Viele Chemikalien in Klamotten

Muss man neue Kleidung vor dem Tragen unbedingt waschen?

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Neu gekaufte Wäsche wird von den meisten Menschen vor dem ersten Tragen einmal gewaschen. In den meisten Fällen zurecht – doch es gibt Ausnahmen.

Die Shoppingtour ist beendet und man möchte am liebsten direkt in seine neuen Schmuckstücke hineinschlüpfen. Keine gute Idee. Denn die meisten Kleidungsstücke sollten Sie vor dem ersten Tragen zunächst einmal waschen. Geschieht dies nicht, gehen Sie das Risiko ein, dass schädliche Stoffe auf Ihre Haut gelangen. Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich zudem, den Gummiring der Waschmaschine zu reinigen.

Über 6.500 Chemikalien kommen bei der Kleidungs-Herstellung zum Einsatz

Viele Menschen waschen Klamotten vor dem ersten Tragen – ist das überhaupt notwendig?

Bei der Textilherstellung kommen – besonders bei Günstigmarken – bis zu 6.500 verschiedene Chemikalien zum Einsatz, berichtet der WDR. Viele von ihnen gelten als problematisch. Der Verbraucher bekommt davon nichts mit. Auf den Etiketten ist zwar angegeben, aus welchem Material das Produkt besteht, nicht jedoch, mit welchen Stoffen es behandelt wird. Viele Schadstoffe werden erst durch Körperschweiß freigesetzt und kommen dann mit der Haut in Berührung.

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Deshalb ist es prinzipiell sinnvoll, die Kleidung vor dem Tragen zu Waschen. Nachteil dabei: die Schadstoffe gelangen dadurch in den Abfluss und somit in die Umwelt. Deshalb rät Oekotest.de: „Es ist besser, suspekte Günstigmode gar nicht erst zu kaufen, um die Nachfrage nach umweltschädlicher Kleidung nicht weiter zu steigern.“ Weniger belastet seien im Gegensatz Secondhand-Produkte, Naturmode, ungefärbte und ungebleichte Bekleidung. Hier ist das Risiko, dass schädliche Stoffe in der Kleidung enthalten sind, deutlich kleiner. Auch Outdoorkleidung wie Jacken sind in der Regel unbedenklicher, da sie selten mit der Haut in Berührung gelangen.

