VonJuliane Reyleschließen
Mehr Geld ab 2026: Millionen Beschäftigte in Deutschland profitieren im neuen Jahr von der Mindestlohnerhöhung. Für einige rentiert es sich besonders.
Zum 1. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland deutlich: Von derzeit 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde. Diese Anpassung bedeutet für Vollzeitbeschäftigte rund 190 Euro mehr brutto im Monat. Profitieren können vor allem und Arbeitnehmer in Branchen mit traditionell niedrigen Löhnen.
Laut dem Statistischem Bundesamt sind von dieser Erhöhung bis zu 6,6 Millionen Beschäftigte betroffen. Damit steigt die gesamte Verdienstsumme um bis zu sechs Prozent. Auch in anderen Bereichen gibt es mehr Geld ab 2026.
Wer profitiert besonders von der Mindestlohnerhöhung 2026?
Die Auswirkungen des höheren Mindestlohns sind nicht in allen Regionen und Branchen gleich verteilt. Laut einer Analyse profitieren bestimmte Gruppen besonders stark:
- Frauen: Rund 20 Prozent der weiblichen Beschäftigten arbeiten aktuell in Jobs mit Mindestlohn oder knapp darüber. Zum Vergleich: Bei Männern liegt der Anteil nur bei etwa 14 Prozent.
- Ostdeutschland: In den ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil an Beschäftigten mit Mindestlohn höher. Durchschnittlich sind dort etwa 20 Prozent der Arbeitnehmer betroffen. Spitzenreiter ist Mecklenburg-Vorpommern: Dort gilt die Erhöhung für 22 Prozent aller Arbeitsplätze. In Westdeutschland sind es im Schnitt nur 16 Prozent, am niedrigsten liegt der Anteil in Hamburg mit 14 Prozent.
- Branchen mit Niedriglöhnen: Besonders spürbar ist die Anpassung in folgenden Bereichen: Gastgewerbe: Über 56 Prozent der Angestellten verdienen bisher Mindestlohn und profitieren daher direkt. Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei: Hier liegt der Anteil bei 43 Prozent. Auch Beschäftigte im Einzelhandel sowie in der Gebäudereinigung gehören zu den großen Gewinnern der Anpassung.
(Quellen: Business Insider, Statistisches Bundesamt)
Die Erhöhung 2026 ist Teil einer zweistufigen Anpassung. Bereits beschlossen ist zudem eine weitere Steigerung zum 1. Januar 2027. Der neue Mindestlohn soll von da an 14,60 Euro pro Stunde entsprechen. Betroffen sind nach Schätzungen sogar 8,3 Millionen Arbeitsplätze, wie aus dem Koalitionsvertrag CDU/CSU/SPD 2025 hervorgeht. Ob diese Personen dann zur Unterschicht oder Mittelschicht gehören werden, gilt es abzuwarten.
Welche Jobs profitieren von der Mindestlohnerhöhung am meisten?
Durch die Mindestlohnerhöhung sollen vor allem Arbeitnehmer in Branchen mit traditionell niedrigen Löhnen profitieren, wie die Hans-Böckler-Stiftung ermittelte.
Folgende Jobs könnten durch die Mindeslohnerhöhung mehr Geld bringen:
| Branche | Jobs |
| Gastgewerbe | Kellner, Servicekräfte, Küchenhilfen, Barpersonal und Beschäftigte in Fast-Food-Restaurants |
| Land-, Forstwirtschaft und Fischerei | Saisonarbeitskräfte, Erntehelfer, landwirtschaftliche Hilfsarbeiter und Beschäftigte in Gärtnereien |
| Gebäudereinigung & Hauswirtschaft | Reinigungspersonal, Putzkräfte, Haushaltshilfen und Fensterputzer |
| Einzelhandel | Verkäufer im Supermarkt, Kassierer, Auspackhilfen oder Regalauffüller |
| Pflege- und Betreuungsdienste | Hilfskräfte in der Altenpflege, Betreuungsdienste für Kinder und Senioren, Personal in Behindertenwerkstätten |
| Transport und Logistik | Paketboten, Kurierfahrer, Lagerarbeiter und Kommissionierer |
| Bau- und Hilfsgewerbe | Hilfsarbeiter auf Baustellen, Aushilfen im Handwerk oder Mitarbeiter in der Gebäudebewachung |
| Minijobs und Teilzeitstellen | eringfügig Beschäftigte, insbesondere Studierende, Rentner und Migranten, befinden sich ebenfalls im Niedriglohnsektor |
(Quellen: Lebensmittelpraxis.de, ZDFheute, Zeit)
Das individuelle Gehalt ist ebenso wie die Rente weiterhin unterschiedlich, doch Arbeitnehmer sollten darauf achten, dass ihre Arbeitgeber ihnen den Mindestlohn bezahlen und im neuen Jahr mehr Geld geben. Übrigens gibt es auch Teilzeitjobs mit bis zu 80.000 Euro Gehalt.
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