Ernährung

Immer müde? Jodmangel als Ursache – mit bestimmten Lebensmitteln können Sie entgegenwirken

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Viele Menschen hierzulande leiden an einem Jodmangel. Welche Symptome sich dadurch zeigen und wie Sie den täglichen Bedarf an Jod abdecken.

Die Schilddrüse benötigt ausreichend Jod für die Produktion von Hormonen. Jod zählt zu den Spurenelementen, welche der Körper nicht selber herstellen kann. Diese müssen über die Nahrung aufgenommen werden, denn nur so kann die Schilddrüse die Hormone T3 und T4 herstellen. Diese Hormone sind überlebenswichtig und werden im Organismus für zahlreiche Vorgänge benötigt. Sie steuern den Blutdruck, beeinflussen Herz, Kreislauf und Zellteilung. Auch während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Jodaufnahme wichtig. Denn Jod wirkt ebenfalls auf die Entwicklung der Knochen, Gehirn und Nervensystem. Da die Versorgung mit Jod in Deutschland über herkömmliche Nahrungsmittel allerdings nicht ausreichend ist, leiden viele Menschen an einem Jodmangel – und das meist lange Zeit unbemerkt.

Immer müde? Wie Sie einen Jodmangel feststellen – und was hilft

Die Schilddrüse benötigt mindestens 180 bis 200 Mikrogramm Jod täglich, um optimal funktionieren zu können.

Während ein vergrößerter Kropf das offensichtlichste Anzeichen für einen Jodmangel ist, lässt sich dieser nur selten so eindeutig feststellen. Ein Mangel an Jod macht sich meist – gerade bei leichten Veränderungen – nur durch sehr unspezifische Symptome bemerkbar. Wer sich über längere Zeit müde und abgeschlagen fühlt, sollte aufmerksam werden. Ein dauerhafter Mangel an Jod wirkt sich auf den Stoffwechsel aus – Müdigkeit und Stimmungsschwankungen, aber auch Gewichtszunahme können die Folgen sein. Neben dem Kropf können auch Gewebeveränderungen oder Knoten an der Schilddrüse auf einen Jodmangel hindeuten. Durch Abtasten und bildgebende Verfahren kann der Arzt die Ursachen besser abklären.

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Folgende Symptome können auf einen Jodmangel hindeuten:

  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Heisere Stimme und Probleme beim Sprechen
  • Kropf

