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Hunde-Sachkundenachweis, ja oder nein? Was dafür spricht und was dagegen

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Die Tierheim-Situation in Deutschland ist nach wie vor angespannt und heizt die Debatte über den Sachkundenachweis für Hunde an. Hier die Vor- und Nachteile im Überblick.

Während der Corona-Pandemie gab es neben den unerfreulichen Nachrichten auch positive Entwicklungen: Die Tierheime verzeichneten eine ungewöhnliche Leere. Doch leider hat sich die Situation seither drastisch geändert. Jetzt sind die Tierheime wieder überfüllt und stecken zudem in finanziellen Schwierigkeiten.

Tierschutzbeauftragte will Tierheime entlasten

Die prekäre Lage der Tierheime beschäftigt besonders Ariane Désirée Kari, die erste Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz. Sie sieht die Situation der Tierheime als inakzeptabel an. „Die Lage der Tierheime in Deutschland ist dramatisch und ihre akute Überlastung eines der dringlichsten Tierschutzprobleme“, betont die 37-Jährige gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Den Sachkundenachweis verpflichtend für alle Hundebesitzer einzuführen, wird derzeit diskutiert. (Symbolbild)

Ein Hauptproblem aus Karis Sicht sind die Spontankäufe von Tieren, bei denen sich die Käufer oft nicht über die Konsequenzen und die Verantwortung im Klaren sind, die mit der Tierhaltung einhergehen. Dieses Phänomen habe sich insbesondere während der Corona-Pandemie verschärft. „So kaufen sich offenkundig zu viele Menschen spontan Hunde, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wo das Tier zum Beispiel im Urlaub bleibt oder wer die Tierarztkosten zahlt“, erklärt Kari.

Um der zugespitzten Lage entgegenzuwirken, schlägt Kari vor, einen verpflichtenden Sachkundenachweis einzuführen. Dieser würde sicherstellen, dass potenzielle Tierhalter bereits vor dem Hundekauf über wichtige Fragen nachdenken müssen.

Aktuelle Regelung in den Bundesländern

Der Sachkundenachweis für Hunde ist eine offizielle Bescheinigung, die bestätigt, dass der Hundebesitzer die erforderlichen Fachkenntnisse besitzt. Für bestimmte Hunderassen, wie beispielsweise Listenhunde, ist der Sachkundenachweis bereits Pflicht. Die Gesetzgebung unterscheidet sich jedoch je nach Bundesland. Eine Übersicht von der VS-Tierversicherung gibt Aufschluss, jedoch sollten Hundebesitzer sich über die in der eigenen Region geltenden Bestimmungen individuell informieren.

  • Sachkundenachweispflicht für alle Hundehalter: Baden-Württemberg und Niedersachsen
  • Keine Pflicht: Bayern, Thüringen, Schleswig-Holstein, Bremen
  • Pflicht für bestimmte Hunderassen wie Listenhunde oder zum Teil auch für große Hunde: Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg
  • Pflicht für alle frei laufenden Hunde: Berlin
  • Pflicht für bestimmte Hunderassen und für frei laufende Hunde: Hamburg

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Sachkundenachweis vs. Hundeführerschein – was sind die Unterschiede?

Oft wird jedoch fälschlicherweise von einem Hundeführerschein gesprochen, wenn eigentlich ein Sachkundenachweis gemeint ist. Es gibt jedoch Unterschiede: Während der Sachkundenachweis den Fokus auf die Fähigkeiten der Hundehalter legt, kann die praktische Prüfung auch mit einem bereits trainierten Hund stattfinden. Beim Hundeführerschein hingegen muss der Hundehalter zeigen, wie gut er mit seinem eigenen Hund agiert.

Halter müssen starke Nerven haben: Sieben Hunderassen, bei denen die Erziehung eine Herausforderung ist

