Über 10 Euro angepeilt

Zugänge gegen Bezahlung – große Änderung bei Instagram und Facebook

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Meta bietet künftig gegen Bezahlung werbefreie Zugänge zu Instagram und Facebook an. Doch die Preise könnten schon bald weiter ansteigen.

Menlo Park - Werbung gehört im Internet mittlerweile wie selbstverständlich dazu. Kaum eine Seite, auf der kein Fenster mit individuell angepasster Werbung ausgespielt wird. Auch beim Scrollen auf sozialen Netzwerken bekommen Nutzer bisher personalisierte Anzeigen auf ihrem Computer oder auf dem Smartphone angezeigt. Beim Internet-Konzern Meta gibt es jetzt eine Änderung für diese Art der personalisierten Werbung.

Wer in Europa zukünftig Facebook und Instagram nutzten möchte, muss sich entscheiden: Entweder kostenlos mit personalisierter Werbung oder per kostenpflichtigem Abo werbefrei unterwegs sein. Zweiteres kostet aber eine monatliche Gebühr.

Zehn Euro monatlich für ein werbefreies Abo bei Instagram und Facebook

Mindestens 9,99 Euro soll das Abo pro Monat kosten, erklärte in einem Blogeintrag am Montag (31. Oktober). Wer der Verarbeitung der eigenen Nutzer-Daten zu Werbezwecken nicht zustimmen möchte, muss also zahlen. Oder kann Facebook und Instagram nicht mehr werbefrei nutzen. Grund für die Änderungen bei den Apps ist eine Anpassung der Datenschutzbestimmungen in Europa. Demnach dürfen die Daten der Nutzer für personalisierte Werbung nur noch mit deren Erlaubnis verwendet werden.

Instagram und Facebook sollen in Europa gegen eine monatliche Gebühr werbefrei werden.

Wer das nicht möchte, aber auch nicht auf Instagram und Facebook verzichten kann, hat die Wahl: Für monatlich 9,99 Euro im Abo wird Instagram und Facebook werbefrei. Allerdings nur bei Buchung via Desktop. Das Smartphone-Abo liegt mit 12,99 Euro pro Monat deutlich höher. Der Preis gilt für alle Geräte mit iOS- oder Android-Betriebssystemen. Die höheren Preise werden von Meta mit den zusätzlichen Provisionszahlungen erklärt, die demnach an die Betreiber der App-Stores von Google und Apple fällig werden.

Meta glaubt weiter an ein werbefinanziertes Internet

Meta bezeichnete in dem Blogpost den Zugang zu personalisierten Produkten und Services, ungeachtet finanzieller Hintergründe der User, als elementaren Baustein des werbefinanzierten Internets. Dennoch respektiere man „den Sinn und Zweck der sich verändernden europäischen Regulierungen“ und sehe sich in der Pflicht, „sie einzuhalten“, hieß es weiter. Das gelang nicht immer: Wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen hatte eine irische Datenschutzbehörde Anfang 2023 Meta mit einem Bußgeld von 390 Millionen Euro belegt.

Diese Mega-Reichen haben 2022 viel Geld verloren

Mark Zuckerberg, Vorstandsvorsitzender von Facebook, spricht auf der 56. Münchner Sicherheitskonferenz.
Der größte Verlierer unter den Tech-Milliardären ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er hat laut dem US-Wirtschaftsportal Bloomberg dieses Jahr schon etwa 71 Milliarden Dollar (bzw. in Euro) verloren und rutschte damit aus den Top Ten des Superreichen-Rankings von Bloomberg. Mit einem Vermögen von 54,6 Milliarden (Stand: September) erreicht Zuckerberg nun Platz 20. © Sven Hoppe/dpa
Elon Musk
Auch der reichste Mensch der Welt, Tesla-Chef Elon Musk, musste dieses Jahr Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen. Seit dem Höchststand am 4. November 2021 ist das Vermögen von Musk um fast 35 Prozent von 320 Milliarden Dollar auf 209,4 Milliarden Dollar Ende Oktober gefallen – fast ausschließlich aufgrund des starken Kursverfalls der Tesla-Aktie, wie das US-Magazin Forbes berichtet. Die Rezession macht also auch Musk und seinem Geschäft zu schaffen – er bleibt jedoch nach wie vor der reichste Mann der Welt.  © Evan Agostini/Invision via AP/dpa
Jeff Bezos
Die Rezessionsangst lässt auch den Kurs der Amazon-Aktien sinken – und betrifft damit direkt das Vermögen von Jeff Bezos, Gründer des Online-Handelsriesen. Während er im Juli 2021 noch auf ein Vermögen von 214 Milliarden Dollar kam, sind es nun noch 111 Milliarden. Er hat also mehr als 100 Milliarden Dollar verloren. © Cliff Owen/AP/dpa
Wiktor Wekselberg, Mitgründer der Renova Group
Die Folgen des Ukraine-Kriegs und die Sanktionen treffen auch russische Oligarchen hart. Besonders betroffen ist der russische Investor und Putinfreund Wiktor Wekselberg. Er ist Mitgründer der Renova Group, einem Konglomerat mit Beteiligung an Öl, Aluminium und Telekommunikation. Sein Vermögen schrumpfte um 11,2 Milliarden Euro auf 7,32 Milliarden Euro, nachdem die USA ihn im April auf ihre Sanktionsliste gesetzt hatten, berichtet Forbes © Vladimir Smirnov/Omago
Wladimir Lissin, Vorstandsvorsitzender des russischen Stahlproduzenten Novolipetsk Steel.
Betroffen ist aber auch einer der reichsten Männer Russlands: Wladimir Lissin. Der russische Unternehmer ist Vorstandsvorsitzender des russischen Stahlproduzenten Novolipetsk Steel. Er verlor 2022 rund neun Milliarden Euro; sein Vermögen sank damit auf etwa 20,2 Milliarden Euro. Wie sehr der Ukraine-Krieg und die Sanktionen Russlands Reiche in Bedrängnis bringt, zeigt eine weitere Zahl: Drei russische Oligarchen flogen allein von Oktober auf November aus der Bloomberg-Liste der 500 reichsten Menschen der Welt. © Itar-Tass/Imago

Das neue Abo soll derweil laut Meta vorerst für alle Konten gelten, die die Nutzer mit diesem verknüpft haben. Eine Zahlung kann also sowohl das Instagram-Konto, als auch das Facebook-Konto werbefrei machen. Teurer könnte es jedoch schon ab März 2024 werden, wenn man User mehrere soziale Netzwerke über ein Konto nutzen wollen. Dann wird eine weitere Gebühr von 6 Euro im Monat (Desktop) oder 8 Euro monatlich (Smartphone) eingeführt. Abseits der Werbung plant Meta-Boss Zuckerberg auch KI-Änderungen bei Instagram und Facebook. (alm)

Rubriklistenbild: © Andre M. Chang/Imago

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