Diese Wasch-Tipps von Oma haben ausgedient

Frau legt Wäsche in Waschmaschine. Sie kennen bestimmt auch einige Wäsche-Tipps von Ihrer Großmutter - wie hilfreich sind sie?
Sie kennen bestimmt auch einige Hausmittel zum Wäsche waschen, die Ihnen Ihre Großmutter ans Herz gelegt hat. Aber wie nützlich sind diese Wäsche-Tipps wirklich? © Shotshop/Imago
Kirschen. Hausmittel Nummer 1: Weißer Essig entfernt Obstflecken. Versuchen Sie es lieber mit Bleichmittel.
Hausmittel Nummer 1: Weißer Essig entfernt Obstflecken. Weißer Essig bringt leider nur wenig gegen hartnäckige Flecken von Obst oder Beeren. Versuchen Sie es lieber mit Bleichmittel. © Jakub Porzycki/Imago
Wäscheständer. Hausmittel Nummer 2: Frische Blutflecken auf der Kleidung werden so schnell wie möglich mit kaltem Wasser ausgespült. Diesen Tipp sollten Sie unbedingt beherzigen.
Hausmittel Nummer 2: Frische Blutflecken auf der Kleidung werden so schnell wie möglich mit kaltem Wasser ausgespült. Diesen Tipp sollten Sie laut dem Experten unbedingt beherzigen. Zusätzlich zum kalten Wasser können Sie Spülmittel oder Seife hinzugeben. Verwenden Sie jedoch niemals heißes Wasser: Die Wärme lässt den Eiweißanteil im Blut gerinnen und so wird der Fleck erst recht hartnäckig. © Joko/Imgo
Ein Teebeutel in einer Tasse Tee. Hausmittel Nummer 3: Schwarztee auf der Kleidung wird mit dem Glasreiniger entfernt. Davon ist abzuraten.
Hausmittel Nummer 3: Schwarztee auf der Kleidung wird mit dem Glasreiniger entfernt. Davon ist abzuraten: Wenn der Fleck noch frisch ist, hilft es bereits den Stoff mit Wasser einzuweichen. Anstatt Glasreiniger sollte ein Spezialfleckenentferner verwendet werden. © Petra Schneider/Imago
Hotdog mit Senf. Hausmittel Nummer 4: Senfflecken gehen mit Sodawasser weg. Dieser Trick funktioniert nur, wenn die Flecken noch ganz frisch sind.
Hausmittel Nummer 4: Senfflecken gehen mit Sodawasser weg. Dieser Trick funktioniert nur, wenn die Flecken noch ganz frisch sind. Bei eingetrockneten Flecken helfen Fleckenvorbehandlungsmittel oder flüssiges Waschmittel. © Shotshop/Imago
Eine Frau bügelt. Hausmittel Nummer 5: Glanzflecken werden mit Essigwasser ausgebürstet. Feuchten Sie die Bürste einfach nur mit Wasser leicht an.
Hausmittel Nummer 5: Glanzflecken werden mit Essigwasser ausgebürstet.Vergessen Sie das Essigwasser und feuchten Sie die Bürste einfach leicht an. Den Glanzfleck aufrauen und dann ab in die Wäsche mit der Kleidung. © Shotshop/Imago
Erloschene Kerzen. Hausmittel Nummer 6: Wachsflecken entfernen, indem man Löschpapier darüberlegt und darüber bügelt. Bei dieser Methode verschlimmert sich der Fleck nur.
Hausmittel Nummer 6: Wachsflecken entfernen, indem man Löschpapier darüberlegt und darüber bügelt. Bei dieser Methode verschlimmert sich der Fleck nur - entfernen Sie das Wachs lieber zuerst mit der Hand und behandeln ihn dann mit einem Wachsfleckenentferner. Anschließend waschen Sie das Kleidungsstück bei höchst möglicher Temperatur in der Waschmaschine. ©  YAY Images/Imago
Kugelschreiber. Hausmittel Nummer 7: Kugelschreiberflecken lassen sich mit Parfüm lösen. Das stimmt!
Hausmittel Nummer 7: Kugelschreiberflecken lassen sich mit Parfüm lösen. Das stimmt! Der Alkohol im Parfüm ist ein gutes Lösungsmittel. Beträufeln Sie den Kugelschreiberfleck damit, reiben Sie ihn ein und stecken Sie das Kleidungsstück in die Wäsche. © YAY Images/Imago
Wäschekorb vor einer Waschmaschine. Hausmittel Nummer 8: Verwende Essig im letzten Spülgang anstatt Weichspüler. Auf diesen Tipp sollten Sie verzichten.
Hausmittel Nummer 8: Verwende Essig im letzten Spülgang anstatt Weichspüler. Auf diesen Tipp sollten Sie verzichten: Zwar hilft der Essig beim Reinigen der Wäsche... © Kirchner-Media/Imago
Defekte Waschmaschine steht auf einem Gehweg. Essig kann zu einem großen Schaden an der Waschmaschine führen, da er Kunststoff- und Metallteile angreift.
... doch Essig kann auch zu einem großen Schaden an der Waschmaschine führen, da er Kunststoff- und Metallteile angreift. Also bleiben Sie lieber beim Weichspüler. © Frank Sorge/Imago

Der zweite gewichtige Grund zum Waschen, wobei Sie fünf Fehler unbedingt vermeiden sollten, vor dem ersten Tragen ist neben dem Kontakt zu möglichen Schadstoffen die Hygiene. Kaufen Sie ein Kleidungsstück im Laden, wissen Sie schließlich nicht, wer dasselbe Produkt bereits vor Ihnen anprobiert hat. Alleine deshalb ist es ratsam, das Kleidungsstück nochmal zu waschen, bevor Sie es anziehen.

Einige Siegel garantieren schadstoffarme Kleidung

Haben Sie Zweifel, werfen Sie vor dem Kauf einen Blick auf das Etikett des Kleidungsstücks. Denn einige Siegel weisen auf garantierte schadstoffarme Kleidung hin, wie „Öko-Tex 100“ sowie „Global Organic Textile Standard“. Entwickelt wurde das TexCheck-Prüfzeichen vom TÜV Süd für die Textilbranche. Keine Garantie für eine schadstoffarme Textilverarbeitung ist hingegen ein Bio-Siegel. Auch diese Produkte können mit giftigen Chemikalien gefärbt worden sein.

Rubriklistenbild: © imagebroker/IMAGO

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