Dalmatiner wird Gassi geführt
Dalmatiner zählen zu den schlauen Hunderassen. Das ist an sich eine gute Sache, doch bei den gepunkteten Vierbeinern mischt sich Intelligenz mit einer gehörigen Portion Starrsinn. Die gutmütigen Vierbeiner verstehen entsprechend Befehle – befolgen sie aber eher ungern. Eine klare Führung und intensives Training sind bei der Erziehung von Dalmatinern enorm wichtig, weil sie sonst Frustration aufbauen und es infolge zu ungewünschten Verhaltensweisen wie Beißen und Knurren kommen kann.  © Roman Märzinger/Imago
Zwei Chow-Chows stehen auf einem Stein im Wasser.
Der Chow-Chow sieht aus wie ein überdimensionaler Teddybär. Doch die chinesische Hunderasse ist kein Tier, das sich von jedem gerne knuddeln lässt. Die Rasse gilt als eigensinnig und eignet sich eher weniger als Familienhund, weil er Kindern gegenüber eher skeptisch und verhalten ist. Auch Fremden gegenüber verhält er sich oft abweisend. Gerne fixiert er sich auf eine Bezugsperson. Typisch für sein Wesen ist auch ein ausgeprägtes territoriales Verhalten, was ihn zum guten Wachhund macht.  © Imago/Panthermedia
Schmetterling sitzt auf der Nase eines Basset Hounds
Der Basset Hound ist eine gutmütige, ruhige und ausgeglichene Hunderasse, die sich ihrer Familie gegenüber anhänglich und sanftmütig zeigt und auch mit Fremden in der Regel kein Problem hat. Allerdings gilt der Basset aufgrund seiner sturen Art als eher schwer erziehbar. Bedingungsloser Gehorsam ist nicht sein Ding. Sie suchen einen neugierigen Begleiter, der viel Freude am Lernen neuer Tricks und Befehle ist? Dann sollte Ihre Wahl nicht auf den charakterstarken Basset Hound fallen. © Imago/Panthermedia
Rauhhaardackel sitzt im Laub
Sie sind ein großer Dackel-Fan? Damit sind Sie nicht allein. Der Dackel, auch Dachshund genannt, hat Kultstatus. „Schon Kaiser Wilhelm mit seiner Leidenschaft für den Dackel war ein wichtiger Impulsgeber. Damit war der Dackel wohl der erste Modehund Deutschlands“, zitiert die Welt Udo Kopernik, Sprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Dabei ist der Dackel kein einfacher Hund. Gezüchtet für die Jagd, als sogenannter Erdhund für die Baujagd auf Fuchs und Dachs, ist sein Jagdtrieb in der Regel stark ausgeprägt. Viele Besitzer beschreiben ihren Liebling auch als unabhängig und eigenwillig. Wer einen leicht erziehbaren Hund möchte, sollte daher besser die Finger vom Dackel lassen.  © D. Maehrmann/Imago
Paar geht im Park spazieren, Mann will mit Hund spielen
Ein Beagle sieht niedlich aus, ist aber nicht für Anfänger geeignet. Der Grund: Er wurde in England für die Jagd auf Hasen und anderes Wild gezüchtet. Entsprechend ist sein Jagdtrieb extrem gut ausgeprägt. Ohne Leine ist er daher schon mal schnell einer Fährte verfallen und vergisst dabei alles um sich herum. Der Trieb ist oftmals so stark, dass auch konsequentes Training nicht den gewünschten Effekt hat.  © Imago
Welsh Terrier und ein Boston Terrier spielen im Laub
Auch der Welsh Terrier (hier links im Bild) ist eine Züchtung, die auf die Jagd spezialisiert war. Der arbeitsfreudige Hund wurde und wird teilweise immer noch eingesetzt, um Otter, Dachs und Fuchs aus ihrem Bau zu locken. Der tief verankerte Jagdtrieb, das beschäftigungs- und bewegungsintensive Wesen des Welsh Terriers und auch eine gewisse Rauflust machen die Hunderasse zum perfekten Begleiter eines aktiven und erfahrenen Hundehalters.  © Ardea/Imago
Husky schnuppert neugierig an der Kamera
Der Siberian Husky ist eine Schlittenhundrasse aus den USA. Er zählt zu den Rassen, die häufig aufgrund ihres Aussehens als Ersthund ausgewählt werden – was schwerwiegende Folgen haben kann. So kommt es nicht selten vor, dass überforderte Hundebesitzer ihren Vierbeiner recht bald im Tierheim abgeben, weil sie den Bedürfnissen des Huskys nicht gerecht werden können. Infolge können die Hunde aggressives Verhalten an den Tag legen. Was den geselligen und sportlichen Hund zum anspruchsvollen Zeitgenossen für Fortgeschrittene macht: Huskys benötigen viel Auslauf, wobei ihnen einfaches Gassigehen in der Regel nicht ausreicht. Außerdem sind sie ungern alleine, haben einen ausgeprägten Jagdtrieb und können eigenwillig, laut und stur sein.  © Dmitry Akhmadullin/Imago

Wie so häufig gibt es aber auch beim Sachkundenachweis für Hunde Vor- und Nachteile. Welche das sind, verrät die Übersicht.

Vorteile eines Sachkundenachweises für Hunde

  • Potenzielle Hundebesitzer werden über Bedürfnisse und Anforderungen, die mit der Hundehaltung einhergehen, informiert und so auf ein Zusammenleben vorbereitet.
  • Aufklärung und Information über die Verantwortung der Hundehaltung kann Tierabgaben reduzieren.
  • Reduzierte Tierabgaben entlasten Tierheime.
  • Mehr Sicherheit für Hundebesitzer durch besseres Verständnis des Verhaltens von Hunden. So können auch kritische Situationen besser eingeschätzt werden.
  • Besserer Umgang mit Hunden dank erweiterter Grundkenntnisse fördert das Tierwohl.

Nachteile eines Sachkundenachweises für Hunde

  • Hoher bürokratischer Aufwand für die Beantragung und Durchführung.
  • Kaum Möglichkeiten zur effektiven Überprüfung der Sachkenntnis. Erfahrene Hundebesitzer könnten die Notwendigkeit einer Prüfung hinterfragen.
  • Überlastung von Hundeschulen, die bereits an ihrem Limit sind.
  • Zusätzliche finanzielle Belastung für die Tierhalter, die den Sachkundenachweis erwerben müssen.
  • Die Betreuung von Hunden durch Hundesitter, Freunde oder Familienangehörige könnte erschwert werden.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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