr und hält fürs erste an den aktuellen Preisen fest.

Im Vergleich zum Verbrenner sind Elektroautos noch immer deutlich teurer. Doch statt zu sinken, schossen die Preise im vergangenen Jahr in die Höhe. Grund dafür war unter anderem die Halbleiterkrise. Als erster Hersteller hat Tesla seine Preise gesenkt. Doch das gefällt nicht jedem, so übte Renault-Chef Luca de Meo scharfe Kritik an der Preispolitik des US-Konkurrenten.

„Das zerstört den Wert für den Kunden, das ist sicher, wenn man das macht“, betonten der Renault-Chef im Gespräch mit der Financial Times. Die ständig schwankenden Preise würde daher dafür sorgen, dass das Vertrauen der Kunden in den Wert ihrer Elektroautos Schaden nimmt. Einige Tesla-Kunden hatten durch die jüngsten Preissenkungen Tausende US-Dollar verloren. In China kam es deswegen sogar zu Protesten.

Preissenkung schadet Elektroautos: Renault-Chef schießt gegen Tesla

Anders als beispielsweise Ford wollen die Franzosen zunächst nicht nachziehen und ihre Stromer ebenfalls günstiger anbieten, um den Wert der Fahrzeuge zu „schützen“. Damit folgt Renault dem Vorbild von Volkswagen. Der Wolfsburger Autokonzern hatte eine Preissenkung kategorisch ausgeschlossen.

Renault wird die Preise seiner Elektroautos erstmal nicht senken.

Wohl auch, weil Elektroautos für die etablierten Hersteller noch immer kein so gutes Geschäft sind. Das liegt vor allem an den hohen Kosten der Batteriepakete für langstreckentaugliche Stromer. Dabei würden einige Autobauer gerne günstigere Modelle anbieten.

Preissenkung schadet Elektroautos: Hersteller setzten auf Premium statt Masse

Volkswagen etwa wollte den ID.2 ursprünglich für unter 20.000 Euro auf den Markt bringen. Inzwischen ist von einem Preis von unter 25.000 Euro die Rede. Zudem soll der Kompakt-Stromer auf den Namen ID. Golf hören und sich optisch deutlich von der Studie unterscheiden.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

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Ob die Preise der Elektroautos überhaupt deutlich fallen werden, ist unklar. Während Ford-Chef Jim Farley mit einem Preiskrieg rechnet, macht man bei Volkswagen wenig Hoffnung auf sinkende Preise. Hinzu kommt, dass immer mehr Hersteller – darunter auch Renault – auf höherpreisige Autos setzen, um ihre Marge zu steigern. Zeitgleich werden volumenstarke Kleinwagen wie der Audi A1, Ford Fiesta oder Kia Rio eingestellt.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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