VonSebastian Oppenheimerschließen
E-Autos boomen auch im Mai: Laut KBA wurden 45 Prozent mehr Stromer zugelassen als im Vorjahresmonat. Eine Trendwende bedeutet dies dennoch nicht.
Die Elektromobilität in Deutschland erlebt weiterhin einen bemerkenswerten Aufschwung: Im Mai 2025 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 43.060 rein elektrische Pkw neu zugelassen – ein gewaltiges Plus von 44,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mit einem Marktanteil von 18,0 Prozent festigen Elektroautos ihre Position als zweitstärkste Antriebsart. Während die Gesamtzahl der Pkw-Neuzulassungen mit 239.297 Fahrzeugen nur moderat um 1,2 Prozent zulegte, zeigt sich bei den Antriebsarten ein ungebrochener Trend zur Elektrifizierung. Auch Hybridfahrzeuge legten deutlich zu: 92.171 Hybride wurden zugelassen (plus 29,0 Prozent), darunter 25.181 Plug-in-Hybride mit einem beachtlichen Plus von 79,4 Prozent. Im Gegensatz dazu verloren konventionelle Antriebe deutlich an Boden: Benziner gingen um 24,1 Prozent zurück, Diesel um 21,8 Prozent.
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Gewerbliche Käufer treiben den Trend
Dennoch darf man sich nicht von den Zahlen täuschen lassen. Trotz des steilen Anstiegs der E-Auto-Neuzulassungen ist unter privaten Käufern noch immer keine Begeisterung für Elektromobile ausgebrochen. 67,1 Prozent aller Neuwagen wurden im Mai gewerblich zugelassen, nur 32,8 Prozent entfielen auf private Käufer. Diese Zahlen bestätigen eine aktuelle Studie, wonach der E-Auto-Boom hauptsächlich von Unternehmen und Flottenbetreibern getragen wird. Zahlreiche Firmen elektrifizieren ihre Flotten derzeit massiv, weil seit diesem Jahr Unternehmen in der EU verschärfte CO₂-Flottengrenzwerte einhalten müssen, was ohne einen steigenden E-Auto-Anteil nicht zu schaffen ist, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Händlerkreise. Außerdem setzen Hersteller dem Bericht zufolge auch verstärkt auf Eigenzulassungen, um die eigenen E-Auto-Auslieferungen – zumindest auf dem Papier – zu steigern.
Viele Privatpersonen scheuen nach wie vor die hohen Anschaffungskosten und haben Bedenken bezüglich der Reichweite von E-Autos. Ändern könnte sich das mit einer Förderung von privaten E-Autos, die aktuellen Pläne der Bundesregierung für Elektroauto-Anreize richten sich an Unternehmen.
Neue Player mit extremen Wachstumsraten
Bei den Marken-Gewinnern stachen im Mai prozentual vor allem chinesische Hersteller hervor, allerdings von sehr niedrigem Niveau aus: BYD verzeichnete mit 1.857 Neuzulassungen einen Anstieg von 823,9 Prozent, bleibt aber mit einem Marktanteil von nur 0,8 Prozent weiterhin eine Nischengröße. Noch extremer fiel das Wachstum bei Xpeng aus, das mit 186 Fahrzeugen ein Plus von 1.450 Prozent erzielte – allerdings ausgehend von gerade einmal 12 Zulassungen im Vorjahresmonat. Das spektakulärste Plus konnte Lynk & Co vorweisen: hier gingen die Neuzulassungen um 15.700 Prozent nach oben – was in diesem Fall aber einfach nur einen Anstieg von einem auf 158 Fahrzeuge bedeutet.
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Auf der Verliererseite fiel besonders Tesla ins Auge: Der einstige E-Auto-Pionier hatte erneut einen schlechten Monat und musste mit 1.210 Neuzulassungen einen herben Rückgang von 36,2 Prozent hinnehmen. Noch dramatischer traf es Smart, die Marke stürzte um 78,1 Prozent auf nur noch 331 Fahrzeuge. Unter den Volumenmarken verzeichnete Opel mit einem Minus von 22,2 Prozent auf 10.462 Einheiten den stärksten Rückgang, gefolgt von Peugeot (-26,2 Prozent) und Seat (-18,9 Prozent). Auch Porsche musste mit einem Minus von 9,0 Prozent auf 2.706 Fahrzeuge Federn lassen, während die Schwestermarke Audi mit einem Rückgang von 2,6 Prozent auf 17.764 Einheiten vergleichsweise glimpflich davonkam.
