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Sonnencreme? Ja! Doch aufgepasst: Sonnencreme hilft nicht immer. Es kommt auf verschiedene Faktoren an. Zwei Methoden wirken noch effektiver.
Hamm - Noch eben eincremen, bevor es in die Sonne geht. Dass Sonnencreme wichtig ist, dürften wohl die allermeisten wissen. Vor allem, wenn es in den Urlaub geht, steht sie auf der Packliste. Hautexperten raten sogar dazu, Sonnencreme jeden Tag zu tragen – egal bei welchem Wetter. Doch sie hilft nicht immer. Verschiedene Faktoren müssen beachtet werden – auch beim Kauf einer Sonnencreme. Beim Thema Sonnenschutz gibt es noch große Wissenslücken.
Sonnencreme hilft nicht immer – andere Methoden schützen besser
Ein Klecks hier, ein Klecks da – und man ist den ganzen Tag vor UV-Strahlen geschützt. Das ist falsch. Sonnencreme ist wichtig, kommt aber erst an dritter Stelle. Zwei Methoden sind effektiver.
Die Sonnen-Einstrahlung ist zwischen 11 und 15 Uhr am stärksten und intensivsten. Statt sich in der Zeit mit Sonnenschutz eingecremt zu bräunen, sollte man die Sonne meiden. Die Verbraucherzentrale rät, morgens oder ab dem späten Nachmittag die Sonne zu genießen. Ein weiterer entscheidender Schutz vor der Sonne ist hautbedeckende Kleidung. Dazu gehören auch Sonnenbrille und Sonnenhut.
Bei Sonnencreme kommt es auf den Lichtschutzfaktor an
Wer sich in die Sonne legt, wird braun. Damit will sich die Haut gegen die Sonnenstrahlung wehren und schützen. Das kann sie aber nur 5 bis 30 Minuten lang – je nach Hauttyp und ohne Sonnencreme. Ist diese Zeit um, entsteht Sonnenbrand.
Mit Sonnencreme verlängert man die Aufenthaltszeit in der Sonne. Dabei kommt es auf den Lichtschutzfaktor (LSF) an. Kann man beispielsweise ohne Sonnencreme zehn Minuten in der Sonne bleiben und nimmt eine Creme mit LSF 10, verlängert sich die Zeit mal Zehn. Das heißt: 10 Minuten Eigenschutzzeit mal LSF 10 sind gleich 100 Minuten. Also: Je höher der LSF, desto länger kann man Sonnenbaden.
Es wird allerdings empfohlen, diese maximale Zeit um ein Drittel zu reduzieren. In diesem Fall wären es dann ungefähr 60 Minuten in der Sonne. Trotz Eincremen kommen immer noch UV-Strahlen an die Haut. Sonnencreme schützt somit nicht vor Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung. Ist die empfohlene Zeit abgelaufen, sollte man also eine Sonnenpause einlegen.
Sonnencreme richtig auftragen
Damit Sonnencreme wirklich schützt, muss sie lückenlos und dick aufgetragen werden. Dick auftragen heißt, zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut. Für den ganzen Körper braucht man somit ungefähr drei bis vier Esslöffel Sonnencreme.
Wer sich mehrmals eincremt, verlängert damit nicht den Sonnenschutz. Allerdings kann es trotzdem sinnvoll sein, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Nochmal eincremen sollte man sich unbedingt nach dem Baden, auch wenn auf der Verpackung „wasserfest“ steht. Doch muss man eigentlich eine neue Sonnencreme kaufen oder reicht die aus dem Vorjahr?
Die richtige Sonnencreme kaufen: gefährliche Inhaltsstoffe
Einige Sonnencremes sind mit organisch-chemischen UV-Filtern ausgestattet. Sie werden verdächtigt, das Hormonsystem zu stören. Bei diesen UV-Filtern sollte man vorsichtig sein:
- UV-Filter Octocrylen: kann sich in Benzophenon umwandeln, das allergische Hautreaktionen auslösen kann
- UV-Filter DHHB: teilweise mit Weichmachern verunreinigt
- Nano-Teilchen: bei geschädigter Haut lieber weglassen (Reaktionen sind hier nicht nachgewiesen)
Auf der sicheren Seit steht man mit zertifizierten Naturkosmetik-Produkten. Hier werden nur mineralische Lichtschutzfaktoren verwendet. Um auch hier Nano-Teilchen zu vermeiden, sollte man ein versprühbares Sonnenschutzmittel wählen.
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