Zehn Gründe, warum Sie immer müde sind – Schilddrüse kann schuld sein

Zu viel Stress kann sich auch auf die Schilddrüse auswirken.
Menschen, die unter einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, haben oftmals mit extremer Müdigkeit zu kämpfen. So spielt die Schilddrüse eine große Rolle bei der Hormonproduktion. Ist diese gehemmt, zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion durch Erschöpfung und Müdigkeit.  © AndreyPopov/imago
Wer das Handy nachts abschaltet, tut nicht nur dem Akku, sondern auch der eigenen Gesundheit etwas Gutes.
Wer mit dem Handy ins Bett geht, schläft nachweislich schlechter. Grund dafür ist die ständige Ablenkung, aber auch das blaue Licht. Dieses sorgt dafür, dass wir erst später müde werden und so schlechter in den Schlaf finden.  © Imago
Frau sitzt auf Bett und hält Kopf in Händen.
Depressive Verstimmungen im Herbst und Winter sind weit verbreitet. Auch Probleme in der Familie oder auf dem Arbeitsplatz können Müdigkeit durch psychische Leiden wie Burnout oder Stress herbeiführen.  © IMAGO / Shotshop
Eine junge Frau ist i Profil zu sehen und trinkt Mineralwasser aus einem Glas (Symbolbild).
Da unser Körper zum Großteil aus Wasser besteht, benötigt er ausreichend Flüssigkeit um optimal funktionieren zu können. Flüssigkeitsmangel kann daher zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen, Gedächtnisproblemen und Schwindel führen.  © Petra Schneider-Schmelzer/ Imago
Frau hält eine Tasse in der Hand und lacht.
Gerade in Deutschland leiden viele Menschen unter einem chronischen Vitamin-D-Mangel. Verursacht wird dieser durch zu wenig Sonnenlicht. Typische Beschwerden sind neben Müdigkeit auch Muskelschmerzen und häufige Infekte.  © "AntonioGuillem"/Imago
Eine Eisenmangelanämie ruft unter anderem Symptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit hervor. (Symbolbild)
Wer zu wenig oder schlecht schläft, ist tagsüber zwangsläufig müde. Betroffene sollten ihren Schlafrhythmus zunächst genauer unter die Lupe nehmen. Zu spätes Zubettgehen, frühes Aufstehen und ein Arbeitsrhythmus, der entgegen des natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus ausgerichtet ist, sollten vermieden werden.  © Sofiya Garaeva/Imago
Es ist ein Mann im Fitnessstudio zu sehen (Symbolbild).
Wichtige Körperfunktionen wie Kreislauf, Durchblutung und Stoffwechsel, aber auch Muskeln und Gelenke sind auf ausreichend Bewegung angewiesen. Ein Bewegungsmangel kann so die Leistungsfähigkeit einschränken und Müdigkeit verstärken.  © Pathermedia / Imago
Eine Eisenmangelanämie ruft unter anderem Symptome wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit hervor. (Symbolbild)
Stress sorgt dafür, dass der Körper in Alarmbereitschaft gerät. Hält dieser dauerhaft an, führt das allerdings dazu, dass der Organismus ermüdet. Antriebslosigkeit und erhöhte Reizbarkeit sind die Folge.   © Daniel Vineyard/Imago
Eine Frau trinkt ein Glas Wasser mit aufgelöster Eisentablette
Erschöpfung und Müdigkeit sind typische Beschwerden bei einem Eisen-Mangel. Besonders Frauen sollten auf eine ausreichende Eisenzufuhr achten, da sie Eisen meist nur in geringen Mengen zu sich nehmen. Dabei können auch Eisenpräparate helfen.  © Florian Gaertner/Imago
Die benötigte Menge Vitamin C lässt sich ganz leicht durch die Ernährung aufnehmen, etwa durch Obst und Gemüse.
Eine unausgewogene Ernährung mit zu viel Fett und Zucker zählt zu den häufigsten Ursachen von Müdigkeit. Grund dafür ist, dass der Körper für die Verdauung von kalorienreichem Essen mehr Energie benötigt, welche dann anderswo fehlt. Menschen die fett- und kalorienreich essen, fühlen sich daher häufiger müde. Wer regelmäßig Obst und Gemüse zu sich nimmt, fühlt sich dagegen fitter.  © Giorgio Fochesato/imago

Bereits seit den 80er-Jahren wird hierzulande jodiertes Speisesalz verkauft, um die Bevölkerung mit ausreichend Jod zu versorgen. Grund dafür ist, dass die Ackerböden vor allem in südlichen Regionen Deutschlands sehr jodarm sind. Natürliches Jod ist in der Nahrung daher kaum vorhanden. Neben Speisesalz enthalten mittlerweile jedoch auch andere Lebensmittel künstlich zugesetztes Jod. Dadurch hat sich die Jodversorgung in den letzten Jahrzehnten zwar verbessert, trotzdem sollte jeder auf eine ausreichende Zufuhr achten.

Immer müde? Wie Sie einem Jodmangel entgegenwirken

Wer mit jodiertem Speisesalz kocht, kann einem Mangel gut entgegenwirken. Täglich empfehlen Experten rund 180 bis 200 Mikrogramm Jod zu sich nehmen. Viele Hersteller von Fertigprodukten verzichten auf die Verwendung von Jodsalz, daher gilt es dieses zu Hause gezielt einzusetzen. Neben Milchprodukten und Käse versorgen auch Gemüsesorten wie Spinat und Brokkoli sowie Erdnüsse den Körper mit dem Spurenelement. Darüber hinaus sind Lachs, Thunfisch, Kabeljau und Meeresfrüchte gute Quellen für Jod.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © AndreyPopov/imago

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