Reform beschlossen

Merz-Regierung kündigt Ende der Riester-Rente an – doch neue Idee könnte Millionen Rentner freuen

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Das Ende der Riester-Rente kommt. Eine Reform der Merz-Regierung soll Rentner im Alter absichern – dafür wird ein bekanntes Konzept neu aufgelegt.

München – Die Riester-Rente steht vor dem Ende: Die Regierung um Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am 17. Dezember 2025 eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Die unbeliebte Riester-Rente soll durch ein neues System mit höheren Renditechancen ersetzt werden. Gleichzeitig führt die Regierung eine sogenannte „Frühstart-Rente“ für Kinder und Jugendliche ein.

Die Rentenreform der Merz-Regierung soll im Alter die finanzielle Absicherung bieten.

„Wir wollen eine private Altersvorsorge für alle: Für alle Generationen und für alle Einkommen“, wurde Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in einer Mitteilung seines Ministeriums zitiert. Besonders Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sollen von der Reform profitieren, die bisher kaum vorsorgen konnten.

Riester-Rente vor dem Aus: Neue Altersvorsorge bietet höhere staatliche Zulagen für Geringverdiener

Das Herzstück der Reform ist ein neues Altersvorsorgedepot ohne zwingende Garantievorgaben – eine alte Renten-Idee, die schon Klingbeils Vorgänger hatte. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilt, ermöglicht dies deutlich höhere Renditechancen am Kapitalmarkt. Für sicherheitsbewusste Sparer bleiben jedoch Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Kapitalschutz bestehen.

Die staatliche Förderung wird grundlegend umgestaltet. Statt der starren Grundzulage von 175 Euro gibt es künftig eine proportionale Förderung: Für jeden eingezahlten Euro bis 1.200 Euro jährlich zahlt der Staat 30 Cent dazu, ab 2029 sogar 35 Cent. Für weitere Beiträge bis 1.800 Euro sind es 20 Cent pro Euro. Die maximale Grundzulage steigt damit auf 480 Euro pro Jahr.

Rente im Ausland: Die zehn besten Länder für den Ruhestand

Strand auf Koh Chang, Thailand
Unter den Top Ten ist ein Land, das schon länger ein beliebtes Auswanderungsziel für Rentnerinnen und Rentner ist: Thailand. Gelobt werden die Freundlichkeit der Menschen, die niedrigen Lebenshaltungskosten und die schönen Strände. Zudem gibt es extra Visa-Angebote für Rentner. © IMAGO/Nathalie Jamois/ZUMA Press Wire
Touristen genießen den Strand und das türkisblaue Meer unterhalb der Burg Ruffo in Scilla, Kalabrien, Süditalien
Dass es Bella Italia auf die Liste geschafft hat, dürfte niemanden wundern. Neben malerischen Landschaften und seiner reichen Kultur sowie gutem Essen besticht Italien mit seinem milden Klima und gutem Gesundheitssystem. © IMAGO/Zoonar.com/Êrik Lattwein
Blick auf die von Bergen umgebene Bucht von Lindos, Griechenland
Griechenland ist ein Klassiker unter auswanderungsfreudigen Ruheständlern: Sonne, Strand, Meer – und dazu kommen noch die niedrigeren Lebenshaltungskosten und steuerliche Vorteile für Rentnerinnen und Rentner, die ihren Lebensabend dort verbringen möchten.  © IMAGO/Zoonar.com/Dmitri Maruta
Strand der Insel Langkawi, Malaysia
Auch Malaysia ist in den Top Ten der Auswertung von International Living. Das südostasiatische Land bietet nicht nur schöne Landschaften und eine vielfältige Kultur, sondern auch spezialisierte Pflege für ältere Menschen zu erschwinglichen Preisen. Auch hier gibt es Visa-Optionen für Rentner. © IMAGO/Sergi Reboredo / VWPics
Der historische Steinturm überblickt an sonnigen Tagen den malerischen Strand von Tossa de Mar mit seinen Booten.
Mit seinen schönen Stränden, leckerem Essen und mildem Klima darf Spanien in dieser Auswertung natürlich nicht fehlen. Darüber hinaus kann das mediterrane Land mit seinem modernen Gesundheitssystem, guter Infrastruktur und niedrigeren Lebenshaltungskosten punkten. © IMAGO/Zoonar.com/Fernando Genzor
Mont Saint Michel in Frankreich
In die Top 5 hat es Frankreich geschafft. Denn hier gibt es schöne Küsten, gutes Essen und malerische Städte. Gelobt werden in dem Magazin aber auch das milde Wetter sowie das exzellente Gesundheitssystem und die erschwinglichen Mieten – wenn man mal von Paris absieht. © IMAGO/Kerstin Bittner/Westend61
Strand in Tulum, Mexiko
Den Ruhestand an karibischen Stränden verbringen – das geht unter anderem in Mexiko. Das Land besitzt aber darüber hinaus eine große kulturelle Vielfalt. Mexiko punktet zudem laut Global Retirement Index mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem modernen Gesundheitssystem. © IMAGO/Arkadij Schell/YAY Images
Strand im Marino Ballena Nationalpark in Costa Rica
Costa Rica war im vergangenen Jahr in dieser Auswertung Spitzenreiter – nun ist das zentralamerikanische Land immerhin noch unter den Top 3. Neben einer wunderschönen Natur, tropischen Stränden und warmen Klima punktet das Land mit einem guten Gesundheitssystem und politischer Stabilität. © IMAGO/Zoonar.com/martinkaufhold.de
Treppe von den Klippen zum Meer Salema Beach Portugal
Ein europäisches Land liegt auf Platz 2: Portugal. Kein Wunder – neben hoher Lebensqualität und einem milden Klima bietet Portugal Rentnerinnen und Rentner auch ein modernes Gesundheitssystem und Sicherheit, lobt International Living. Allerdings steigen die Wohnkosten dort gerade. © IMAGO/Zoonar.com/Mary Salen
Strand in Panama
Der diesjährige Spitzenreiter der Auswertung klingt für deutsche Ohren erst einmal überraschend: Panama. Doch das zentralamerikanische Land bietet auswanderungswilligen Rentnerinnen und Rentnern schöne Strände, mildes Klima und niedrigere Lebenshaltungskosten. Zudem gibt es gute Visa-Optionen für Rentner und unter Umständen Rabatte auf Krankenhausbesuche und Arztleistungen. © IMAGO / Addictive Stock

