VonAnna Laura Müllerschließen
Meta bietet künftig gegen Bezahlung werbefreie Zugänge zu Instagram und Facebook an. Doch die Preise könnten schon bald weiter ansteigen.
Menlo Park - Werbung gehört im Internet mittlerweile wie selbstverständlich dazu. Kaum eine Seite, auf der kein Fenster mit individuell angepasster Werbung ausgespielt wird. Auch beim Scrollen auf sozialen Netzwerken bekommen Nutzer bisher personalisierte Anzeigen auf ihrem Computer oder auf dem Smartphone angezeigt. Beim Internet-Konzern Meta gibt es jetzt eine Änderung für diese Art der personalisierten Werbung.
Wer in Europa zukünftig Facebook und Instagram nutzten möchte, muss sich entscheiden: Entweder kostenlos mit personalisierter Werbung oder per kostenpflichtigem Abo werbefrei unterwegs sein. Zweiteres kostet aber eine monatliche Gebühr.
Zehn Euro monatlich für ein werbefreies Abo bei Instagram und Facebook
Mindestens 9,99 Euro soll das Abo pro Monat kosten, erklärte in einem Blogeintrag am Montag (31. Oktober). Wer der Verarbeitung der eigenen Nutzer-Daten zu Werbezwecken nicht zustimmen möchte, muss also zahlen. Oder kann Facebook und Instagram nicht mehr werbefrei nutzen. Grund für die Änderungen bei den Apps ist eine Anpassung der Datenschutzbestimmungen in Europa. Demnach dürfen die Daten der Nutzer für personalisierte Werbung nur noch mit deren Erlaubnis verwendet werden.
Wer das nicht möchte, aber auch nicht auf Instagram und Facebook verzichten kann, hat die Wahl: Für monatlich 9,99 Euro im Abo wird Instagram und Facebook werbefrei. Allerdings nur bei Buchung via Desktop. Das Smartphone-Abo liegt mit 12,99 Euro pro Monat deutlich höher. Der Preis gilt für alle Geräte mit iOS- oder Android-Betriebssystemen. Die höheren Preise werden von Meta mit den zusätzlichen Provisionszahlungen erklärt, die demnach an die Betreiber der App-Stores von Google und Apple fällig werden.
Meta glaubt weiter an ein werbefinanziertes Internet
Meta bezeichnete in dem Blogpost den Zugang zu personalisierten Produkten und Services, ungeachtet finanzieller Hintergründe der User, als elementaren Baustein des werbefinanzierten Internets. Dennoch respektiere man „den Sinn und Zweck der sich verändernden europäischen Regulierungen“ und sehe sich in der Pflicht, „sie einzuhalten“, hieß es weiter. Das gelang nicht immer: Wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen hatte eine irische Datenschutzbehörde Anfang 2023 Meta mit einem Bußgeld von 390 Millionen Euro belegt.
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Das neue Abo soll derweil laut Meta vorerst für alle Konten gelten, die die Nutzer mit diesem verknüpft haben. Eine Zahlung kann also sowohl das Instagram-Konto, als auch das Facebook-Konto werbefrei machen. Teurer könnte es jedoch schon ab März 2024 werden, wenn man User mehrere soziale Netzwerke über ein Konto nutzen wollen. Dann wird eine weitere Gebühr von 6 Euro im Monat (Desktop) oder 8 Euro monatlich (Smartphone) eingeführt. Abseits der Werbung plant Meta-Boss Zuckerberg auch KI-Änderungen bei Instagram und Facebook. (alm)
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