Wie die Sparkasse berichtet, sollen auch die Kosten für Verbraucher sinken. Abschluss- und Vertriebskosten werden auf die gesamte Vertragslaufzeit verteilt, statt gesammelt zu Beginn anzufallen.

Reform der Merz-Regierung: Frühstart-Rente für die nächste Generation

Ein völlig neuer Baustein ist die Frühstart-Rente für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren. Laut Bundesarbeitsministerium erhalten sie monatlich zehn Euro staatlichen Zuschuss in ein individuelles Altersvorsorgedepot. Das angesparte Kapital wird mit Erreichen der Volljährigkeit weiter angelegt.

Für Kinder, deren Eltern kein Depot eröffnen, wird eine kollektive Anlagelösung geschaffen. Die Deutsche Rentenversicherung betont, dass damit alle Kinder unabhängig von elterlichen Entscheidungen von der Förderung profitieren.

Schutz für alle bestehenden Riester-Sparer – Bestandschutz sichert Altersvorsorge ab

Bestehende Riester-Verträge genießen Bestandsschutz. Sparer können ihre Verträge unverändert weiterführen oder kostengünstig in das neue System wechseln, ohne bisherige Förderungen zurückzahlen zu müssen. Wie Finanztip berichtet, wurden bereits 4,6 Millionen Riester-Verträge gekündigt – ein Viertel aller Verträge liegt brach.

Renten-Reform der Merz-Regierung: Start der neuen privaten Altersvorsorge für 2027 geplant

Die neue private Altersvorsorge soll zum 1. Januar 2027 starten. Die Frühstart-Rente für den Geburtsjahrgang 2020 beginnt bereits rückwirkend zum 1. Januar 2026. Bundestag und Bundesrat müssen den Plänen noch zustimmen.

Die Reform ist auch eine Reaktion auf das offensichtliche Scheitern der Riester-Rente, die wegen hoher Kosten, geringer Renditen und komplexer Bedingungen bei Verbrauchern unbeliebt geworden ist. Mit dem neuen System will die Bundesregierung die private Altersvorsorge „einfacher, attraktiver und unbürokratischer“ gestalten. (Quellen: Bundesfinanzministerium, Sparkasse, Bundesarbeitsministerium, Finanztip) (kh)

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Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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